Kliniklotse im Internet

 - 

Sie suchen ein Krankenhaus für eine anstehende Operation? Wie finden Sie das richtige Haus? Fragen Sie Ihren Arzt? Fragen Sie Ihre Bekannten und Freunde? Sicher bekommen Sie jede Menge individuell »gefärbte« Empfehlungen. Für eine objektivere Information soll der Klinik-Lotse sorgen. Im Internet finden Sie unter der Adresse www.klinik.lotse.de die Qualitätsberichte von über 2.000 (!) Krankenhäusern. Die Krankenhäuser sind seit diesem Jahr verpflichtet, einen Qualitätsbericht zu veröffentlichen und diesen mindestens alle zwei Jahre zu aktualisieren (§ 137 Sozialgesetzbuch V). Die Berichte sind strukturiert und enthalten eine Fülle von Daten. Sie müssen aber einen Internetzugang haben, ansonsten sind die Daten nicht verfügbar.

Wie findet man sich dort zurecht?
Sie haben mehrere Suchmöglichkeiten:
  • nach Bundesländern, bundesweit, nach Postleitzahl oder um einen Ort herum
  • Sie können ein Stichwort eingeben, z. B. Hüfte
  • detaillierte Suche, beispielsweise nach Ausstattung, Fallzahlen (also z. B. nach einer Mindestanzahl von Eingriffen)
  • nach DRGs, das sind Bezeichnungen für bestimmte Diagnosen
  • nach Therapien und Fachbereichen
Eigentlich findet man alles. Aber gerade bei der Fülle fällt die Suche schwer. Bei einigen Begriffen sollte man sich aber auskennen, sonst hilft einem die Auswahl wenig. Oder wissen Sie, wofür ein Angiographiegerät benötigt wird? Wir auch nicht, werden es aber für Sie recherchieren! Nicht jeder kennt sich in der medizinischen Fachsprache aus. Dafür gibt es ein sehr umfangreiches, alphabetisch sortiertes Glossar, in dem viele Begriffe in Umgangssprache übersetzt sind.

Wenn Sie die Suche starten, dann bekommen Sie eine Auswahl von Krankenhäusern, die Ihre Suchkriterien erfüllen. Das kann in Abhängigkeit von den Suchkriterien ein Krankenhaus sein, eventuell aber auch 200. Für diese Krankenhäuser können Sie dann den Qualitätsbericht ansehen oder herunterladen. Die Berichte sind alle ähnlich strukturiert, aber inhaltlich nicht alle von gleicher Qualität, so das Ergebnis einer Stichprobe. Die Berichte haben Umfänge zwischen 40 und 80 Seiten. Wenn Sie zehn Krankenhäuser »begutachten« wollen, haben Sie ganz schön zu tun.

Was finden Sie in dem Qualitätsbericht?
Neben den allgemeinen Daten, also wo sich das Krankenhaus befindet, wer Träger ist, Kommunikationsdaten usw., finden Sie alle vorhanden Abteilungen, Informationen zur Bettenzahl, Personal (Anzahl und Qualifikation), wie viele Fälle von welcher Diagnose behandelt wurden. Einige Häuser veröffentlichen auch Vergleichszahlen wie Anzahl der Fälle oder Mortalitätsraten (Sterblichkeit) im Vergleich zum Durchschnitt der Krankenhäuser insgesamt. Allerdings ist die Beurteilung, ob die Zahlen gut oder schlecht sind, für den Nicht-Fachmann nicht einfach.

Beispiel
Ein Krankenhaus weist eine doppelt so hohe Sterberate bei Krebsbehandlung auf wie der Durchschnitt. Aus den Berichten geht nicht hervor, warum das so ist. Ein Haus, das beispielsweise überwiegend Schwerstfälle im Endstadium behandelt, wird natürlicherweise höhere Sterberaten aufweisen.

