Gesundheitsreform verteuert die private Krankenversicherung

 - 

Ab 2008 soll es in der privaten Krankenversicherung einen Basistarif geben. Außerdem sollen die Altersrückstellungen beim Anbieterwechsel mitgenommen werden können. Beides könnte zu erheblichen Prämiensteigerungen führen.

Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) befürchtet sogar Anhebungen im zweistelligen Bereich, die bei Beamten und jungen Versicherten besonders hoch ausfallen würden. Privat versicherte Ehepaare und Rentner könnten dagegen vom Basistarif profitieren, weil dieser Tarif betragsmäßige Begrenzungen vorsieht.

Offen stehen soll der Basistarif, und zwar ohne Gesundheitsprüfung, allen privat Versicherten, allen freiwillig gesetzlich Versicherten und allen Nichtversicherten, die beispielsweise wegen Arbeitslosigkeit ihren Privatversicherungsschutz verloren haben. Der Leistungsumfang des Basistarifs soll den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen entsprechen. Der Monatsbeitrag zum Basistarif darf nicht über 500 Euro für Singles und 750 Euro für Ehepaare liegen. ALG-II-Empfänger brauchen höchstens 250 Euro zu zahlen.

Die Versicherungsverband PKV befürchtet, dass diese Versicherungsbeiträge die Kosten nicht tragen werden. Deshalb erwartet er Prämienerhöhungen um durchschnittlich rund 15 Prozent, wenn der Basistarif kommt. Für die 4 Mio. privat krankenversicherten Beamten könnten die Beiträge sogar um 20 Prozent steigen.

Noch höhere Beitragssteigerungen erwartet der Verband von der künftig möglichen Mitnahme der Altersrückstellungen. Ab 2008 sollen Versicherte, die zu einem anderen Anbieter wechseln, diese auf ihren neuen Versicherer übertragen können. Während einer Übergangszeit von fünf Jahren sollen bei den heute schon privat Versicherten lediglich diejenigen Rückstellungen portabel sein, die nach dem 40. Lebensjahr erworben wurden. Die Portabilität könnte laut PKV zu Prämienerhöhungen von bis zu 28 Prozent führen.

Unser Versicherungstipp
Für privat krankenversicherte Ehepaare und Rentner könnte sich der Wechsel in den Basistarif lohnen. Sie zahlen bisher oft höhere Beiträge als im künftigen Basistarif, obwohl es auch heute schon einen Standardtarif mit abgespeckten Leistungen für solche privat Krankenversicherte gibt, denen die normale private Vollkostenversicherung zu teuer ist. Der Basistarif bietet auch einen Ausweg für (gesetzlich) Versicherte mit Vorerkrankungen, die bislang von der privaten Krankenversicherung abgelehnt wurden. Interessant könnte der Basistarif auch werden für freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung, die hohe Alterseinkünfte beziehen, weil sie z. B. neben ihrer Rente noch über Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Kapitalvermögen verfügen.

Weitere News zum Thema

  • Viele Bundesbürger fühlen sich gesundheitlich eingeschränkt

    [] (verpd) Im europäischen Durchschnitt gibt rund jeder Vierte, in Deutschland jeder Fünfte an, mit lang andauernden gesundheitlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen konfrontiert zu sein. Wie die Daten der europäischen Statistik zeigen, sinkt im Allgemeinen der Anteil der Betroffenen mit steigendem Einkommen. mehr

  • Damit die Hausapotheke nicht zum Risiko wird

    [] (verpd) Besonders in der Winterzeit kämpfen viele mit Schnupfen, Husten oder sonstigen Leiden. Wer hier entsprechende Arzneimittel zu Hause hat, kann schnell dagegen vorgehen. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass die Medikamente im heimischen Medizinschrank lagern, sondern auch, dass sie nicht veraltet sind. Denn abgelaufene Arznei wirkt häufig nur noch bedingt oder gar nicht mehr und kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich sein. mehr

  • Damit Silvester nicht auf die Ohren geht

    [] Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich an Silvester ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Um Hörschäden zu vermeiden, ist Vorsicht angesagt. mehr

  • Digitaler Stress für die Augen

    [] (verpd) Das stundenlange Starren auf einem Bildschirm hat Folgen: Die Augen sind trocken, brennen oder tränen. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) warnt in diesem Zusammenhang vor dem Büroaugen-Syndrom. Im Extremfall ist sogar das Sehvermögen gefährdet. mehr

  • Krankenversicherung: Teure Lügen und Nachlässigkeiten

    [] (verpd) Die Rechtsfolgen der sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflicht-Verletzung in der privaten Krankenversicherung sind drastisch, warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin). Die vorvertragliche Anzeigepflicht ist die Pflicht des Versicherungskunden, bei der Beantragung einer Versicherungspolice alle ihm bekannten Gefahrumstände, nach denen im Antrag gefragt wird, wahrheitsgemäß zu beantworten. Die Bafin gibt Tipps, worauf ein Versicherungskunde beim Antrag achten sollte, damit es nicht zu einer Pflichtverletzung kommt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.