GKV-VSG: Anspruch auf schnellere Behandlung und auf eine Zweitmeinung

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Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) bringt für Kassenpatienten vor allem zwei wesentliche Verbesserungen.

Der Referentenentwurf des "Gesetzes zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung" (GKV-VSG) liegt vor. Darin enthalten ist z.B. der gesetzliche Anspruch auf Einholung einer Zweitmeinung sowie die Verkürzung von Wartezeiten auf Facharzttermine durch Terminservicestellen.

Verbesserung der Ärzte-Infrastruktur

Der Referentenentwurf zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz beabsichtige, die Situation der Patienten auf dem Land zu verbessern und dem Überangebot in den Ballungsgebieten entgegenzuwirken, erläutert Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen e.V.

So solle die Einbeziehung der Krankenhäuser in die ambulante ärztliche Versorgung in strukturschwachen Gebieten helfen, die medizinische Versorgung dort sicherzustellen, wo sich künftig nicht mehr genug Ärzte in freier Praxis fänden. Umgekehrt sei die Umwandlung der bisherigen Kann-Regelung zum Praxisaufkauf in eine Soll-Vorgabe eine Chance, in überversorgten Regionen überflüssige Praxissitze abzubauen.

Anrecht auf Zweitmeinung gesetzlich verankert

Patienten haben künftig einen gesetzlichen Anspruch darauf, bei planbaren Eingriffen, wie z.B. Knie-Operationen, die Zweitmeinung eines anderen Facharztes einzuholen.

Wartezeiten auf vier Wochen begrenzt

Außerdem ist geplant, die Wartezeiten beim Facharzt auf maximal vier Wochen zu begrenzen. Bei der psychotherapeutischen Versorgung soll das Antrags- und Gutachterverfahren vereinfacht werden. Eine Sprechstunde soll den Patienten dabei helfen, ein für sie geeignetes Behandlungsangebot zu finden.

Regressverzicht bei Behandlungsfehlern durch Hebammen

Kritisch sehen die Ersatzkassen den Regressverzicht bei Behandlungsfehlern durch freiberufliche Hebammen. "Diese Regelung birgt ein unkalkulierbares Risiko für die gesetzliche Krankenversicherung, weil sie Begehrlichkeiten bei anderen Leistungserbringern wecken wird", kritisiert Elsner.

Zudem bemängeln die Ersatzkassen die Absicht, über eine Konvergenzregelung die Vergütung von Ärzten in einzelnen Bundesländern zu erhöhen, ohne das mit einem Mehrwert für die Versicherten und Patienten zu verknüpfen. Dadurch würde die Versorgung laut Elsner nicht verbessert, aber dennoch deutlich verteuert.

Quellen: Pressemitteilung des Verbands der Ersatzkassen e.V. (vdek), Referentenentwurf des "Gesetzes zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung" (GKV-VSG)

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