Kostenschutz für Reisende im Krankheitsfall

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(verpd) Die gesetzlichen Krankenkassen sind für Behandlungskosten im Ausland in vielen Fällen nicht zuständig.

Und auch wenn ein gesetzlicher Versicherungsschutz besteht, handelt es sich in der Regel um eine Grundversorgung. Eine notwendige medizinische Behandlung kann daher auch hier teuer werden. Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist daher die wichtigste private Zusatzversicherung für Reisen außerhalb Deutschlands und wird auch vom Bundesministerium für Gesundheit empfohlen.

Zwar haben Reisende in vielen Staaten der Europäischen Union (EU) und wenigen anderen im Rahmen eines mit diesen Ländern abgeschlossenen Sozialversicherungs-Abkommens einen Schutz durch die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Allerdings handelt es sich hier oft nur um eine Grundversorgung, die nicht mit der Absicherung im Krankheitsfall in Deutschland vergleichbar ist. Das bedeutet, dass der Reisende bei einer ärztlichen oder stationären Behandlung diverse Kosten selbst bezahlen muss. Zudem gibt es viele typische Reiseländer wie Australien, Brasilien, China, Indien, Japan, Kanada und USA, die hinsichtlich der Krankenversicherung kein Sozialversicherungs-Abkommen mit Deutschland abgeschlossen haben. Hier muss der Reisende alle Krankheitskosten selbst tragen.

Gesetzliche Leistungen mit Lücken

Doch auch wenn ein Sozialversicherungs-Abkommen mit einem Land besteht, hat der Reisende durch die deutsche GKV nur Anspruch auf solche Leistungen, die auch die Bürger des jeweiligen Landes durch eine dort bestehende gesetzliche Krankenversicherung erhalten würden. In vielen Ländern sind zum Beispiel hohe Zuzahlungen oder Selbstbeteiligungen für die Behandlung beim Arzt und/oder im Krankenhaus vorgeschrieben.

Diese werden im Gegensatz zu Deutschland nicht von der dortigen gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, weshalb diese Kosten den Reisenden, die in einem solchen Land eine medizinische Behandlung benötigen, auch nicht von der deutschen GKV erstattet werden.

Des Weiteren muss ein Kranker im Ausland oftmals diverse Kosten für eine ärztliche oder stationäre Behandlung im Voraus bar bezahlen, selbst wenn er die heimische Krankenversicherungs-Karte und damit die auf der Rückseite integrierte Europäische Krankenversicherungs-Karte (EHIC) vorzeigt. Auch ein Krankenrücktransport aus dem Ausland in die Bundesrepublik wird in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Auslandsreise-Krankenversicherung von offiziellen Stellen empfohlen

Die Merkblätter „Urlaub im Ausland“, herunterladbar beim GKV-Spitzenverband, informieren darüber, was in den einzelnen Ländern versichert ist und was nicht, also auch nicht zum Versicherungsumfang im Rahmen des Sozialversicherungs-Abkommens gehört.

In den Merkblättern wird Reisenden ausdrücklich der Abschluss einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung empfohlen, um dem hohen Kostenrisiko im Falle einer notwendigen medizinischen Behandlung im Ausland zu entgehen.

Eine solche Police bietet im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung einen deutlich umfassenderen Versicherungsschutz.

Von Rücktransportkosten bis hin zu teuren Operationen

Zum Beispiel ist in einer solchen Police üblicherweise auch ein Rücktransport nach Deutschland bei medizinischer Notwendigkeit abgedeckt. Je nach Vertragsvereinbarung werden durch die Auslandsreise-Krankenversicherung unter anderem die Behandlungskosten, die ein Versicherter im Ausland nach Krankheit oder Unfall aus der eigenen Tasche bezahlt hat, erstattet. Wichtig dabei ist, dass der Versicherte diese Kosten durch entsprechende Quittungen belegen kann.

In vielen Fällen ist es auch möglich, dass Ärzte oder Krankenhäuser direkt mit dem privaten Krankenversicherer abrechnen. Dies ist besonders wichtig bei notwendigen teuren Operationen oder längeren Krankenhausaufenthalten, die leicht einen fünf- bis sechsstelligen Betrag kosten können. Die Versicherten erhalten dazu vom Versicherer für jedes Land entsprechende Anlaufstellen und Telefonnummern, um eine schnelle Behandlung unbürokratisch und ohne Vorauszahlung zu gewährleisten.

Welche ärztlichen Leistungen von einer Auslandsreise-Krankenversicherung übernommen werden, hängt vom vereinbarten Versicherungsumfang ab. Beispielsweise können die Kosten für Arznei- und Verbandmittel sowie für Heil- und Hilfsmittel, aber auch für bestimmte Naturheilverfahren, für eine Röntgendiagnostik sowie Wegegebühren zum nächstgelegenen Arzt miteingeschlossen werden. Bei Sehhilfen und Zahnbehandlungen werden oft limitierte Höchstbeträge oder anteilige Behandlungskosten erstattet.

Einzel- oder Jahrespolice

Prinzipiell müssen die medizinischen Behandlungen aufgrund unvorhergesehener gesundheitlicher Probleme notwendig werden, damit Versicherungsschutz besteht. Im Voraus geplante Operationen oder Heilbehandlungen, die der Grund für die Reise waren, sind somit in der Regel nicht versichert. Nicht übernommen werden zum Beispiel die Kosten für Schönheitsoperationen, die geplanterweise im Ausland durchgeführt werden sollen.

Die Auslandsreise-Krankenversicherungen werden als Einzelpolice für eine bestimmte Reise oder auch als Ganzjahrespolice angeboten. Wer regelmäßig ins Ausland reist, für den empfiehlt sich eine Ganzjahrespolice. Damit sind alle Reisen – sofern die einzelne Reise je nach Vertragsvereinbarung beispielsweise nicht länger als sechs oder acht Wochen dauert – automatisch versichert, ohne dass man sich vor jedem Urlaub darum kümmern muss.

Dauert eine einzelne Reise länger, muss dies meist gesondert mit dem Versicherer vereinbart werden, damit Versicherungsschutz besteht. Wissen sollte man auch, dass dienstliche Reisen nicht in jeder Auslandsreise-Krankenversicherung abgesichert sind. Daher ist darauf zu achten, dass der zutreffende Reisezweck – also ob Privat- oder Geschäftsreise – auch im Vertrag mitversichert ist.

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