Krankenkassen rutschen immer tiefer ins Minus

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(verpd) Nach den vorläufigen Finanzergebnissen hatten die gesetzlichen Krankenkassen in den ersten drei Quartalen 2014 ein Gesamtdefizit von über 760 Millionen Euro.

Je nach Kassenart und Leistungsbereich gab es laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) jedoch deutliche Unterschiede. Die Finanzreserven der Kassen belaufen sich auf 16 Milliarden Euro, wie das BMG kürzlich bekannt gab.

Die 131 gesetzlichen Krankenkassen haben nach den vorläufigen Finanzergebnissen in den ersten neun Monaten letzten Jahres ein Defizit von rund 763 Millionen Euro eingefahren, wie vor Kurzem das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bekannt gab. Dabei standen Ausgaben von rund 153,3 Milliarden Euro Einnahmen von 152,6 Milliarden Euro gegenüber.

Die Differenz führt das BMG wie schon zum Halbjahresende zum Großteil auf Prämienzahlungen an Krankenkassenmitglieder sowie auf Aufwendungen für freiwillige Satzungsleistungen zurück. Hierfür seien in den ersten drei Quartalen rund 500 Millionen Euro beziehungsweise 200 Millionen Euro ausgegeben worden, womit das Finanzergebnis nahezu ausgeglichen sei, wenn man die Sonderfaktoren herausrechne.

Krankenkassen teils mit dreistelligen Millionendefiziten

Insgesamt erzielte nach BMG-Angaben rund jede zweite Krankenkasse in den ersten drei Quartalen 2014 einen Überschuss. Bei den einzelnen Kassenarten gab es allerdings unterschiedliche Entwicklungen. So hatten die Ersatzkassen ein deutliches Minus von rund 833 Millionen zu verzeichnen. Die Betriebskrankenkassen (BKKen) wiesen ein Minus von 257 Millionen Euro und die Innungskrankenkassen (IKKen) von 147 Millionen Euro aus.

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) hingegen verzeichneten ein Plus von 349 Millionen Euro und die Knappschaft-Bahn-See von 125 Millionen Euro. Das Finanzpolster der Kassen zum 30. September bezifferte das Ministerium auf rund 16 Milliarden Euro. Zusammen mit der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, die nach Schätzung des Schätzerkreises bei etwa 12,6 Milliarden Euro zum Jahresende liegen wird, belaufen sich die Finanzreserven in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 28,6 Milliarden Euro.

Leistungsausgaben kräftig angestiegen

In den ersten neun Monaten 2014 erhöhten sich die Leistungsausgaben je Versicherten um 5,1 Prozent. Deutlich stärker und mit jeweils 9,3 Prozent fast doppelt so hoch fiel der Zuwachs bei den Arzneimittelausgaben und bei denen für Hilfsmittel aus. Auch bei den Posten Krankengeld und Heilmittel gab es mit jeweils über sieben Prozent ein vergleichsweise hohes Ausgabenplus.

Größter Kostenblock sind und bleiben die Krankenhausbehandlungen, für die mit insgesamt fast 52 Milliarden Euro über vier Prozent mehr ausgegeben wurden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dahinter folgen die Ausgaben, die der vertragsärztlichen Versorgung zugutekommen, in Höhe von rund 28 Milliarden Euro (plus vier Prozent) sowie die Arzneimittelausgaben mit rund 26 Milliarden Euro.

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