Krankenhauskosten steigen weiter kräftig an

Krankenhauskosten steigen weiter kräftig an

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(verpd) Die Behandlungskosten im Krankenhaus sind 2013 weiter angestiegen, und zwar um rund drei Prozent. Nach aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kostete ein Klinikaufenthalt im Durchschnitt 4.152 €.

Das waren 92 € mehr als im Jahr zuvor. In Brandenburg sind es im Schnitt fast 500 € weniger, in Hamburg gut 700 € mehr.

Die Kosten in der stationären Krankenhausversorgung sind im vorletzten Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um circa 2,4 Milliarden Euro oder etwa 3,2 Prozent auf rund 78,0 Milliarden Euro angewachsen. Dabei wurden in den knapp 2.000 Krankenhäusern rund 18,8 Millionen Patienten behandelt, wie neue statistische Daten zeigen.

Etwas weniger stark stiegen dabei die Behandlungskosten je Patient, die um 2,3 Prozent auf 4.152 (Vorjahr 4.060) Euro zunahmen. In den Krankenhäusern standen gut 500.000 Betten zur Verfügung, die zu 77,3 Prozent ausgelastet waren.

Krankenhaus-Personalkosten um 3,8 Prozent gestiegen

Wie Destatis weiter mitteilte, beliefen sich die Gesamtkosten der Krankenhäuser in 2013 auf 90,0 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 86,8 Milliarden Euro. In den Gesamtkosten sind den Angaben zufolge Ausgaben für nichtstationäre Leistungen – etwa Kosten für die Ambulanz oder für die wissenschaftliche Forschung und Lehre – von rund zwölf Milliarden Euro enthalten.

Den größten Kostenblock im Krankenhausbereich stellten die Personalkosten dar, die im vorletzten Jahr um 3,8 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro zunahmen. Nach früheren Angaben von Destatis waren in den Krankenhäusern rund 147.000 Ärzte und rund 703.000 weitere Mitarbeiter (darunter 316.000 Pflegekräfte) beschäftigt.

Die Sachkosten erhöhten sich Destatis zufolge um 3,7 Prozent auf 33,8 Milliarden Euro. Die Aufwendungen für den Ausbildungsfonds lagen bei 1,2 Milliarden Euro, und für Steuern, Zinsen und sonstige Kosten mussten 1,3 Milliarden Euro aufgebracht werden.

Behandlungskosten schwanken zwischen den Bundesländern deutlich

Die durchschnittlichen stationären Kosten je Patient lagen im Bundesdurchschnitt bei 4.152 €. In Brandenburg mit 3.667 € und Sachsen-Anhalt mit 3.731 € waren sie am niedrigsten und in Hamburg mit 4.856 € am höchsten.

Diese regionalen Unterschiede sind Destatis zufolge strukturell bedingt: Sie würden vom Versorgungsangebot sowie von der Art und Schwere der behandelten Erkrankungen beeinflusst.

Die stärkste Steigerung der stationären Kosten je Patient errechnete sich in Baden-Württemberg mit einem Plus von 3,7 Prozent. Mit durchschnittlichen Kosten von 4.509 € je Patient ist Baden-Württemberg auch das teuerste Flächenland. In Bremen stiegen die stationären Kosten je Fall dagegen nur um 0,6 Prozent auf 4.577 €.

Individuelle Absicherung für den Einzelnen

Steigende Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung haben bereits in der Vergangenheit zu Änderungen der gesetzlich festgelegten Leistungen und/oder zu steigenden Zuzahlungen für gesetzlich Krankenversicherte (GKV-Versicherte) geführt.

Wer auch künftig unabhängig von den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sichergehen möchte, dass bestimmte Kranken- und Pflegebehandlungen übernommen werden, kann auch als gesetzlich Krankenversicherter privat vorsorgen. Mit einer privaten Krankenzusatz-Versicherung lassen sich nämlich Gesundheitskosten, die ein GKV-Versicherter normalerweise selbst tragen muss, abfedern.

Derartige Ergänzungspolicen gibt es unter anderem für Leistungen in den Bereichen Brillen, Heilpraktiker, Zahnarzt und Zahnersatz, sowie für den Eigenanteil von verordneten Arznei-, Verbands- und Heilmitteln wie Massagen. Auch bei stationären Behandlungen lassen sich Wunschleistungen wie Einzelzimmer-Unterbringung oder Chefarztbehandlung mit einer Zusatzabsicherung verwirklichen.

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