Krankenkassen mit über einer halben Milliarde Euro Überschuss

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(verpd) Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten sechs Monaten diesen Jahres mit einem Überschuss von annähernd 600 Millionen Euro abgeschlossen, wie die vorläufigen Finanzergebnisse aus dem Bundesministerium für Gesundheit zeigen. Alle Kassenarten lagen im Plus. Die Ausgaben stiegen dabei nicht so stark wie in früheren Zeiten. Allerdings mussten die Kassen im ersten Halbjahr 2016 in fast allen Leistungsbereichen mehr Kosten übernehmen als im entsprechenden Vergleichszeitraum 2015.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben nach den vorläufigen Finanzergebnissen des ersten Halbjahres mit 111,6 Milliarden Euro fast 600 Millionen Euro mehr eingenommen als ausgegeben – die Ausgaben beliefen sich auf etwa 111,0 Milliarden Euro – so das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Im Vorjahreszeitraum hatte sich nach Ministeriumsangaben noch ein Minus von fast einer halben Milliarden Euro angehäuft.

Alle Kassenarten im Plus

In den letzten beiden Quartalen dieses Jahres haben alle Kassenarten Überschüsse erzielt, dies war in den Quartalen des letzten Jahres nicht der Fall. Mehr als die Hälfte des erzielten Überschusses in den ersten sechs Monaten 2016 von insgesamt 598 Millionen Euro entfiel auf die Ersatzkassen.

Ein gutes Fünftel des Überschusses erzielten die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen), ein weiteres Siebtel die Knappschaft-Bahn-See. Bei den Betriebskrankenkassen (BKKen) belief sich das Plus auf etwa 40 Millionen Euro, bei den Innungskrankenkassen (IKKen) waren es gut 20 Millionen Euro.

Das Finanzpolster der Krankenkassen zum 30. Juni bezifferte das BMG auf 15,1 Milliarden Euro. Zum Ende des ersten Quartals waren es 14,9, zum Jahresende 2015 nur 14,5 Milliarden Euro gewesen.

3,2 Prozent Ausgabensteigerung pro Versicherten

Den Ausgabenzuwachs je Person, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, bezifferte das Ministerium auf 3,2 Prozent. Insgesamt gab es jedoch nur bei zwei Leistungsbereichen, nämlich bei der Dialyse (minus 5,9 Prozent) und dem Zahnersatz (minus 0,5 Prozent) einen Ausgabenrückgang. Ansonsten hatten die Kassen bei allen anderen Leistungen mehr Ausgaben.

Am stärksten stiegen die Ausgaben je Versicherten mit über acht Prozent im Bereich der häuslichen Kranken- und Behandlungspflege. Überproportional hoch war der Anstieg bei den Ersatzkassen, der Knappschaft und den IKKen, nämlich zwischen elf bis 16 Prozent. Jeweils über sechs Prozent betrug die Steigerung bei den Heilmitteln sowie den Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft (ohne stationäre Entbindung). Größter Kostenblock bleiben die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen mit über 36,1 Milliarden Euro, was einem Anteil von etwa einem Drittel entspricht.

Dahinter folgen mit jeweils in etwa halb so großen Anteilen die der vertragsärztlichen Versorgung zugutekommenden Ausgaben (Anteil: rund 18,5 Prozent) sowie diejenigen für Arzneimittel aus Apotheken (etwa 17,2 Prozent). Übrigens: Wer als gesetzlich Krankenversicherter die im Vergleich zu den gesetzlichen Krankenkassen umfassenderen Leistungen einer privaten Krankenversicherung erhalten möchte, kann eine private Krankenzusatz-Versicherung abschließen. Diese werden für den stationären und den ambulanten Bereich sowie für Behandlungen beim Zahnarzt angeboten.

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