Die wichtigsten Informationen, die Sie durch die einfache Suche erlangen, sind:
  • Führt das Krankenhaus eine bestimmte Behandlung durch?
  • Wie oft werden diese Eingriffe vorgenommen? Motto: Wer viele Fälle behandelt, hat entsprechend mehr Erfahrung.
  • Wer ist Chef der Abteilung? Sie könnten so nachfragen, ob er bekannt ist. Im Volksmund: Handelt es sich um eine »Kapazität«?
Wollen Sie tiefer gehen, so brauchen Sie mehr Grundwissen. Beispielsweise gibt es Übersichten der jeweils 30 oder 10 Top-DRGs oder Listen nach ICD10-Code sortiert. Was ist das, werden Sie fragen?
DRG (=Diagnosis Related Groups) sind die festgelegte Behandlungsfälle. Danach rechnen beispielsweise die Krankenhäuser mit den Kassen ab.
Mit dem so genannten ICD-Code (International Classification of Diseases) werden international einheitlich Krankheiten und verwandte Gesundheitsprobleme kodiert. Ärzte sind verpflichtet, ihre Dokumentation mittels der ICD-Codes zu führen.
Mittels dieser Information können Sie sehr viel genauer Ihr spezielles Krankheitsproblem suchen – und hoffentlich finden.

Welches Fazit kann man aus der ersten Begutachtung ziehen?
Wer eine Operation planen muss, kann sich hier unfangreich informieren. Ob die Information gut und hilfreich ist, hängt vom Einzelfall ab. Ohne Beratung mit dem eigenen Arzt ist die Beurteilung sicher nicht einfach, wenn nicht gar unmöglich.
In Akutfälle halten wir die Informationen für weniger geeignet, da die schnelle Beurteilung eigentlich nicht möglich ist.
Positiv ist die Möglichkeit, Krankenhäuser miteinander vergleichen zu können. Das ist zwar wegen des Umfangs der Informationen etwas aufwendig, aber in Grenzen machbar. So kann man zum Beispiel einen Personalschlüssel aus Personalzahl und Bettenzahl bilden und so sehen, welche Betreuung Sie erwarten können.

Wir werden das Thema weiter verfolgen und sehen, welche Such- und Prüfstrategien man mit dem System verfolgen kann.

Weitere News zum Thema

  • Die häufigsten Ursachen, warum Bürger zum Arzt gehen

    [] Statistisch gesehen nimmt fast jeder Bürger im Laufe des Jahres eine ambulante ärztliche Versorgung in Anspruch, was unter anderem auch auf die empfohlenen jährlichen Gesundheits-Untersuchungen wie Krebs-Früherkennungs-Maßnahmen zurückzuführen ist. Doch es gibt noch zahlreiche andere Gründe und Leiden, warum Bürger einen Arzt konsultierten, wie eine Studie einer Krankenkasse zeigt. mehr

  • Vor welchen Krankheiten sich die meisten fürchten

    [] Die Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich gesund. Zwar haben viele Angst, insbesondere an schweren Leiden wie Krebs oder Alzheimer zu erkranken, doch diese Furcht ist im Laufe der letzten Jahre zurückgegangen. Allerdings hat auch das eigene Engagement für einen gesunden Lebensstil abgenommen. Das sind einige Ergebnisse einer aktuellen Befragung, die im Auftrag einer gesetzlichen Krankenkasse durchgeführt wurde. mehr

  • Ohne Lebensgefahr auf die Eisfläche

    [] Die Faszination eines zugefrorenen Gewässers ist für viele hoch, denn dann ist vieles möglich, von Wintersportaktivitäten unterschiedlichster Art bis hin zu einem einfachen Spaziergang auf der Eisfläche. Doch wer sich auf das Eis wagt, sollte wissen, wann es wirklich dick genug ist, dass es einen oder mehrere Personen trägt, aber auch was zu tun ist, wenn man selbst oder ein anderer einbricht. mehr

  • Mit heiler Haut durch den Winter

    [] Mit einer trockenen, spröden, geröteten Haut – oftmals verbunden mit Juckreiz, einem Spannungsgefühl und Schuppenbildung – haben in dieser Jahreszeit viele zu kämpfen. Mit der richtigen Pflege und dem richtigen Schutz lässt sich dies vermeiden. mehr

  • Hausapotheke kontrollieren und auffüllen

    [] Ein erstes leichtes Kratzen im Hals, tränende Augen oder ein plötzlich auftretender Schnupfen lassen sich dann schnell und effektiv bekämpfen, wenn man entsprechende Medikamente im Haus hat. Natürlich dürfen die Medikamente nicht überaltert sein, denn abgelaufene Arznei wirkt unter Umständen nur bedingt oder gar nicht mehr. Oder sie kann sogar gesundheitsschädlich sein. Grund genug, insbesondere vor der Erkältungssaison die Hausapotheke zu inspizieren. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.