Krankengeld: Welchen Zuschuss darf der Arbeitgeber zahlen?

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Das Krankengeld der gesetzlichen Sozialversicherung ist eine, verglichen mit dem Arbeitslosengeld, relativ gut ausgestattete Sozialleistung.

Es fällt allerdings in der Regel mindestens 10 % niedriger aus als das zuvor ausgezahlte Nettoentgelt. Daher stellt sich die Frage: Darf der Arbeitgeber Zuschüsse zum Krankengeld leisten? Das dürften sich natürlich insbesondere Arbeitnehmer fragen, die im Rahmen des Hamburger Modells nach längerer Krankheit über eine Teilzeitarbeit wieder in ihren Job einsteigen und in dieser Zeit der stufenweisen Wiedereingliederung weiterhin Krankengeld erhalten.

Zuschüsse zum Krankengeld sind in manchen Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträgen geregelt. Zum Teil hängt es von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. So regelt der Manteltarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie Südbaden, dass für Beschäftigte nach 5-jähriger Tätigkeit im selben Unternehmen bereits für einen Monat ein solcher Zuschlag gezahlt wird, nach 10-jähriger Betriebszugehörigkeit für einen weiteren Monat.

Im Zweifelsfall sollten Sie sich bei der Personalabteilung bzw. – falls vorhanden – bei Ihrem Betriebs- oder Personalrat nach einem solchen Zuschuss erkundigen.

Doch häufig fehlen solche Regelungen. Gerade Arbeitnehmer, die nach längerer Krankheit über eine stufenweise Wiedereingliederung wieder in den Job zurückkehren, können gegenüber ihrem Arbeitgeber dann gute Argumente anführen für einen Zuschuss zum Krankengeld, auf das sie im Prinzip während der Wiedereingliederung Anspruch haben. Wichtig ist daher: Wie sieht eigentlich die Rechtslage aus? Was darf ein Arbeitgeber zahlen, ohne dass der Krankengeld-Anspruch gefährdet ist? Da gerade in kleineren Betrieben Unternehmer bzw. Personalabteilungen die gesetzlichen Regelungen hierzu nicht kennen, werden sie im Folgenden Schritt für Schritt dargestellt:

Hierzu findet sich zunächst eine Regelung in § 49 SGB V zum Ruhen des Krankengeldanspruchs. Der Anspruch auf Krankengeld ruht danach, soweit und solange Versicherte beitragspflichtiges Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen erhalten. Ausgenommen ist dabei ausdrücklich einmalig gezahltes Arbeitsentgelt, also etwa das 13. Monatsgehalt.

Damit fällt das Krankengeld weg, sobald ein Arbeitsunfähiger von seinem Arbeitgeber beitragspflichtiges Arbeitsentgelt erhält. Wann aber ist zusätzlich gezahltes Arbeitsentgelt beitragspflichtig? Dies regelt § 23c des vierten Sozialgesetzbuchs. Danach sind Arbeitgeberzuschüsse zum Krankengeld (aber auch zum Krankentagegeld einer privaten Krankenversicherung) in gewissem Rahmen nicht beitragspflichtig. Dies gilt immer dann, wenn die Zuschüsse und das Krankengeld zusammen das vorher bezogene Nettoarbeitsentgelt nicht um mehr als 50,00 € im Monat übersteigen.

Beitragspflicht ist abhängig von der Zuschusshöhe

Das bedeutet: Die vom Arbeitgeber zusätzlich gezahlten Beträge sind erst beitragspflichtig, wenn sie die Freigrenze in Höhe von Nettolohn plus 50,00 € übersteigen. Und – wichtiger für die Betroffenen – ab diesem Moment ruht dann auch der Krankengeld-Anspruch.

Beispiel:

Vor Ihrer Krankheit haben Sie bei einem Bruttoarbeitsentgelt von 3.000,00 € monatlich netto 2.165,00 € erhalten. Als Krankengeld erhalten Sie monatlich 1.856,00 €. Die Luft zwischen Krankengeld und Nettogehalt beträgt 309,00 €. Der Arbeitgeber darf nochmals 50,00 € drauflegen. Sie dürfen damit zusätzlich zum Krankengeld vom Arbeitgeber noch gut 360,00 € erhalten. Dieser Betrag ist nicht beitragspflichtig und steht auch Ihrem Krankengeldanspruch nicht entgegen.

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