Gesetzliche Krankenkassen haben mehr Einnahmen als Ausgaben

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(verpd) Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) konnte nach offiziellen Zahlen aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im ersten Quartal 2017 ihre Reserven um 612 Millionen Euro auf rund 16,7 Milliarden Euro erhöhen. Denn die gesetzlichen Krankenkassen nahmen fast 58,19 Milliarden ein und hatten lediglich Ausgaben in Höhe von knapp 57,58 Milliarden. Allerdings stiegen die Ausgaben in allen Bereichen an.

Die gesetzlichen Krankenkassen profitieren von der weiterhin anhaltenden guten konjunkturellen Entwicklung und den damit verbundenen weitersteigenden Beschäftigtenzahlen, wie aktuelle Statistiken zeigen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) konnte die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im ersten Quartal 2017 Überschüsse von 612 Millionen Euro erzielen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte es lediglich ein Plus von über 400 Millionen Euro gegeben.

Die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen wuchsen nach den Angaben des BMG um 4,2 Prozent auf 58,19 Milliarden Euro. Die Ausgaben nahmen um 3,9 Prozent auf 57,58 Milliarden Euro zu. Im Jahresvergleich nahm die Zahl der Versicherten um rund 1,2 Prozent auf etwa 71 Millionen Versicherte zu.

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Die Krankenkassen mit den höchsten Überschüssen

Bei der Betrachtung der einzelnen Kassenarten zeigt sich, dass nur die Landwirtschaftliche Krankenversicherung ein Defizit zu verzeichnen hatte, und zwar von rund minus sechs Millionen Euro. 155 Millionen, das sind rund ein Viertel des Gesamtüberschusses, entfielen den Ministeriumsangaben zufolge auf Ersatzkassen.

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) schnitten mit einem Überschuss von 361 Millionen Euro am besten ab und konnten damit weit über die Hälfte der Überschüsse auf sich vereinen.

Die Knappschaft Bahn-See kam im ersten Quartal auf ein Plus von 58 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKKen) erzielten 27 Millionen Euro und die Innungskrankenkassen (IKKen) 18 Millionen Euro Überschüsse.

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Rund vier Prozent absoluter Ausgabenzuwachs

Der Gesundheitsfonds, der gegen Ende vergangenen Jahres über eine Liquiditätsreserve von rund 9,1 Milliarden Euro verfügte, habe im ersten Quartal einen saisonüblichen Ausgabenüberhang von rund 2,5 Milliarden Euro verzeichnet, teilte das BMG weiter mit.

Der Gesundheitsfonds gewähre monatlich gleiche Zuweisungen an die Krankenkassen; er unterliege aber im Jahresverlauf unterjährig erheblichen Einnahmeschwankungen.

Der absolute Ausgabenzuwachs fiel im ersten Quartal 2017 mit 3,9 Prozent etwas moderater als im Vorjahresquartal (4,0 Prozent) und im Gesamtjahr 2016 (4,2 Prozent) aus. Die Ausgabenzuwächse je Versicherten lagen laut BMG wegen der gestiegenen Versichertenzahlen bei nur 2,7 Prozent.

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Jeder dritte Euro wird für Behandlungen im Krankenhaus ausgegeben

Die Ausgaben der Krankenkassen wuchsen im 1. Quartal 2017 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2016 um rund 2,16 Milliarden Euro auf fast 57,58 Milliarden Euro. Jeder dritte Euro wurde für die Behandlung in Krankenhäusern aufgewandt. Die Ausgaben für die Behandlung in einem Krankenhaus stiegen um 618 Millionen Euro auf 19,48 Milliarden Euro. Der zweitgrößte Posten entfiel auf die vertragsärztlichen Leistungen mit 18 Prozent beziehungsweise 10,76 Millionen Euro, gefolgt von den Ausgaben für Arzneimittel aus Apotheken mit 17 Prozent beziehungsweise 9,86 Millionen Euro.

Die vierthöchsten Ausgaben bei der GKV verzeichnete die zahnärztliche Behandlung mit 3,56 Millionen Euro, danach folgen das Krankengeld mit 3,17 Millionen Euro, Hilfsmittel mit 2,09 Millionen Euro und Heilmittel mit 1,66 Millionen Euro. Das Ministerium wies darauf hin, dass es sich bei einigen Zahlen um Schätzwerte handele, da etwa bei den zahnärztlichen Behandlungen und beim Zahnersatz bei den Krankenkassen noch keine Abrechnungsdaten vorlägen.

Insgesamt stiegen die Ausgaben in allen Leistungsbereichen der GKV an. Dies gilt auch bei fast allen Bereichen auf den einzelnen Versicherten gerechnet. Je Versicherten waren im ersten Quartal 2017 zum Vergleichsquartal 2016 nur die Ausgaben für einen Zahnersatz um 0,9 Prozent und die Ausgaben für Vorsorge- und Rehabilitation um 0,7 Prozent niedriger.

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