Kostenschutz für einen Notfall in den Bergen

Kostenschutz für einen Notfall in den Bergen

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(verpd) Die Bergwacht Bayern hat jährlich rund 12.000 Rettungs-, Such- und sonstige Hilfseinsätze.

In Österreich absolvieren die dortigen Bergretter jedes Jahr rund 7.000 und in der Schweiz rund 5.000 Notfalleinsätze. Was viele Bergbegeisterte jedoch nicht wissen, nicht jeder Bergungs- und Rettungseinsatz wird auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Kosten bleiben dann beim Gesuchten oder Verunfallten hängen.

Je nach Ort, Grund und notwendiger Einsatzart der Bergrettung werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen oder auch nicht. Ob die GKV die Rettungs- und Bergungskosten übernimmt, ist unter anderem davon abhängig, ob sich der Unfall im In- oder Ausland ereignet hat. Ein weiteres Kriterium ist beispielsweise, ob es sich um eine Rettung oder eine Bergung handelt und mit welchem Transportmittel die Rettung erfolgte.

Problemfall Bergung

In Deutschland ist die Kostenbeteiligung bei der Bergrettung zwischen den Leistungserbringern wie der Bergwacht und den gesetzlichen Krankenkassen vertraglich geregelt. Die anfallenden Rettungskosten werden hierzulande, egal ob ein Krankenwagen oder ein Hubschrauber zur Rettung eingesetzt wurde, normalerweise von der GKV übernommen. Kann ein Verunfallter nur mit dem Hubschrauber und nicht mit dem Rettungswagen transportiert werden, um seine Gesundheit nicht weiter zu gefährden, zählt dies auch als Rettung.

Anders verhält es sich, wenn sich der Verunglückte in einem unwegsamen Gelände befindet, das nicht mit dem Rettungswagen angefahren werden kann. Wird der Hubschrauber nur infolge des schwer zugänglichen Geländes benötigt, um den Verletzten beispielsweise zur nächsten Talstation abzutransportieren, obwohl medizinisch auch ein Rettungswagen ausgereicht hätte, handelt es sich hier um eine Bergung.

Zwar beteiligen sich die Krankenkassen bei einer Bergung üblicherweise an den Kosten, doch die Höhe der Beteiligung ist vom Ausmaß des Einsatzes abhängig.

Eine Bergrettung im Ausland kann kostspielig werden

Der Leistungsanspruch für GKV-Versicherte beschränkt sich zwar in erster Linie auf Deutschland, durch zwischenstaatliche Abkommen ist jedoch auch eine Kostenübernahme in EU-Ländern und unter anderem in der Schweiz möglich. Ist eine Bergrettung oder Bergung im Ausland notwendig, richtet sich der Kostenersatz nach dem dort geltenden Landesrecht.

Wie der GKV-Spitzenverband in einem Merkblatt für Urlauber in Österreich mitteilt, werden beispielsweise dort die Kosten für eine Bergung und für eine Beförderung vom Berg bis ins Tal grundsätzlich nicht übernommen. Dies gilt nicht nur für mögliche Einsätze per Hubschrauber, sondern auch für die Rettung per Akia oder Schneemobil. Der Grund: Die österreichischen Rechtsvorschriften schließen eine Kostenübernahme in diesen Fällen aus.

In der Schweiz gelten ähnliche Regelungen wie in Österreich. Des Weiteren wird hier selbst im Falle einer Bergrettung, auch bei einem medizinisch unbedingt notwendigen Hubschraubereinsatz, grundsätzlich nur die Hälfte der Kosten und maximal 5.000 Schweizer Franken (rund 4.700 €) pro Jahr übernommen.

Gesetzliche Absicherungslücken

Auf der Webseite des GKV-Spitzenverbandes können für diverse Urlaubsländer Merkblätter kostenlos heruntergeladen werden.

In keinem Urlaubsland besteht im Übrigen ein Anspruch darauf, dass die GKV die Kosten für einen Krankenrücktransport aus dem Ausland nach Deutschland übernimmt.

Der GKV-Spitzenverband rät in den Merkblättern allen Urlaubern generell zum Abschluss einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung. Als Begründung wird angegeben, dass die gesetzliche Krankenversicherung nicht alle Krankheitskosten bei einem Auslandsaufenthalt abdeckt. Konkret ist hier zu lesen: „Wir empfehlen Ihnen daher dringend den Abschluss einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung“.

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