Krankenkassen befürchten massiven Beitragsanstieg

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Derzeit liegt der durchschnittliche Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse bei 15,5 % des Bruttogehalts. Durch steigende Zusatzbeiträge könnte er sich bis 2019 auf bis zu 16,4 % erhöhen.

Gesetzlich Krankenversicherte müssen in den kommenden Jahren nach Darstellung der Kassen mit deutlichen Beitragssteigerungen rechnen. Aufgrund der Gesundheitsreformen sei bis 2019 ein Anstieg der Zusatzbeiträge (derzeit durchschnittlich 0,9 %) auf durchschnittlich 1,4 % bis 1,8 % zu erwarten.

Der Beitragssatz zur Krankenversicherung könnte demnach gemäß einer GKV-Schätzung bis 2019 von derzeit 15,5 % auf 16,0 % bis 16,4 % vom Bruttogehalt steigen. Ein Plus von 0,9 Prozentpunkten bei den Zusatzbeiträgen kosten für Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttogehalt ab der Beitragsbemessungsgrenze (derzeit 4.125 €) monatlich 37,12 € mehr Beitrag. Im Jahr summiert sich das Beitragsplus auf 445,44 €.

Ein Grund für die Beitragssteigerungen sei, dass die Ausgaben der Kassen für Arzneimittel, Ärzte und Kliniken deutlich stärker stiegen als die Einnahmen, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), am Mittwoch, dem 3.6.2015, im brandenburgischen Sommerfeld. Darüber hinaus verursachten die von der Regierung geplanten Reformen zusätzliche Lasten, etwa durch den Umbau der ambulanten Versorgung, durch die Krankenhausreform sowie die Gesetze zur Stärkung der Prävention und zum Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung.

Für das laufende Jahr werde derzeit von einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,9 % ausgegangen. Bereits 2016 werde er nach GKV-Angaben voraussichtlich auf 1,1 % bis 1,2 % steigen und im Jahr 2019 auf durchschnittlich 1,4 % bis 1,8 %.

Der KV-Beitragssatz bestehe seit 1.1.2015 aus einem allgemeinen, festen Bestandteil von derzeit 14,6 %, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte bezahlen, sowie einem kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der kassendurchschnittlich derzeit 0,9 % beträgt. Dieser Zusatzbeitrag ist von den Arbeitnehmern in voller Höhe allein zu tragen.

Wie Sie eine günstigere Krankenversicherung bekommen, lesen Sie in unserem Dossier Wechsel zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung .

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