Gesetzliche Krankenversicherung: Nicht alles, was helfen kann, muss bezahlt werden

 - 

Manche Krebskranke setzen viel Hoffnung auf Mistelpräparate. Im Rahmen einer palliativen Behandlung, die in Fällen, in denen eine Heilung aussichtslos erscheint, die Schmerzen lindert, werden sie von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert.

Bei einer kurativen Therapie sieht der Gemeinsame Bundesausschuss (GbA) bislang die Wirksamkeit solcher Präparate als nicht nachgewiesen an. Die Krankenkassen übernehmen daher bislang die Kosten hierfür nicht. Dies sah das Bundessozialgericht in einer Entscheidung vom 15.12.2015 als rechtens an (Az. B 1 KR 30/15 R).

Verhandelt wurde über die Klage einer Brustkrebs-Patientin, die nach operativer Entfernung des Karzinoms und einer Chemotherapie mit dem nicht verschreibungs-, aber apothekenpflichtigen anthroposophischen Mistelpräparat Iscador M behandelt worden war. Ihre Krankenkasse verweigerte die Kostenübernahme hierfür. Zu Recht, wie das BSG nun – wie die Vorinstanzen – befand. Das Gericht war der Ansicht, dass der Gemeinsame Bundesausschuss über eine hinreichende demokratische Legitimation verfüge, durch Richtlinien festzulegen, welche nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten. In der Anlage I zum Abschnitt F der Arzneimittelrichtlinie sind zugelassene Ausnahmen zum gesetzlichen Verordnungsausschluss aufgeführt. Danach können Mistel-Präparate nur in der palliativen Therapie von malignen Tumoren zur Verbesserung der Lebensqualität von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Weitere News zum Thema

  • Rund um das Thema Patientenrechte

    [] (verpd) Als Patient können viele Fragen aufkommen: Darf ich als Patient nach einem Befund meines Arztes eine Zweitmeinung von einem anderen Arzt einholen? Habe ich ein Anrecht darauf, meine Patientenakte einzusehen? Inwieweit kann ich das Krankenhaus für eine notwendige stationäre Behandlung frei wählen? Antworten darauf, findet man unter anderem beim Bundesministerium für Gesundheit (BMG), aber auch bei anderen offiziellen Stellen. mehr

  • Jetzt wird die Uhr wieder eine Stunde vorgestellt

    [] (verpd) Bald werden hierzulande wieder die Uhren von Winter- auf Sommerzeit umgestellt. Nicht jeder verkraftet die Zeitumstellung problemlos. Es gibt jedoch Maßnahmen, die helfen, damit das Wohlbefinden dadurch möglichst wenig beeinträchtigt wird. mehr

  • Wann die Krankenkasse eine Brille bezuschusst

    [] (verpd) Bisher beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten für eine notwendige Brille nur in wenigen Fällen. Durch ein neues Gesetz, das voraussichtlich im März in Kraft tritt, werden die Ausnahmeregelungen zwar erweitert. Allerdings wird die Mehrheit derjenigen, die eine Brille benötigen, auch künftig die Kosten für eine notwendige Sehhilfe weiterhin selbst tragen müssen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.