Krankenkassen überprüfen kostenfreie Familienversicherung

 - 

In diesen Monaten erhalten viele Eltern Post von ihrem gesetzlichen Krankenversicherer. Dieser kontrolliert dabei vor allem das Einkommen der Sprösslinge. Viele Versicherte wundern sich, dass die Prüfung – anders als beim Kindergeld – auch bei minderjährigen Kindern vorgenommen wird. Bei Kindern unter 15 findet die Prüfung im Drei-Jahres-Rhythmus statt. Danach jedes Jahr.

Hintergrund ist dabei, dass die beitragsfreie Familienversicherung generell nur dann greift, wenn die Sprösslinge des Versicherten oder auch der mitversicherte Ehepartner im Jahr 2011 monatliche Einkünfte in Höhe von maximal 365,00 € hatten. Im Jahr 2012 liegt diese Verdienstgrenze bei 375,00 €.

Ausnahme: Bei einem Minijob dürfen die Betroffenen auch bis zu 400,00 € verdienen. Liegt das Einkommen der Mitversicherten dauerhaft höher, so müssen sie sich selbst krankenversichern. Kurzfristig – etwa bei Ferienjobs – dürfen die Einkommensgrenzen überschritten werden. Für einen Zeitraum von zwei Monaten innerhalb eines Jahres sind höhere Einkünfte erlaubt. Wichtig dabei: Auch Kapitaleinkünfte der Sprösslinge zählen mit. Die Schatzbriefe, die eine Großmutter ihrem Enkel geschenkt hat, können damit der kostenlosen Familienversicherung im Wege stehen. Von den Zinsen wird dabei allerdings der Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801,00 € abgezogen. Zudem werden die Zinsen – auch wenn sie nur in einem Monat anfallen – rechnerisch auf das ganze Jahr verteilt.

Kinder unter 23, die nicht erwerbstätig sind, können familienversichert sein, wenn ihre Eltern Mitglied einer gesetzlichen Kasse sind. Unter 23-Jährige ohne Job sind damit auch in Wartezeiten vor einer Ausbildung weiter bei ihren Eltern mitversichert. Das Gleiche gilt für Kinder, die arbeitslos sind, soweit sie nicht schon als Leistungsbezieher über die Arbeitsagenturen krankenversichert sind.

Studenten und Schüler können bis zum 25. Lebensjahr familienversichert sein, sofern sie nicht über zu viel Einkommen verfügen. Gleiches gilt für diejenigen, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr machen. Sofern Schüler oder Studenten bereits ihren Wehr- oder Zivildienst abgeleistet haben, verlängert sich für sie die Zeit der Familienversicherung noch um die Dauer ihrer Dienstzeit. Ex-Dienstleistende können deshalb auch noch nach ihrem 25. Geburtstag über ihre Eltern versichert sein.

Für Kinder, die wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, kommt die Familienversicherung ohne Altersbegrenzung infrage.

Auszubildende sind in jedem Fall versicherungspflichtig – und müssen von der Ausbildungsvergütung Beiträge an die Sozialversicherungen zahlen. Das gilt auch dann, wenn die Ausbildungsvergütung – was vor allem in den neuen Bundesländern noch vorkommt – weniger als 375,00 € im Monat beträgt.

Wenn die Kinder nicht mehr kostenlos mitversichert sind, lohnt es sich, zu prüfen, ob ein Wechsel in die private Krankenversicherung lohnt. Beachten Sie dabei: Bei der »Privaten« ist jedes Familienmitglied jeweils gesondert und mit eigenem Beitrag versichert.

Weitere News zum Thema

  • Krankenhaus haftet auch für groben Behandlungsfehler einer zweiten Klinik

    [] Die heute 54-jährige Patientin hatte erhebliche Magenbeschwerden. Sie litt an einer Magenanomalie, bei der der Magen abkippt und sich verdreht. Im Jahr 2009 ließ sie sich deswegen operieren. Bei der Operation wurden die Nähte falsch gesetzt, sodass der Magen erneut abkippen und sich verdrehen konnte. Daher musste sie zwei Monate später nochmals operiert werden. mehr

  • Sonnenschutz ist unabdingbar

    [] (verpd) Ohne die Sonne ist ein Leben auf der Erde schlicht nicht vorstellbar. Sie ermöglicht Pflanzen die Energiegewinnung über die Photosynthese und ist auch für Menschen notwendig, da die Sonne unter anderem für die Psyche und den Vitamin-D-Haushalt wichtig ist. Doch der Aufenthalt in der Sonne, birgt auch Gefahren, da die von der Sonne ausgehende UV-Strahlung ein großer Risikofaktor für Hautkrebs ist. mehr

  • Die Sommerhitze ist für Haustiere riskant

    [] (verpd) Nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Hunde, Katzen, Kaninchen, Wellensittiche und andere Tiere kann es gesundheitsgefährdend und sogar tödlich sein, wenn sie zu lange einer intensiven Sonneneinstrahlung und/oder heißen Außentemperaturen ausgesetzt sind. Die Bundestierärztekammer e.V. (BTK) gibt Tipps für die richtige Haustierhaltung an heißen Tagen. mehr

  • Gesetzliche Krankenkassen haben mehr Einnahmen als Ausgaben

    [] (verpd) Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) konnte nach offiziellen Zahlen aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im ersten Quartal 2017 ihre Reserven um 612 Millionen Euro auf rund 16,7 Milliarden Euro erhöhen. Denn die gesetzlichen Krankenkassen nahmen fast 58,19 Milliarden ein und hatten lediglich Ausgaben in Höhe von knapp 57,58 Milliarden. Allerdings stiegen die Ausgaben in allen Bereichen an. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.