Krankenhausaufenthalte werden immer kürzer

 - 

(verpd) Ein Ergebnis einer aktuellen, jährlich durchgeführten Studie einer gesetzlichen Krankenkasse ist, dass Patienten bei fast allen Krankheiten, die zu einer stationären Behandlung führen, immer kürzer im Krankenhaus bleiben. Anders bei psychischen Störungen und Verhaltensstörungen, bei denen sich die stationäre Verweildauer der Patienten seit einigen Jahren stetig erhöht.

Vor Kurzem hat die Barmer GEK, ein gesetzlicher Krankenversicherungs-Träger, ihren „Krankenhausreport 2015“ vorgestellt. Grundlage der jährlich durchgeführten Studie waren in 2015 die rund 8,4 Millionen gesetzlich Krankenversicherten, die bei der genannten Krankenkasse versichert sind.

Laut Studie lag je Krankheitsfall die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus in 2015 bei rund 7,7 Tagen, das ist der gleiche Wert, der im Vorjahr erreicht wurde, der aber fast zwölf Prozent niedriger ist als im Jahr 2006 – hier waren es noch 8,7 Tage pro Krankenhauspatient.

Im Detail hat sich bei nahezu allen Krankheitsarten, die besonders häufig zu einer stationären Behandlung führten, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer je Behandlungsfall verkürzt. Am häufigsten wurden Patienten wegen Krankheiten des Kreislaufsystems im Krankenhaus behandelt. Die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus betrug im Durchschnitt 7,5 Tage.

Welche Krankheit einer langen stationären Behandlung bedarf

Weitere häufige Diagnosen, die zu einer stationären Behandlung führten, waren Erkrankungen des Verdauungssystems (Verweildauer 5,7 Tage), des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (Verweildauer 7,4 Tage) und Neubildungen/Krebs (Verweildauer 7,6 Tage). Relativ häufig wurden Patienten auch wegen Verletzungen und Vergiftungen stationär behandelt – sie mussten dafür durchschnittlich rund 7,3 Tage im Krankenhaus bleiben.

Besonders lange ist der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt mit 23,2 Tagen bei Patienten, die unter psychischen Störungen und Verhaltensstörungen leiden. Bei dieser Diagnose ist die durchschnittliche Verweildauer seit 2006 fast kontinuierlich um insgesamt 21,1 Prozent angestiegen. Im Gegensatz dazu hat die Höhe des durchschnittlichen Krankenhausaufenthaltes je Patient bei den anderen genannten Erkrankungen, die zu einer stationären Behandlung führten, in dem gleichen Zeitraum um 8,5 bis 19,5 Prozent abgenommen.

Kostenschutz für den Krankenhausaufenthalt

Wer stationär im Krankenhaus behandelt wird, muss übrigens als gesetzlich Krankenversicherter einen Eigenanteil von zehn Euro pro Tag Krankenhausaufenthalt für maximal 28 Tage aus der eigenen Tasche zahlen. Diese und weitere Kosten lassen sich durch eine private Krankenhaustagegeld-Versicherung abdecken. Der Versicherte erhält dabei für jeden Tag, den er als Patient stationär in der Klinik verbringt, einen vorher vereinbarten, festen Geldbetrag zur freien Verfügung ausbezahlt.

In vielen Krankenhäusern werden diverse Wahlleistungen wie Einzel- statt Mehrbettzimmer und/oder die Behandlung durch den Chefarzt für gesetzlich Krankenversicherte gegen einen Aufpreis angeboten. Die Mehrkosten für eine solche möglichst komfortable Unterbringung und individuelle Betreuung muss der gesetzlich Versicherte jedoch selbst bezahlen, da die gesetzliche Krankenkasse dies in der Regel nicht übernimmt. Mit einer privaten Krankenhaus-Zusatzversicherung lassen sich jedoch auch solche Kosten mit absichern.

Weitere News zum Thema

  • Hilfreiche Informationen zum Thema Demenz

    [] (verpd) Aktuell leben hierzulande rund 1,6 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis 2050 werden es nach Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rund drei Millionen sein. Zwei Bundesministerien, aber auch diverse Verbände erklären in Webportalen und Broschüren, was für Betroffene und deren Angehörige nach einer solchen Diagnose wichtig ist. mehr

  • Zecken: Eine tödliche Gefahr in Wald und Wiesen

    [] (verpd) Bereits im Februar und März dieses Jahres war es schon wieder so warm, dass die kleinen Blutsauger aktiv wurden. Wer glaubt, dass Zecken dabei nur im Wald lauern, der irrt, denn der Lebensraum beginnt, wie eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der eigenen Haustüre, nämlich im eigenen Garten – und das sogar in Gärten, die in städtischem Umfeld liegen. Grund genug, sich zu schützen. mehr

  • Für Männer ab 65: Bauchaorten-Aneurysma-Check

    [] Albert Einstein, Thomas Mann, Charles de Gaulle – sie alle sollen an einem Riss ihres Bauchaorta-Aneurysmas gestorben sein. Eine neue Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 65 soll diese tödliche Gefahr eindämmen. mehr

  • Worauf Eltern achten sollten, damit ihr Kind gesund bleibt

    [] (verpd) Ein Internetangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) liefert umfassende Informationen und Tipps für die gesunde Entwicklung von Kindern. Zielgruppe dieser Informationen sind alle Eltern, aber auch Personen, die mit Kindern im Alter bis zu sechs Jahren zu tun haben. mehr

  • Zu müde zum Erholen: Wenn die Grenze überschritten ist

    [] (verpd) Ein Acht-Stunden-Arbeitstag ist eine gesunde Basis. Wer länger arbeitet, muss um die zehnte Stunde herum mit einem Leistungsknick rechnen. Eine angestaute Ermüdung nach zu langer Arbeit verhindert den Erholungseffekt der Freizeit. Wer jahrelang 50 Stunden oder länger pro Woche arbeitet, setzt seine physische und psychische Gesundheit aufs Spiel. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.