Gesundheitsrisiko Lärm

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(verpd) Es gibt diverse Faktoren von Straßenlärm, Lärm bei der Arbeit bis hin zu Freizeitbetätigungen mit hohen Lärmbelastungen, die auf Dauer nicht nur das Gehör schädigen können. Eine aktuelle Untersuchung des Umweltbundesamts zeigt, welche Lärmquellen von den Bürgern als besonders störend empfunden werden.

Lärm ist laut Umweltbundesamt eine der am stärksten empfundenen Umwelt-Beeinträchtigungen. Doch Lärm stört nicht nur, sondern ist auch ein Gesundheitsrisiko. Zu viel Lärm, egal ob kurzzeitig hohe Schallspitzen oder ein ständig hoher Lärmpegel, kann das Hörvermögen schädigen und bis hin zur Schwerhörigkeit führen. Dabei sind lärmbedingte Hörschäden nicht heilbar. Auch begrenzte oder dauerhafte Ohrgeräusche (Tinnitus) sind möglich. Ferner reagiert der Körper auf Lärm mit erhöhtem Blutdruck und einer gesteigerten Herzfrequenz.

Eine chronische Lärmbelastung kann zu Nervosität, Konzentrations- und Schlafstörungen, erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerten sowie zu Bluthochdruck bis hin zum Herzinfarkt führen. Schon eine Lautstärke ab 40 Dezibel (dB) im Schlafzimmer kann zu Schlafstörungen führen. Eine dauerhafte Lärmbelastung mit mehr als 65 dB am Tag und mit 55 dB in der Nacht erhöht das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko. Eine ständige Lärmbelastung mit mehr als 85 dB oder auch eine kurzfristige Beschallung mit mehr als 137 dB kann zu irreversiblen Gehörschäden führen.

Wann Lärm krank macht

Ein normales Gespräch, ein laufender Fernseher oder ein Radio haben einen Lärmpegel zwischen 50 und 60 dB. Haushaltsgeräte liegen bei rund 70 dB, ein einzelner vorbeifahrender Pkw bei 75 dB und ein normaler Straßenverkehr zwischen 75 und 85 dB. 85 dB erreichen zum Beispiel Handkreissägen oder Elektrobohrhämmer.

Der Schwerlastverkehr verursacht rund 95 dB Lärm, ein Presslufthammer 100 dB, ein Diskobesuch zwischen 90 und 120 dB, ein Rockkonzert 100 bis 120 dB und ein startendes Flugzeug zwischen 105 und 140 dB.

Übrigens auch Kinderspielzeug, wie Rasseln oder Spielwaren mit elektronischen Geräuscheffekten können einen Lärmpegel von bis zu 115 dB erreichen.

Die Mehrheit hat ein Problem mit Lärm

Laut einer aktuell veröffentlichten Umfrage des Umweltbundesamtes fühlen sich hierzulande rund 68 Prozent der Bürger durch eine oder mehrere Lärmquellen belästigt. In ihrem Wohnumfeld fühlen sich rund 54 Prozent der Befragten, also mehr als jeder Zweite, durch Straßenverkehrslärm gestört. An zweiter Stelle der nervigsten Lärmquellen folgt mit circa 40 Prozent der Lärm von Nachbarn. Des Weiteren fühlten sich je über ein Fünftel der Befragten von Fluglärm sowie von Industrie- und Gewerbelärm belästigt.

Doch es gibt auch zahlreiche weitere Lärmquellen im persönlichen Umfeld, denen sich viele freiwillig aussetzen. Dazu gehört unter anderem das Hören von lauter Musik, insbesondere mit Kopfhörern. Die Lautstärke eines MP3-Players kann problemlos bei 90 dB liegen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Nutzer versucht, beispielsweise die Hintergrundgeräusche des Straßenverkehrs zu übertönen.

Über 100 dB muss das Gehör bei einem Livekonzert oder einem Diskobesuch ertragen. Auch Sportschützen setzen sich einer hohen Lärmbelastung aus – ein Gewehrschuss kann rund 140 dB laut sein.

Lärmvermeidung im Haushalt bis hin zum Kinderspielzeug

Das Umweltbundesamt rät, Kindern möglichst kein lautes Spielzeug zu geben. Prinzipiell sollte man im Haushalt unnötigen Lärm vermeiden und beispielsweise das Radio oder den Fernseher auf Zimmerlautstärke stellen sowie lärmarme Haushaltsgeräte, die zum Beispiel mit dem „Blauen Engel“ gekennzeichnet sind, benutzen.

Wer Kopfhörer verwendet, sollte die Lautstärke möglichst niedrig stellen und bereits bei der Auswahl des Kopfhörers an die Lärmbelastung denken. Ohrhörer wie In-ear-Kopfhörer blocken nämlich Geräusche von außen oft weniger effizient ab, die Lautstärke wird daher teils unnötig hoch gestellt. Zudem werden die lauten Töne direkt im Gehörgang produziert. Bei geschlossenen Kopfhörern besteht jedoch die Gefahr, dass Autohupen oder andere Signaltöne überhört werden.

Bei einem lauten Livekonzert oder einem Diskobesuch empfehlen Experten, nicht zu lange zu verweilen, Gehörschutzstöpsel zu verwenden oder wenigstens einen Abstand zu den Boxen zu halten.

Ohrstöpsel bei Dauerlärm

Grundsätzlich helfen Ohrstöpsel bei dauerhaft starkem Lärm, das Risiko von Gesundheitsschäden zu reduzieren.

Am Arbeitsplatz hat der Schutz des Gehörs vor schädlicher Lärmeinwirkung bereits einen hohen Stellenwert. Beschäftigte müssen beispielsweise ab einem Lärmpegel von 85 dB einen Gehörschutz tragen.

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) bietet im Internet kostenlos einen Lärmbelastungsrechner zum Herunterladen an. Damit kann jeder individuell ermitteln, wo die Schwerpunkte seiner individuellen Lärmbelastung liegen und wann sich daraus möglicherweise ein Hörverlust entwickeln würde.

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