Krankenversicherung finanziert Magenverkleinerung

 - 

Wenn ein stark Übergewichtiger bereits sämtliche konservativen Therapien zur Gewichtsreduktion erfolglos genutzt hat, muss eine private Krankenversicherung als letztes Mittel eine operative Magenverkleinerung finanzieren.

Das entschied das Landgericht Koblenz (Az. 6 S 340/14). Damit gelten für privat und gesetzlich Versicherte in diesem Punkt vergleichbare Regeln.

Verhandelt wurde über die Klage einer Frau, die bei Vorliegen von krankhafter Adipositas (BMI von 40) einen Magen-Bypass nach dem Fehlschlagen anderer Behandlungen als letztes Mittel angesehen hatte. Ihre private Krankenversicherung war dagegen der Ansicht, dass der Magen der Betroffenen funktionell intakt sei und damit in ein gesundes Organ eingegriffen werde.

Das Gericht dagegen befand nach der Anhörung von Sachverständigen, dass das Gewicht der klagenden Frau nur durch eine Magenverkleinerung habe reduziert werden können. Das massive Übergewicht der Klägerin, infolge dessen sogar bereits Begleiterkrankungen aufgetreten seien, stelle eine Krankheit im krankenversicherungsrechtlichen Sinne dar, die eine Behandlung mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion erforderlich macht, so das Gericht.

Fast gleichlautende Urteile liegen aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung vor. So entschied das LSG Rheinland-Pfalz in einem Urteil vom 19.8.2010 (Az. L 5 KR 101/10), dass auch bei GKV-Versicherten nach Ausschöpfung konservativer Therapiemöglichkeiten eine Operation (Magen-Bypass) als letzte Möglichkeit infrage kommt.

Das Urteil betraf eine junge Frau, die zum Zeitpunkt, als die von ihr selbst (vor)finanzierte Magenverkleinerung durchgeführt wurde, 115 kg wog, bei einer Größe von 1,71 m. Die Operation kostete 5.378,16 €, die die Krankenkasse der Betroffenen schließlich übernehmen musste.

Weitere News zum Thema

  • Jetzt wird die Uhr wieder eine Stunde vorgestellt

    [] (verpd) Bald werden hierzulande wieder die Uhren von Winter- auf Sommerzeit umgestellt. Nicht jeder verkraftet die Zeitumstellung problemlos. Es gibt jedoch Maßnahmen, die helfen, damit das Wohlbefinden dadurch möglichst wenig beeinträchtigt wird. mehr

  • Wann die Krankenkasse eine Brille bezuschusst

    [] (verpd) Bisher beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten für eine notwendige Brille nur in wenigen Fällen. Durch ein neues Gesetz, das voraussichtlich im März in Kraft tritt, werden die Ausnahmeregelungen zwar erweitert. Allerdings wird die Mehrheit derjenigen, die eine Brille benötigen, auch künftig die Kosten für eine notwendige Sehhilfe weiterhin selbst tragen müssen. mehr

  • Schmerzpatient darf Cannabis für sich selbst anbauen

    [] Cannabis kann ein wirksames Mittel gegen Schmerzen sein. Das Bundesverwaltungsgericht hat deshalb das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verpflichtet, einem an multipler Sklerose Erkrankten eine Ausnahmegenehmigung für den Eigenanbau von Haschisch zu erteilen. mehr

  • Onlinehilfe für Arbeitgeber zum Thema Sozialversicherungen

    [] (verpd) Ein neues Informationsportal, aufgebaut vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, will Firmen, die bereits Mitarbeiter haben oder erstmalig Mitarbeiter einstellen möchten, helfen, grundlegende Fragen zum Melde- und Beitragsrecht in der Sozialversicherung zu beantworten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.