Kontroverse Diskussion um KV-Beitragssatz

 - 

Langsam wird es ernst mit der großen Gesundheitsreform und die ersten Kämpfe um den Gesundheitsfonds zeigen Wirkung.

Experten aus dem Krankenkassenlager befürchten einen einheitlichen Beitragssatz von 15,2 Prozent bis 15,8 Prozent oder sogar noch höher. Das Bundesgesundheitsministerium dementierte diese Prognosen. Der Satz werde deutlich unter 15,8 Prozent liegen. Wie groß "deutlich" ist, blieb offen.

Zur Erinnerung: Der Gesundheitsfonds sieht einen einheitlichen Beitragssatz für alle Kassen vor. Im November legt das Bundesgesundheitsministerium fest, wie hoch der Beitragssatz sein wird. Im Jahr 2009 soll der so festgesetzte Satz die Ausgaben zu 100  Prozent finanzieren. Derzeit ist noch völlig offen, was genau bei der jeweiligen Kasse ankommt. Ihre Krankenkasse bekommt nämlich nicht den Beitrag, den Sie abführen. Vielmehr wird über ein kompliziertes Verfahren (Risikostrukturausgleich = RSA) der Beitrag an die Kasse verteilt. Basis für die Verteilung ist das Alter, das Geschlecht und die Gesundheit der Kassenmitglieder.

Gefahr: Insbesondere für Mitglieder von Krankenkassen, die heute einen günstigen Beitragssatz anbieten, wird die Krankenversicherung ab 1.1.2009 teurer. Ein Ausweichen auf günstigere Kassen ist dann nicht mehr möglich.

Beispiel

Wenn Sie heute einen Beitragssatz von 13,0  Prozent zahlen, dann entspricht das bei einer Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3.600 Euro einem monatlichen Beitrag von 468 Euro. Davon zahlen Sie als Angestellter etwas mehr als die Hälfte. Steigt der Beitragssatz auf 15,5 Prozent, so erhöht sich die Beitragsbelastung auf 558 Euro. Ihr selbst zu tragender Anteil erhöht sich um 540 Euro jährlich. Eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze und der zusätzliche Arbeitnehmerbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Noch stärker trifft es freiwillig versicherte Rentner und Selbstständige sowie Rentner mit Betriebsrenten. Dieser Personenkreis muss einen Teil seiner Beiträge (auf alle Einkommensteile, die nicht Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind) vollständig selbst tragen. 1.000 Euro Betriebsrente werden im obigen Beispiel mit 20 Euro monatlich zusätzlich belastet.

Wer im Jahr 2009 oder später eine Direktversicherung ausgezahlt bekommt, dessen Auszahlungsbetrag wird ebenfalls mit dem hohen Beitragssatz belastet. Bei einem angenommenen Beitragssatz von 15,5 Prozent und einem Pflege-Beitragssatz von 1,95  Prozent gehen Ihnen fast 17,5 Prozent des Auszahlungsbetrags verloren. Bei einer Ablaufleistung von 100.000 Euro sind das über 17000 Euro Verlust.

Weitere News zum Thema

  • Hilfreiche Informationen zum Thema Demenz

    [] (verpd) Aktuell leben hierzulande rund 1,6 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis 2050 werden es nach Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rund drei Millionen sein. Zwei Bundesministerien, aber auch diverse Verbände erklären in Webportalen und Broschüren, was für Betroffene und deren Angehörige nach einer solchen Diagnose wichtig ist. mehr

  • Zecken: Eine tödliche Gefahr in Wald und Wiesen

    [] (verpd) Bereits im Februar und März dieses Jahres war es schon wieder so warm, dass die kleinen Blutsauger aktiv wurden. Wer glaubt, dass Zecken dabei nur im Wald lauern, der irrt, denn der Lebensraum beginnt, wie eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der eigenen Haustüre, nämlich im eigenen Garten – und das sogar in Gärten, die in städtischem Umfeld liegen. Grund genug, sich zu schützen. mehr

  • Für Männer ab 65: Bauchaorten-Aneurysma-Check

    [] Albert Einstein, Thomas Mann, Charles de Gaulle – sie alle sollen an einem Riss ihres Bauchaorta-Aneurysmas gestorben sein. Eine neue Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 65 soll diese tödliche Gefahr eindämmen. mehr

  • Worauf Eltern achten sollten, damit ihr Kind gesund bleibt

    [] (verpd) Ein Internetangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) liefert umfassende Informationen und Tipps für die gesunde Entwicklung von Kindern. Zielgruppe dieser Informationen sind alle Eltern, aber auch Personen, die mit Kindern im Alter bis zu sechs Jahren zu tun haben. mehr

  • Zu müde zum Erholen: Wenn die Grenze überschritten ist

    [] (verpd) Ein Acht-Stunden-Arbeitstag ist eine gesunde Basis. Wer länger arbeitet, muss um die zehnte Stunde herum mit einem Leistungsknick rechnen. Eine angestaute Ermüdung nach zu langer Arbeit verhindert den Erholungseffekt der Freizeit. Wer jahrelang 50 Stunden oder länger pro Woche arbeitet, setzt seine physische und psychische Gesundheit aufs Spiel. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.