Krankenscheine können jetzt bis zu drei Tage zurückdatiert werden

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Die Frist für die Rückdatierung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) wurde von zwei auf drei Tage verlängert.

Eine entsprechende Änderung der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien (AU-RL) wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss verabschiedet und trat am 6.3.2016 in Kraft.

Mit der Verlängerung der Rückdatierungs-Möglichkeit soll gewährleistet werden, dass die Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum der Notfallversorgung bescheinigt werden kann (z. B. für das Wochenende), heißt es in den tragenden Gründen für den Beschluss. Generell bleibt es aber dabei, dass die AU-Bescheinigung nur in Ausnahmefällen rückdatiert werden darf.

Für die Zeit vor der ersten ärztlichen Inanspruchnahme soll die AU weiterhin grundsätzlich nicht bescheinigt werden. Die Rückdatierung ist in solchen Fällen nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung zulässig. Dies gilt auch für Folge-Krankschreibungen. Hierzu heißt es in den Richtlinien: Erscheinen Versicherte entgegen ärztlicher Aufforderung ohne triftigen Grund nicht zum vereinbarten Folgetermin, kann eine rückwirkende Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit versagt werden. Diese Formulierung lässt den behandelnden Ärzten gerade bei der Folge-Krankschreibung nach wie vor einen gewissen Spielraum zur Rückdatierung. Selbst bei einem fehlenden triftigen Grund für das verspätete Aufsuchen des behandelnden Arztes liegt es bei Anschluss-Krankschreibungen im Ermessen des Mediziners, die AU auch noch rückwirkend zu attestieren.

Dennoch sollten kranke Versicherte in jedem Fall spätestens am Tag nach dem Auslaufen der vorher ausgestellten AU-Bescheinigung beim behandelnden Arzt vorsprechen. Andernfalls ist der Krankengeld-Anspruch gefährdet.

Spätestens an dem Tag, nachdem die alte AU-Bescheinigung ausgelaufen ist, muss man sich bei andauernder Krankheit wieder beim Arzt vorstellen. Geht die alte Krankschreibung also bis einschließlich Mittwoch, so muss man spätestens am Donnerstag wieder beim Arzt erscheinen, um ggf. weiter arbeitsunfähig geschrieben zu werden. Falls die alte Bescheinigung am Freitag oder Wochenende endet, reicht es nach einer Gesetzesänderung, die seit Juli 2015 in Kraft ist, den Arzt am kommenden Montag wieder aufzusuchen. Wer diesen Termin verpasst, kann seinen Anspruch auf Krankengeld verlieren.

In der aktuellen Fassung der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien ist auch geregelt, dass Krankenhausärzte Patienten bei der Krankenhausentlassung für bis zu sieben Tage arbeitsunfähig schreiben können. Dies gilt auch für Ärzte, die in stationären Reha-Einrichtungen arbeiten. Nach der Krankenhaus-Entlassung muss man damit nicht mehr umgehend wieder bei seinem Hausarzt auflaufen.

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