Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf Medikationsplan

 - 

Rund 500.000 Notaufnahmen in deutschen Krankenhäusern gehen auf das Konto von sogenannten Medikationsfehlern. Das schätzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Deshalb haben gesetzlich Krankenversicherte seit Oktober 2016 einen Rechtsanspruch auf einen sogenannten Medikationsplan – soweit sie mehr als drei Medikamente nehmen. Für Privatversicherte kann der Medikationsplan auf freiwilliger Basis erstellt und aktualisiert werden.

Betroffen sind insbesondere ältere Menschen, die mehrere Arzneimittel nehmen. Häufig sind sie bei mehreren Ärzten verschiedener Fachrichtungen in Behandlung, die schlimmstenfalls gar nichts darüber wissen, was ihre Kollegen verschrieben haben. Zudem nehmen die Versicherten häufig noch zusätzlich nicht verschreibungspflichtige Medikamente. Unkontrollierte Wechselwirkungen sind dabei nicht auszuschließen. Diese sollen durch den Medikationsplan – der auf freiwilliger Basis ohnehin bereits vielen Patienten ausgehändigt wird – so weit wie möglich verhindert werden.

Den Medikationsplan erhalten die Patienten ausgehändigt, wichtiger ist aber wohl, dass der Arzt – sowohl der Allgemeinmediziner als auch der Facharzt – so einen besseren Überblick über die Gesamtmedikation seines Patienten erhält. Die meisten Praxissoftwaresysteme bieten einen automatischen Arzneimittelsicherheits-Check an. Die Software soll Alarm schlagen, wenn Medikamente problematische Wechselwirkungen verursachen.

Festgeschrieben ist der Rechtsanspruch auf einen Medikationsplan durch das sogenannte E-Health-Gesetz (Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen). Durch das Gesetz wurde der neue § 31 a (Medikationsplan) ins SGB V eingefügt. Ärzte sind danach verpflichtet, bei der Verordnung eines Arzneimittels den Versicherten, der mindestens drei verordnete Arzneimittel erhält, über den Anspruch auf einen Medikationsplan zu informieren. Ab 2018 soll der Medikationsplan auch elektronisch auf der Gesundheitskarte abrufbar sein.

Weitere News zum Thema

  • Jetzt wird die Uhr wieder eine Stunde vorgestellt

    [] (verpd) Bald werden hierzulande wieder die Uhren von Winter- auf Sommerzeit umgestellt. Nicht jeder verkraftet die Zeitumstellung problemlos. Es gibt jedoch Maßnahmen, die helfen, damit das Wohlbefinden dadurch möglichst wenig beeinträchtigt wird. mehr

  • Wann die Krankenkasse eine Brille bezuschusst

    [] (verpd) Bisher beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten für eine notwendige Brille nur in wenigen Fällen. Durch ein neues Gesetz, das voraussichtlich im März in Kraft tritt, werden die Ausnahmeregelungen zwar erweitert. Allerdings wird die Mehrheit derjenigen, die eine Brille benötigen, auch künftig die Kosten für eine notwendige Sehhilfe weiterhin selbst tragen müssen. mehr

  • Schmerzpatient darf Cannabis für sich selbst anbauen

    [] Cannabis kann ein wirksames Mittel gegen Schmerzen sein. Das Bundesverwaltungsgericht hat deshalb das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verpflichtet, einem an multipler Sklerose Erkrankten eine Ausnahmegenehmigung für den Eigenanbau von Haschisch zu erteilen. mehr

  • Onlinehilfe für Arbeitgeber zum Thema Sozialversicherungen

    [] (verpd) Ein neues Informationsportal, aufgebaut vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, will Firmen, die bereits Mitarbeiter haben oder erstmalig Mitarbeiter einstellen möchten, helfen, grundlegende Fragen zum Melde- und Beitragsrecht in der Sozialversicherung zu beantworten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.