Gesetzliche Krankenkassen verzeichnen hohen Überschuss

Gesetzliche Krankenkassen verzeichnen hohen Überschuss

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(verpd) Die gesetzlichen Krankenkassen haben das erste Quartal 2016 mit einem Überschuss von über 400 Millionen Euro abgeschlossen, wie die vorläufigen Finanzergebnisse aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zeigen. Alle Kassenarten lagen im Plus. Die Ausgaben stiegen nicht so stark wie vom Schätzerkreis prognostiziert.

Nach den vorläufigen Finanzergebnissen des ersten Quartals haben die gesetzlichen Krankenkassen mit 55,82 Milliarden Euro rund 406 Millionen Euro mehr eingenommen als ausgegeben (55,41 Milliarden Euro).

Dies teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vor Kurzem mit. Im Vorjahreszeitraum hatte sich nach Ministeriumsangaben noch ein Minus von 170 Millionen Euro angehäuft.

Alle Kassenarten im Plus

Anders als in den Vorquartalen hatten alle Kassenarten Überschüsse zu verzeichnen. Rund die Hälfte der insgesamt 400 Millionen Euro entfiel auf die Ersatzkassen. Ein Sechstel des Überschusses ging auf das Konto der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen), ein weiteres gutes Achtel auf das der Knappschaft-Bahn-See. Bei den Betriebskrankenkassen (BKKen) belief sich das Plus auf knapp 40 Millionen Euro, bei den Innungskrankenkassen (IKKen) immerhin noch auf gut 30 Millionen Euro.

Das Finanzpolster der Kassen zum 31. März bezifferte das BMG auf 14,9 Milliarden Euro – Ende 2015 waren es noch 14,5 Milliarden Euro. Zusammen mit der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds von rund zehn Milliarden Euro addieren sich die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenversicherung auf knapp 25 Milliarden Euro. In den ersten drei Monaten hatte der Gesundheitsfonds den BMG-Angaben zufolge einen saisonüblichen Ausgabenüberhang zu verzeichnen, der aktuell bei rund 2,5 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 2,7 Milliarden Euro) liege.

Das BMG weist explizit darauf hin, dass aus dem vorgenannten saisonbedingten Überhang keine Rückschlüsse auf eine ähnliche Entwicklung im weiteren Jahresverlauf gezogen werden könnten. Dies wird damit begründet, dass die Ausgaben als monatlich gleiche Zuweisungen an die Krankenkassen fließen. Die Zusatzeinnahmen aus der Verbeitragung von Weihnachts- oder Urlaubsgeld hingegen flössen dem Fonds erst in der zweiten Jahreshälfte zu. Gleiches gelte auch für die aus der zum 1. Juli geltenden Rentenanpassung resultierenden Mehreinnahmen.

Positiver Ausblick

Wegen der günstigen konjunkturellen Lage rechnet das BMG mit einer weiterhin positiven Einnahmeentwicklung. Ein weiterer Grund hierfür ist, dass die Ausgabensteigerung in den ersten drei Monaten hinter der Prognose des Schätzerkreises zurückgeblieben ist. Den Ausgabenzuwachs je Versicherten bezifferte das Ministerium auf 3,2 Prozent, was unter der Zuwachsrate des Startquartals sowie des gesamten Vorjahres von 4,2 beziehungsweise 3,7 Prozent lag.

Erhöhungen je Versicherten von jeweils um die neun Prozent gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den Bereichen häusliche Kranken- und Behandlungspflege sowie Heilmittel. Im Bereich Dialyse gaben die Kassen hingegen über fünf Prozent weniger aus. Wie das BMG weiter mitteilte, sind die Krankengeld-Ausgaben je Versicherten nach mehreren Jahren mit hohen teilweise zweistelligen Zuwachsraten erstmals wieder zurückgegangen (minus 0,1 Prozent).

Das ist auf die deutlich gestiegenen Versichertenzahlen zurückzuführen – denn absolut stand eine leichte Zunahme von 0,8 Prozent zu Buche. Größter Kostenblock bleiben die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen mit fast 18,9 Milliarden Euro, was einem Anteil von über einem Drittel entspricht. Dahinter folgen mit jeweils in etwa halb so großen Anteilen die der vertragsärztlichen Versorgung zugutekommenden Ausgaben (Anteil: gut 18 Prozent) sowie diejenigen für Arzneimittel aus Apotheken (knapp 17 Prozent).

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