Gesundheitsreform: Notärzte in Sorge wegen längerer Wartezeiten

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Im Ernstfall kann jede Minute entscheidend sein. Doch viele akut bedrohte Patienten müssen immer länger auf die Sanitäter warten. Die Ursache könnte auch in der Gesundheitsreform liegen.

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand schrumpft die Überlebenschance ohne medizinische Versorgung jede Minute um 10 Prozent. Das Ergebnis: Nach 10 Minuten ist Schluss. Wenn der Notarzt bis dahin nicht beim Patienten ist, hat dieser keine Chance mehr. Umso beängstigender ist es, dass die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND) beklagt, dass Notfallpatienten immer länger auf Rettungskräfte warten müssen.

Vor fünf Jahren hat es im Bundesdurchschnitt bereits fast 11 Minuten gedauert, bis ein Notarzt am Einsatzort ankam. In 5 Prozent der Fälle sind damals mehr als 27 Minuten bis zum Eintreffen des Notfallmediziners vergangen. Diese Zeitspannen haben sich in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert. Schuld sind der Mangel an Notärzten auf dem Land, Koordinierungsprobleme in den Leitstellen des Rettungsdienstes und die Überbelastung der Notfallmediziner durch Einsätze, die auch Sanitäter oder Hausärzte bewältigen könnten.

Doch selbst wenn Sanitäter und Ärzte rechtzeitig kommen, ist der Patient noch lange nicht gerettet. Erst kürzlich sollte ein junger Mann, der bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde, per Rettungshubschrauber ins nächstgelegene Krankenhaus geflogen werden. Die Klinik weigerte sich jedoch, ihn aufzunehmen – die zweite und dritte auch.

Wegen der Gesundheitsreform seien Notfallpatienten für Krankenhäuser finanziell nicht mehr so interessant wie früher, sagt Zimmermann. Viele Kliniken hätten deshalb ihre Notfallbetten verringert. Eine Stunde lang mühten sich die Rettungskräfte, ein Krankenhaus für den Verletzten zu finden. Der Mann hatte Glück: Er überlebte.

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