Kosten für Hilfsmittel werden deutlich steigen

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(verpd) Auch wenn die Ausgaben für Heil- und Hilfsmittel von 2012 auf 2013 nur moderat angestiegen sind, zeigt sich seit 2007 ein großer Kostenzuwachs von über 23 Prozent. Das zeigt der Heil- und Hilfsmittelreport 2014 der gesetzlichen Krankenkasse Barmer GEK. Besonders viel Geld fließt in die Physiotherapie.

Steigende Kosten erwarten die Studienautoren aufgrund des demografischen Wandels, insbesondere im Bereich der Hilfsmittel wie Hör- oder Sehhilfen, Rollatoren oder Rollstühle.

Seit 2007 sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Heil- und Hilfsmittel stark angestiegen. Lagen die Kosten für Heilmittel vor sieben Jahren noch bei 3,91 Milliarden Euro, waren es 2013 bereits 5,26 Milliarden Euro (plus 34,5 Prozent). Bei den Hilfsmitteln gab es einen Anstieg von 5,52 Milliarden auf 6,80 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus um 23,2 Prozent. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen Heil- und Hilfsmittel-Report der Barmer GEK, einer gesetzlichen Krankenkasse, hervor, der jüngst vorgestellt wurde.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verzeichneten die Krankenkassen bei Heilmitteln, also etwa der Physiotherapie oder Logopädie, Zuwächse von 7,1 Prozent. Bei der Barmer GEK waren die Ausgaben in diesem Sektor um 4,1 Prozent gestiegen. Bei den Hilfsmitteln wie Krankenbetten oder Hörgeräten waren die Ausgaben im ersten Halbjahr 2014 bei allen Kassen um 9,5 Prozent und bei der Barmer GEK sogar um 10,8 Prozent nach oben geschnellt.

Demografischer Wandel wirkt sich aus

„Der Vergleich der Ausgaben pro Versichertem zwischen der Barmer GEK und GKV insgesamt zeigt höhere Werte in der Barmer GEK. Dies gilt auch für die Anzahl von Rezepten (Belegen) pro Versichertem. Dies könnte an dem hohen Anteil von Frauen und der relativ älteren Versichertenpopulation gegenüber der GKV liegen“, mutmaßen die Autoren.

Für die kommenden Jahre erwarten die Studienautoren, dass aufgrund des demografischen Wandels insbesondere die Kosten für Hilfsmittel weiter ansteigen. „So ist mit einem starken Zuwachs der Ausgaben für Hilfsmittel wie Hör- oder Sehhilfen, Rollatoren oder Rollstühle zu rechnen, da diese Leistungen vor allem in höherem Lebensalter notwendig werden“, heißt es im Report.

Physiotherapie verursacht hohe Kosten

Der größte Ausgabenposten der Barmer GEK mit ihren rund neun Millionen Versicherten war 2013 im Bereich Heilmittel die Physiotherapie. Für die 1,76 Millionen Versicherten wurden 2013 insgesamt 539,8 Millionen Euro ausgegeben, ein Zuwachs um 3,3 Prozent je Leistungsversicherten gegenüber 2012. Ergotherapie erhielten 103.000 Versicherte, dafür entstanden Kosten von 99,8 Millionen Euro (plus 2,5 Prozent).

Im Bereich der Hilfsmittel ging das meiste Geld an Orthopädiemechaniker und Bandagisten. Für ihre Leistungen wurden rund 406 Millionen Euro (plus 4,75 Prozent gegenüber 2012) gezahlt. 73,3 Millionen Euro wurden für Leistungen von Orthopädieschuhmachern aufgewandt (plus acht Prozent). Die Ausgaben für Hörgeräteakustiker stiegen um 3,33 Prozent auf 70 Millionen Euro.

Regionale Unterschiede bestehen weiter

Wie schon im vergangenen Jahr, zeigt auch der aktuelle Report wieder deutliche regionale Unterschiede. Beispielsweise weist Sachsen-Anhalt bei den Hilfsmitteln mit 206 Leistungsempfängern je 1.000 Versicherte den niedrigsten Versorgungsanteil auf. Das Saarland verfügt mit 235 Leistungsversicherten über den höchsten Anteil.

Auch bei den Heilmitteln gab es regionale Unterschiede, wie die Autoren am Beispiel Physiotherapie verdeutlichen: „Während der Anteil von Verordnungen zur physiotherapeutischen Indikationsstellung im Saarland und in Nordrhein-Westfalen bei 53 Prozent und 54 Prozent lag, erreichte dieser Anteil in Sachsen und Sachsen-Anhalt Werte von 94 Prozent und 87 Prozent.“

Schutz vor unkalkulierbaren Kosten

Da gesetzlich krankenversicherte Patienten für viele Hilfs- und Heilmittel einen hohen Kostenanteil selbst übernehmen müssen, bedeutet eine Kostensteigerung auch eine höhere Belastung für den Einzelnen. Daher ist es für gesetzlich Krankenversicherte sinnvoll, sich vor unkalkulierbaren Kosten im Krankheits-, aber auch im Pflegefall mit einer entsprechenden privaten Krankenzusatz-Versicherung Kosten zu schützen. Ein solcher Versicherungsvertrag kann das Kostenrisiko, das ein Patient normalerweise selbst tragen müsste, abfedern.

Derartige Ergänzungspolicen gibt es beispielsweise für Leistungen im Bereich Zahnarzt und Zahnersatz, Heilpraktiker, Brillen sowie für den Eigenanteil von verordneten Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmitteln. Aber auch bei stationären Behandlungen lassen sich Wunschleistungen wie Einzelzimmer-Unterbringung oder Chefarztbehandlung mit einer Zusatzabsicherung verwirklichen.

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