Für die eigene Gesundheit - gegen den Arbeitsstress

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(verpd) Der vor Kurzem von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin veröffentlichte „Stressreport 2012“ zeigt die Gründe, warum Arbeitnehmer an Stress und Überforderung leiden. Neben einem hohen Termin- und Leistungsdruck gibt es noch andere Ursachen, die zu einer psychischen Erkrankung führen.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wurden 2011 bundesweit 59,2 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert. Zudem sind bei 41 Prozent der etwa 180.000 Personen, die 2011 erstmalig eine Rente wegen Erwerbsminderung zugesprochen bekamen, psychische Störungen die Ursache einer verminderten oder dauerhaften Erwerbsunfähigkeit. Damit sind psychische Belastungen die Hauptursache, warum Arbeitnehmer vorzeitig in Rente gehen.

Rund 74.000 Bürger erhielten aufgrund stressbedingter Leiden eine Frühverrentung. 2006 waren es noch circa 55.000. Das Durchschnittsalter derjenigen, die 2011 erstmalig eine Rente wegen Erwerbsminderung bezogen, lag bei 48,3 Jahren. Der aktuelle Stressreport 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt, warum sich viele Arbeitnehmer gestresst fühlen.

Was Arbeitnehmer belastet

Grundlage des Reports sind die Antworten von mehr als 17.000 abhängig Beschäftigten auf eine Befragung. 58 Prozent gaben an, dass sie in der Arbeit häufig mehrere Tätigkeiten gleichzeitig erledigen müssen. 52 Prozent sehen sich einem starken Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt, 50 Prozent berichteten über ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge und 44 Prozent über häufige Störungen und Unterbrechungen bei der Arbeit.

Tatsächlich belastend ist für 34 Prozent der Befragten vor allem das häufige Auftreten von starkem Termin- und Leistungsdruck. Ein Drittel der Befragten verzichtet sogar teilweise auf die eigentlich festgelegten Pausen, um das Arbeitspensum erfüllen zu können. Gestresst fühlen sich zudem 26 Prozent der Erwerbstätigen von Arbeitsunterbrechungen und Störungen, 17 Prozent belastet das geforderte Multitasking, also die gleichzeitige Erledigung mehrerer Aufgaben, und neun Prozent sind von der Monotonie bei ihrer beruflichen Tätigkeit genervt.

Ein weiteres Reportergebnis ist, dass die gesundheitlichen Beschwerden durch langfristige Beanspruchungen und durch Stress zugenommen haben. Häufig auftretende Beschwerden sind Schmerzen an der Schulter, im Nacken und am Rücken, aber auch psychovegetative Störungen, wie Müdigkeit, Mattigkeit, Erschöpfung und Schlafstörungen.

Kostenlose Informationen

Tipps und Hilfen, wie der Einzelne mit Stress umgehen kann, ohne krank zu werden, oder wie es erst gar nicht zur Überforderung kommt, werden von diversen, auch amtlichen Stellen angeboten. So stellt das Deutsche Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF), das sich unter anderem mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz beschäftigt, diverse Broschüren, Ratgeber und auch Linktipps für Arbeitgeber und Betroffene online zur Verfügung.

Ein Link führt unter anderem zur Initiative des Europäischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wird. Dort kann der kostenlose 40-seitige Ratgeber „Kein Stress mit dem Stress“ heruntergeladen oder auch in Papierform bestellt werden.

Mit dem Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (psyGA) bietet die Initiative Neue Qualität der Arbeit kleineren und mittleren Unternehmen Tipps, wie sie die Überbelastung ihrer Mitarbeiter verhindern können. Unter anderem gibt es Arbeitshilfen sowie Tests zur Selbsteinschätzung.

Tipps gegen den Stress

Die Gesundheitsexperten raten gestressten Arbeitnehmern, Dinge zu ändern, die sie selbst auch ändern können. Bereits Kleinigkeiten wie den Schreibtisch aufräumen erleichtern oftmals den Arbeitsalltag. Eine vernünftige Organisation des Arbeitsablaufes, beispielsweise sich Prioritäten zu setzen, was am Tag tatsächlich erledigt werden muss, vermeidet zudem Stress. Bewusste Pausen und Entspannungsübungen sorgen für mehr Ruhe.

Auch die eigene Erwartungshaltung sollte realistisch sein. Eine stetige Überforderung und ständige Enttäuschungen sind für diejenigen, die zu viel von sich selbst verlangen, vorprogrammiert. Wichtig ist es auch, Nein sagen zu können, damit man in Stresssituationen nicht noch mit zusätzlichen Arbeiten behelligt wird. Ein weiteres Ziel, das man sich setzen sollte, ist das Loslassen von Arbeitsproblemen am Ende der Arbeitszeit, also nicht noch am Feierabend ständig darüber zu reden.

Es ist auf keinen Fall ratsam zu versuchen, sich bei ständigem Stress mit Alkohol, Nikotin oder Essen zu beruhigen oder mit frei verkäuflichen Medikamenten dauerhaft fit zu halten. Wer sich über längere Zeit gestresst fühlt und keine Aussicht auf Besserung sieht, sollte sich einem Arzt anvertrauen, um mögliche stressbedingte Erkrankungen zu verhindern.

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