Gesetzliche Krankenversicherung wird voraussichtlich teurer

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(verpd) Wie ein Sprecher des Spitzenverbands der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) mitteilte, rechnet er in den nächsten Jahren mit einem weiteren Ansteigen des Zusatzbeitrags für gesetzlich Krankenversicherte. Zudem erwarten Experten auch eine fortlaufende Reduzierung bei der Anzahl der Krankenkassen.

Zum Jahresanfang haben mehr als zwei Drittel der über 100 Krankenkassen, die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland, den allein von den Versicherten zu leistenden Zusatzbeitrag erhöht.

In 2016 beträgt dieser Zusatzbeitrag durchschnittlich 1,10 Prozent – 2015 waren es noch 0,9 Prozent –, den die gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmer zusätzlich zum normalen GKV-Beitragssatz, der aktuell bei 7,3 Prozent für Arbeitnehmer liegt, entrichten müssen. Experten gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung in mindestens ähnlichen Größenordnungen auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

Unterschiedliche Beitragssätze je Krankenkasse

Dies prognostizierte auch die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) Dr. Doris Pfeiffer in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Wir haben zum Jahresbeginn eine durchschnittliche Steigerung um zwei Zehntel gehabt. Das werden wir in den Folgejahren in ähnlichen Größenordnungen haben. Daher rechnen wir damit, dass wir bei vorsichtiger Schätzung in 2019 bei 1,8 Prozent sein werden“, so Dr. Pfeiffer.

Allerdings sind die Beitragszahler je nach gewählter Krankenkasse unterschiedlich stark von den bisherigen und künftigen Zusatzbeitrags-Erhöhungen betroffen. Denn je nach Krankenkasse liegt der Zusatzbeitrag aktuell zwischen 0,00 und 1,60 Prozent.

Krankenhäuser verschlingen das meiste Geld

Dass die Krankenkassen den Zusatzbeitrag erhöhen müssen, ist unter anderem den steigenden Kosten im Gesundheitswesen geschuldet. Als größte Baustelle nennt Pfeiffer dabei die Krankenhauskosten. Diese werden nicht nur durch die dortigen Behandlungskosten, sondern auch durch die Überkapazitäten gefördert. „Wir haben nach wie vor gerade in Ballungsregionen zu viele Kliniken. Hier fordern wir einen Strukturwandel“, sagte die Spitzenverbands-Chefin der Neuen Osnabrücker Zeitung.

„Wir befürchten aber, dass die Beitragsgelder aus dem dafür im Zuge der Krankenhausreform geschaffenen Strukturfonds zweckentfremdet werden, um die seit Jahren fehlenden Investitionsmittel der Länder zu ersetzen“, wird Pfeiffer in dem Interview weiter zitiert.

Eine positive Entwicklung sieht sie durch die Rabattverträge der Krankenkassen mit Pharmazie-Unternehmen bei den Ausgaben für Medikamente. „Ich gehe davon aus, dass die Kassen das auch zukünftig intensiv nutzen und gegebenenfalls auch noch ausweiten werden“, so Pfeiffer. Solche Rabatte bescherten den Krankenkassen in 2015 Entlastungen in Höhe von rund 3,6 Milliarden Euro.

Weitere Fusionen bei den Krankenkassen werden erwartet

Auch zum Konzentrationsprozess in der GKV äußerte sich Pfeiffer in dem Interview. Sie gehe davon aus, dass es dort in den nächsten Jahren zu weiteren Fusionen kommen wird. Zwar kenne sie die Planungen der einzelnen Kassen bezüglich weiterer Zusammenschlüsse nicht. Durch die hohe Anzahl an Betriebskrankenkassen gäbe es dort aber vielfältige Optionen.

Dass solche Fusionen aber nicht auf eine Kassenart begrenzt seien, sagte Pfeiffer mit Verweis auf den Zusammenschluss der Barmer GEK mit der Deutschen BKK. Die Verwaltungsräte beider Kassen haben die Fusion nun auch endgültig besiegelt. In dem Anfang März in Berlin unterzeichneten Vereinigungsvertrag wurde unter anderem festgehalten, dass an den derzeitigen Hauptstandorten in Wolfsburg, Stuttgart und Düsseldorf zukünftig verschiedene Fachzentren entstehen werden und das Geschäftsstellennetz weiter ausgebaut wird.

Unter der neuen Marke „Barmer“ werden ab 1.1.2017 rund 7,6 Millionen Mitglieder versichert sein, was für sie den Titel der größten deutschen Krankenkasse bedeuten dürfte. Derzeit liegt die Techniker Krankenkasse mit rund 7,04 Millionen Mitgliedern an der Spitze.

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