Gesundheitsfonds: Zusatzbeiträge zeichnen sich ab

 - 

Um den viel diskutierten Zusatzbeitrag kommen die allermeisten Versicherten offenbar in diesem Jahr noch herum. Doch spätestens zum 1.1.2010 ist mit bei einigen Kassen mit einem Zusatzbeitrag zu rechnen.

Hintergrund: Am 1.1.2009 startete der Gesundheitsfonds und der Einheitsbeitrag wurde eingeführt. Seit 1.7.2009 liegt dieser bei 14,9 Prozent des Bruttoeinkommens. Kommt eine Kasse mit ihrem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht aus, muss sie einen Zusatzbeitrag verlangen – maximal 1 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens eines Mitglieds.

Ein Zusatzbeitrag von bis zu acht Euro monatlich ist ohne Einkommensprüfung möglich. Spätestens einen Monat bevor der Beitrag erstmals fällig wird, sind die Mitglieder über die Erhöhung zu informieren. Bis zum ersten Fälligkeitstermin können diese ihre Mitgliedschaft kündigen, ohne den Beitrag zahlen zu müssen. Wirksam wird die Kündigung zum Ende des jeweils übernächsten Monats, wenn innerhalb dieser Frist keine andere Mitgliedschaft bei einer anderen Kasse oder eine andere Absicherung im Krankheitsfall nachgewiesen wird.

Mit der ersten Zahlung des Beitrags erlischt das Sonderkündigungsrecht. Ein Wechsel der Kasse ist dann erst wieder möglich, wenn die Mitgliedschaft insgesamt 18 Monate gedauert hat. Versicherte können auch kündigen, wenn sie bereits einen Zusatzbeitrag zahlen und er erhöht werden soll. Bei Abschluss eines Wahltarifs mit längerer Bindungsdauer gilt das Sonderkündigungsrecht generell nicht.

Tipp
So wichtig die Kosten auch sind, vergessen Sie nicht, sich darüber Gedanken zu machen, welche Leistungen Sie von Ihrer Krankenkasse erwarten. Über den gesetzlichen Leistungskatalog hinaus bieten die Kassen die unterschiedlichsten Services an. Möglicherweise ist das eine oder andere Angebot für Sie besonders wichtig.

Zusätzliche Leistungen

Vergleichen Sie die Leistungen unterschiedlicher Anbieter und wählen Sie gezielt nach Ihren Bedürfnissen und Vorstellungen aus. Zu den Angeboten zählen u.a.:

  • Präventionskurse: Sie erhalten von Ihrer Kasse Zuschüsse für Kurse in den Bereichen Bewegung, Entspannung, Ernährung oder Sucht.
  • Gesundheitsbonus: Wer regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen geht oder einen gesundheitsbewussten Lebensstil pflegt, wird von seiner Kasse häufig mit einer Sachprämie oder einem Geldbonus belohnt
  • Hausarztprogramme: Binden sich Versicherte für mindestens ein Jahr an einen Hausarzt und suchen Fachärzte nicht ohne Überweisung auf, zahlen sie häufig keine Praxisgebühr oder erhalten eine Prämie.
  • Tarife mit Selbstbehalt: Sie beteiligen sich bei bestimmten Leistungen an den Kosten. Wenn Sie innerhalb eines Jahres keine oder möglichst wenige Leistungen benötigen, erhalten Sie eine Prämie – bis zu 20 Prozent Ihres Jahresbeitrags.
  • Beitragsrückzahlung: Bei Tarifen mit Beitragsrückzahlung verpflichten Sie sich, außer Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen gar keine medizinischen Leistungen in Anspruch zu nehmen. In beiden Fällen binden Sie sich für drei Jahre an den Tarif und die Kasse.
Tipp
Falls Sie von Ihrer jetzigen oder einer möglichen neuen Kasse nicht vollständig überzeugt sind, warten Sie mit dem Abschluss eines Wahltarifs oder mit einem Kassenwechsel. Sonst sind Sie damit drei Jahre an diese Kasse gebunden und können auch im Fall von Beitragserhöhungen nicht fristlos zu einer anderen Kasse wechseln, außer bei gesetzlichen Pflichttarifen wie den DMP-Tarifen für chronisch Kranke. Sollte sich herausstellen, dass diese Kasse einen Zusatzbeitrag erheben muss, könnte das den finanziellen Vorteil eines Wahltarifs wieder aufheben. Frühestens ab 1.1.2010 zeichnet sich ab, welche Kassen einen Zusatzbeitrag erheben müssen. Wegen der neuerdings komplizierten Mittelzuweisung an die Kassen und der in diesem Zusammenhang anstehenden Kassenfusionen werden sich klare Tendenzen wahrscheinlich sogar erst im Lauf des nächsten Jahres ausmachen lassen.

Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Höhere Arbeitgeberzuschüsse für privat Krankenversicherte

    [] (verpd) Durch die Änderung der Beitragsbemessungsgrenzen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 hat sich auch die Zuschusshöhe, die ein Arbeitgeber seinem privat krankenversicherten Arbeitnehmer zahlen muss, erhöht. Auch der Anstieg des Beitragssatzes der gesetzlichen Pflegeversicherung führte zu der Erhöhung des Arbeitgeberzuschusses. mehr

  • Viele Bundesbürger fühlen sich gesundheitlich eingeschränkt

    [] (verpd) Im europäischen Durchschnitt gibt rund jeder Vierte, in Deutschland jeder Fünfte an, mit lang andauernden gesundheitlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen konfrontiert zu sein. Wie die Daten der europäischen Statistik zeigen, sinkt im Allgemeinen der Anteil der Betroffenen mit steigendem Einkommen. mehr

  • Krankenkassen schreiben Milliardenüberschuss

    [] (verpd) Die gesetzlichen Krankenkassen haben die ersten neun Monate 2016 mit einem Überschuss von rund 1,55 Milliarden Euro abgeschlossen, wie die vorläufigen Finanzergebnisse aus dem Bundesministerium für Gesundheit zeigen. Bis auf die Innungskrankenkassen lagen alle Kassenarten im Plus. Die Ausgaben stiegen nicht so stark wie in früheren Zeiten. mehr

  • Rund jede vierte Krankenkasse verlangt mehr

    [] 9.1.2017 (verpd) Der Grundbeitragssatz, den die gesetzlichen Krankenkassen jeweils von den gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmern und deren Arbeitgebern verlangen, beträgt 7,3 Prozent. Insgesamt also 14,6 Prozent. Zusätzlich können die Kassen einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben, die von den entsprechenden Arbeitnehmern alleine zu tragen sind. Alle Krankenkassen machen seit diesem Jahr von diesem Recht Gebrauch. mehr

  • Damit die Hausapotheke nicht zum Risiko wird

    [] (verpd) Besonders in der Winterzeit kämpfen viele mit Schnupfen, Husten oder sonstigen Leiden. Wer hier entsprechende Arzneimittel zu Hause hat, kann schnell dagegen vorgehen. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass die Medikamente im heimischen Medizinschrank lagern, sondern auch, dass sie nicht veraltet sind. Denn abgelaufene Arznei wirkt häufig nur noch bedingt oder gar nicht mehr und kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich sein. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.