GKV: Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz bleibt bei 0,9 Prozent

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Gesetzlich Versicherte müssen im nächsten Jahr einen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von 0,9 % ihres Bruttogehalts bezahlen. Allerdings legt jede einzelne Krankenkasse einen speziellen Zusatzbeitrag fest. Der durchschnittliche Beitrag gilt lediglich für bestimmte Versicherte.

Aus der Differenz der prognostizierten Einnahmen und Ausgaben der GKV im kommenden Jahr (rund 11 Milliarden Euro ohne Berücksichtigung von Finanz-Reserven) ergibt sich ein durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in Höhe von 0,9 Prozent, der damit genauso hoch ist, wie der schon heute von allen Krankenkassen-Mitgliedern bezahlte Sonderbeitrag von 0,9 Prozent.

Wie hoch der individuelle Zusatzbeitragssatz einer Krankenkasse ab 2015 für ihre Mitglieder tatsächlich ausfällt, legt die jeweilige Krankenkasse selbst fest. Das richtet sich unter anderem danach, wie wirtschaftlich eine Krankenkasse arbeitet und ob die Krankenkasse vorhandene Finanz-Reserven im Sinne der Versicherten einsetzt.

Rund 20 Krankenkassen haben bereits öffentlich angekündigt, ihren Zusatzbeitragssatz unter 0,9 Prozent absenken und damit mehrere Millionen Mitglieder im Vergleich zu heute entlasten zu wollen.

Durch das GKV-FQWG (GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz) wird mit Wirkung zum 1.1.2015 ein neues System kassenindividueller einkommensabhängiger Zusatzbeiträge geschaffen. Anstelle des Sonderbeitragsanteils in Höhe von 0,9 Prozent, den bis 31.12.2014 alle Krankenkassenmitglieder bezahlen, können die Krankenkassen künftig einen individuellen Zusatzbeitrag erheben.

Laut GKV-FQWG sind die Krankenkassen im Falle der erstmaligen Erhebung oder Erhöhung eines Zusatzbeitrags verpflichtet, ihre Mitglieder vorab in einem gesonderten Schreiben auf das bestehende Sonderkündigungsrecht hinzuweisen sowie auf die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes und die Übersicht des GKV-Spitzenverbands zu den Zusatzbeitragssätzen aller Krankenkassen. Krankenkassen, deren kassenindividueller Zusatzbeitragssatz den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz übersteigt, müssen dabei ausdrücklich auf die Möglichkeit hinweisen, in eine günstigere Krankenkasse zu wechseln.

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz gilt für folgende Versicherte

  • Bezieher von Arbeitslosengeld II;

  • Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben;

  • Versicherungspflichtige, deren Mitgliedschaft fortbesteht, weil ihnen von einem Rehabilitationsträger während einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation Verletztengeld, Versorgungskrankengeld oder Übergangsgeld gezahlt wird;

  • Bezieher von Verletztengeld, Versorgungskrankengeld oder vergleichbarer Entgeltersatzleistungen;

  • Personen, die in Einrichtungen der Jugendhilfe für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen;

  • Auszubildende, die in einer außerbetrieblichen Einrichtung im Rahmen eines Berufsausbildungsvertrags nach dem Berufsbildungsgesetz ausgebildet werden;

  • Auszubildende mit einem Arbeitsentgelt bis 325 € im Monat (sog. Geringverdiener). Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz ist bei diesem Personenkreis auch zu berücksichtigen, soweit die Geringverdienergrenze ausschließlich durch eine Sonderzahlung überschritten wird und in der Folge Arbeitgeber und Auszubildende die sonstigen Beiträge aus dem übersteigenden Betrag gemeinsam tragen;

  • Behinderte Menschen in Werkstätten, wenn das tatsächliche Arbeitsentgelt den maßgeblichen Mindestbetrag (2014: mtl. 553 €) nicht übersteigt. Übersteigt das Arbeitsentgelt diesen Wert, wird der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz erhoben (und vom Träger der Einrichtung gezahlt). Wird der Mindestbetrag jedoch ausschließlich durch eine Sonderzahlung überschritten, bleibt der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz maßgebend;

  • Teilnehmer, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst leisten.

  • Mitglieder, deren Mitgliedschaft bei einem Wehrdienst fortbesteht;

Für Studenten, die selbst Mitglied einer Krankenkasse, also nicht familienversichert sind, gilt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag.

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