Kein Krankentagegeld bei Berufsunfähigkeit

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Wer nicht mehr gesund wird, bekommt kein Krankengeld.

Immer wieder kommt es zu Rechtsstreitigkeiten über den Krankentagegeldanspruch von privat Krankenversicherten. Bei einem jüngst veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz ging es um die Abgrenzung von bloßer Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit.

Im zu entscheidenden Fall war der Versicherte – ein Trockenbauer – nach Leistenbrüchen und verschiedenen Leistenoperationen seit 1999 arbeitsunfähig geschrieben und erhielt ein tägliches Krankentagegeld in Höhe von 71,58 Euro. Anfang 2006 stellte der private Krankenversicherer die Zahlung ein.

Zu Recht, wie das OLG Koblenz (anders als die Vorinstanz) am 7.3.2008 entschied. Aufgrund der langen Erkrankung dränge sich der Verdacht auf, dass der Versicherte tatsächlich berufsunfähig sei. Und bei einer dauerhaften Berufsunfähigkeit müsse die Versicherung nicht zahlen.

Berufsunfähigkeit liege vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund im bisher ausgeübten Beruf "auf nicht absehbare Zeit mehr als zu 50 Prozent erwerbsunfähig" sei.

Laut diesem Urteil ist es nicht unbedingt erforderlich, dass die Berufsunfähigkeit auch ärztlich festgestellt sein muss. Vielmehr könnten auch bloße Indizien genügen, um die Einstellung der Zahlungen zu rechtfertigen (Az. 10 U 618/08). Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen.

Vorsorgetipp
Dieses Urteil macht einmal mehr deutlich, wie wichtig es für Erwerbstätige ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

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