Einstufung von Diabetikern als Schwerbehinderte

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Sechs bis sieben Millionen Diabetiker gibt es in Deutschland. Was viele Betroffene nicht wissen: Zahlreiche Diabetiker können als Schwerbehinderte anerkannt werden.

Viele Diabetiker sind bereits im Rentenalter. Doch auch bei den 40- bis 60-Jährigen sind – je nach Alter – 4 bis 10 % an Diabetes erkrankt.

Wenn es um die Anerkennung als Schwerbehinderter geht, gilt die alte Aufteilung nach Diabetes-Typen (Typ 1 oder Typ 2) nicht mehr. Entscheidend ist zum einen, wie groß der Therapieaufwand ist: Nach den einschlägigen Vorschriften erfordert dies mindestens vier Insulininjektionen pro Tag, ein selbstständiges Anpassen der Insulindosis sowie gravierende und erhebliche Einschnitte in der Lebensführung. Es kommt aber auch darauf an, wie stark die Beeinträchtigung im Alltag und Job ist.

Bei Diabetes besteht besonders die Gefahr der Unterzuckerung. Tritt diese ein, besteht in jedem Fall eine verminderte Leistungsfähigkeit. Diabetiker können sich in solchen Situationen selbst und andere gefährden. Problematisch ist dies etwa bei beruflicher Personenbeförderung, beim Transport gefährlicher Güter oder wenn jemand Geräte/Abläufe überwacht. Arbeiten mit Absturzgefahr oder an gefährlichen Arbeitsplätzen kommen für manche Diabetiker nicht infrage.

Für die Anerkennung als Schwerbehinderter ist entscheidend, dass Diabetes-bedingte Einschränkungen (egal ob beim Sport, bei Hobbys, im Alltag oder im Job) dokumentiert werden, am besten ganz genau per Tagebuch. Wenn beurteilt wird, wie schwerwiegend die Behinderung ist, werden auch ein – zum Teil Diabetes-bedingter – Sehkraftverlust sowie feinmotorische Störungen, die die Therapie erschweren, berücksichtigt.

Wer einmal am Tag seinen Blutzucker messen und dokumentieren muss und zusätzlich im Alltag durch Diabetes beeinträchtigt ist, bei dem kann ggf. ein Grad der Behinderung von 30 anerkannt werden. Dann zählt man zwar nicht als Schwerbehinderter, man kann aber als Arbeitnehmer unter Umständen Schwerbehinderten gleichgestellt werden und hat – auch als Rentner – kleine Steuervorteile.

Ein Antrag auf Anerkennung als Schwerbehinderter kostet nichts und der Arbeitgeber erfährt hiervon nichts. Vor der Antragstellung sollte man sich allerdings beraten lassen, als Arbeitnehmer beispielsweise bei der betrieblichen Schwerbehindertenvertretung, als Rentner beispielsweise beim VdK. Der Schwerbehindertenausweis bringt betroffenen Arbeitnehmern unter anderem besseren Kündigungsschutz, Anspruch auf fünf zusätzliche Urlaubstage und steuerliche Vorteile.

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