Jeder Zweite hat Angst vor Demenz

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(verpd) Aktuell leben nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hierzulande rund 1,6 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Experten rechnen damit, dass sich die Anzahl bis 2050 sogar verdoppeln wird. Doch wann spricht man von Demenz?

Was kann der Einzelne tun, um sein Erkrankungsrisiko zu vermindern? Und welche finanziellen Hilfen stehen Betroffenen und deren Angehörige zu? Diese und andere Fragen klärt das Bundesministerium für Gesundheit ausführlich in seinem Webauftritt sowie in diversen Broschüren.

Eine vor Kurzem veröffentlichten Studie der gesetzlichen Krankenkasse DAK-Gesundheit kommt zu dem Ergebnis, dass 50 Prozent der Bürger Angst haben, an Demenz zu erkranken. Demenz ist somit nach Krebs – davor sorgen sich 68 Prozent – die am meisten gefürchtete Krankheit. Für die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Forsa eine bundesweite repräsentative Befragung von 3.500 Personen vorgenommen.

Demenz ist ein Oberbegriff für rund 50 Krankheiten, darunter auch Alzheimer, das mit rund 75 Prozent der an Demenz Erkrankten am häufigsten auftritt. Dabei sind die Symptome einer Demenz weitaus vielfältiger als viele glauben.

Typische Krankheitssymptome

Neben einer zunehmenden Vergesslichkeit treten in dem fortschreitenden Verlauf dieser Krankheit häufig Sprachschwierigkeiten sowie Störungen des Orientierungssinns und des Zeitgefühls auf.

Typisch sind auch Antriebslosigkeit, plötzliche Stimmungsschwankungen von Depressionen bis hin zu Aggressionen sowie Persönlichkeits-Veränderungen. Später können körperliche Symptome wie Unsicherheiten beim Gehen bis hin zur Bettlägerigkeit hinzukommen.

Die Diagnose Demenz bedeutet nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für deren Angehörige, die diese pflegen, eine große körperliche, physische und auch finanzielle Belastung. Je nach Ausprägung der Krankheit sind Erkrankte schon bei alltäglichen Tätigkeiten wie Essen und Körperpflege zunehmend auf die Unterstützung anderer angewiesen. Zudem erschweren oftmals emotionale Symptome der Erkrankten wie Depressionen oder Aggressionen sowie Gedächtnisstörungen das Zusammenleben.

Umfassende Informationen

Wer als Betroffener und/oder Angehöriger über die Krankheit, aber auch über die rechtlichen Angelegenheiten in diesem Zusammenhang, wie die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, Bescheid weiß, kann so manche Probleme im Vorfeld umgehen. Besonders ausführliche Informationen zum Thema Demenz enthält das eigens vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend dafür eingerichtete Webportal www.wegweiser-demenz.de.

Neben medizinischem Hintergrundwissen wie Präventionsmaßnahmen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten gibt es hier Tipps für Betroffene, wie sie trotz einer Demenzerkrankung solange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen können. Auch Angehörige und Betreuer finden hier Handlungs- und Verhaltensempfehlungen beispielsweise für Akutsituationen und zum alltäglichen Umgang mit einem Demenzerkrankten.

Das Webportal enthält außerdem umfassende Informationen zur Betreuung und Pflege, den möglichen gesetzlichen Leistungen, zum Beispiel von der gesetzlichen Pflegeversicherung, sowie zu den Rechten und Pflichten von Betroffenen und deren Angehörigen. Enthalten sind zudem zahlreiche Adressen von Selbsthilfegruppen, Pflegeeinrichtungen und Beratungsstellen.

Kostenlose Broschüren

Auch der Webauftritt des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) enthält Hintergrund-Informationen sowie Adressen über Informations- und Anlaufstellen zum Thema Demenz. Das BMG bietet zudem kostenlos den 2014 erschienenen 122-seitigen Ratgeber „Wenn das Gedächtnis nachlässt“ zum Download und zum Bestellen an. Die Broschüre enthält diverse Tipps zum Umgang mit Demenzkranken, wie man den Wohn- und Lebensraum für Demenzkranke funktionell gestaltet und was die pflegenden Angehörigen zu ihrer eigenen Entlastung tun können.

Außerdem wird erklärt, worauf man bei der Wahl eines passenden Alten- oder Pflegeheims achten sollte, wenn eine häusliche Pflege nicht infrage kommt. Die aktuell geltenden gesetzlichen Pflegeleistungen für Demenzerkrankte sind unter anderem in der Mitte 2015 erschienenen 28-seitigen Broschüre „Das Pflegestärkungsgesetz I – Informationen für Demenzkranke und ihre Angehörigen“ enthalten. Sie kann auf der Website des BMG heruntergeladen oder auch bestellt werden.

Eine Bestellung von diesen und weiteren Broschüren ist auch kostenlos unter der Telefonnummer 030 18 272 2721, einem Service der Bundesregierung, möglich. Da die gesetzliche Pflegeversicherung auch bei einer Demenzerkrankung nur einen Teil der Pflegekosten übernimmt, ist es nach Angaben des BMG sinnvoll, privat für den Fall der eigenen Pflegebedürftigkeit vorzusorgen. Die private Versicherungswirtschaft bietet hierzu diverse Produkte an, für die es auch steuerliche Vergünstigungen und zum Teil staatliche Zulagen gibt (Stichwort Pflege-Bahr).

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