Jeder Fünfte weiß nicht, dass er Bluthochdruck hat

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(verpd) Bluthochdruck gehört laut einer Auswertung einer gesetzlichen Krankenkasse zu der am häufigsten gestellten Diagnose von Ärzten. Doch die Zahl derjenigen, die davon betroffen sind, ist um einiges höher, da selbst ein gefährlich hoher Blutdruck oft keine eindeutigen Beschwerden verursacht, so dass Betroffene ahnungslos bleiben. Dabei ist ein festgestellter Bluthochdruck in der Regel gut behandelbar, was das Risiko, an einem Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen schwerwiegenden Leiden zu erkranken, deutlich senkt.

Im vorletzten Jahr stellten Ärzte hierzulande bei über 28 Prozent der Bevölkerung, das sind mehr als 23 Millionen Bürger, Bluthochdruck (Fachjargon: Hypertonie) fest. Das ist damit – noch vor Rückenschmerzen mit einem Anteil von rund 25 Prozent – die am häufigsten gestellte Diagnose. Vor rund sieben Jahren waren noch rund 21 Millionen Bürger und damit etwa 25 Prozent von Hypertonie betroffen, das heißt, immer mehr Menschen leiden daran. Dies zeigt eine vor Kurzem veröffentlichte Auswertung der gesetzlichen Krankenkasse Barmer.

Auch Studien wie des Robert Koch Instituts (RKI) und der Gesundheits-Berichterstattung des Bundes zeigen, das fast jeder dritte Erwachsene – bei den ab 65-Jährigen sind es sogar beinahe zwei Drittel der Senioren – Bluthochdruck hat. Allerdings weiß jeder fünfte Betroffene oft nichts von seinem Leiden. Hypertonie entwickelt sich nämlich meist schleichend und zuerst auch ohne eindeutige Beschwerden.

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Regelmäßige Kontrolle ist sinnvoll

„Oftmals bleibt ein zu hoher Blutdruck lange unbemerkt, da zunächst keine offensichtlichen Beschwerden auftreten. Schmerzen in Brust oder Kopf, Nasenbluten, Ohrensausen, Kurzatmigkeit und Schwindel können Warnsignale sein. Wer damit länger zu kämpfen hat, sollte seinen Blutdruck ärztlich kontrollieren lassen“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer.

Doch auch wenn man nicht an einem der genannten Symptome leidet, ist es grundsätzlich sinnvoll, seine Blutdruckwerte zu kennen. Da sich der Blutdruck oft auch mit steigendem Lebensalter ändert, raten Gesundheitsexperten, sich regelmäßig beim Arzt oder in der Apotheke den Blutdruck messen zu lassen beziehungsweise mit einem Blutdruckmessgerät selbst zu kontrollieren.

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Was bei der Blutdruckmessung gemessen wird

Prinzipiell werden bei der Blutdruckmessung folgende zwei Werte gemessen: der obere (systolische) Blutdruck, also der höchste Blutdruck, der durch die Herzmuskelkontraktion entsteht (Systole = Anspannungs- und Auswurfphase), und der untere (diastolische) Blutdruck, der vor der Herzmuskelkontraktion (Diastole = Entspannungs- und Füllungsphase) besteht.

Die Blutdruckwertangabe erfolgt in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg), wobei 1 mmHg dem Druck entspricht, der von einer Quecksilbersäule von einem Millimeter Höhe erzeugt wird. Nach der geläufigsten Definition liegt eine Hypertonie (Bluthochdruck) vor, wenn der systolische (obere) Blutdruckwert 140 mmHg und/oder der diastolische (untere) Wert 90 mmHg oder mehr beträgt.

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Tödliche Krankheiten durch Bluthochdruck

Eine Hypertonie gilt in der Regel durch Medikamente und/oder eine Umstellung der Lebensgewohnheiten als gut behandelbar. Bei einer unbehandelten Hypertonie besteht dagegen nach Angaben von Gesundheitsexperten ein erhöhtes Risiko, an einem lebensgefährlichen Herz-Kreislauf-Leiden wie einem Schlaganfall und Herzinfarkt, aber auch an Demenz sowie an Nieren- und/oder Augenleiden zu erkranken.

Nach Angaben des RKI im aktuellen Gesundheitsbericht des Bundes "entsteht eine Hypertonie durch das Zusammenwirken von Erbanlagen, Alter, Geschlecht und verschiedenen ungünstigen Ernährungs- und Lebensbedingungen. Dazu zählen Übergewicht, hoher Kochsalz- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Stress. Selten ist der Bluthochdruck die Folge von anderen Erkrankungen".

Präventive Maßnahmen

Der Einzelne kann mit einer gesunden Lebensweise und Ernährung sein Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, senken. Doch auch wer bereits unter Hypertonie leidet, kann damit zur Verbesserung seines Leidens beitragen. Gesundheitsexperten raten beispielsweise zu einer regelmäßigen Bewegung, wie dreimal wöchentlich einem Ausdauertraining von je 30 bis 45 Minuten. Gesund sind auch ein ausreichender und ungestörter Schlaf, der Verzicht auf Nikotin sowie das Vermeiden von Übergewicht und chronischem Stress.

Zu einer gesunden Ernährung gehören wenig Alkohol und Zucker, viel Gemüse, Vollkornprodukte, Salat, Obst, mindestens zweimal pro Woche Fisch, aber höchstens zwei- bis dreimal wöchentlich Fleisch. Zudem ist Raps- und Olivenöl den gehärteten Fetten wie Butter vorzuziehen. Experten empfehlen für einen gesunden Blutdruck zudem eine salzarme Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge pro Tag von mindestens 1,5 Liter kalorienfreien oder -armen Getränken wie Wasser oder ungesüßten Tees. Tipps zur gesunden Ernährung gibt es online beim Bundeszentrum für Ernährung.

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