Ehepartner von Beamten: Nicht unüberlegt von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln

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Der Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung kann sich beim späteren Rentenbezug auszahlen. Deshalb ist vor dem Wechsel eine detaillierte Berechnung erforderlich, die allerdings mehrere Unbekannte enthält.

Zwei Personengruppen stehen vor der Entscheidung, ob sie von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln sollten:

  • Ehefrauen von Beamten, die ihre Erwerbstätigkeit wegen Kinderbetreuung oder wegen der Pflege von Angehörigen unterbrechen und

  • junge Besserverdiener, die als Privatpatienten wesentlich geringere Beiträge zu zahlen hätten.

Für beide Gruppen stellen sich zwei Probleme:

  • dass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung mit zunehmendem Alter steigen können, und zwar über den Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung hinaus, und

  • dass die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung, die ohnehin nur bis zum 55. Lebensjahr möglich ist, unter Umständen dazu führen kann, dass sie als freiwilliges Mitglied auch auf alle weiteren Einkünfte, u.a. aus Kapitalerträgen und Vermietung, Beiträge zu zahlen hätten.

Erster Fall: Unterbrechung der Erwerbstätigkeit

Viele Ehefrauen von Beamten nutzen bei Wegfall ihrer Krankenversicherungspflicht die Möglichkeit, sich privat mit Beihilfeanspruch über ihren Ehemann zu versichern. Deshalb beenden sie ihre Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei der Wiederaufnahme einer versicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit kehren sie in die gesetzliche Krankenversicherung zurück.

Mögliches Problem

Nach der Unterbrechung einer versicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit reicht allein deren Wiederaufnahme nicht ohne Weiteres aus, um im Rentenalter Pflichtmitglied in der Krankenversicherung für Rentner (KVdR) werden zu können. Vielmehr ist zudem die Voraussetzung zu erfüllen, dass die Betreffenden in der zweiten Hälfte ihrer Lebensarbeitszeit zu 90 Prozent Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung waren. Die zugrunde zu legende Lebensarbeitszeit beginnt mit der Aufnahme der ersten Berufstätigkeit – auch bei Antritt einer Lehre und bei einer selbstständigen Tätigkeit.

Beispiel

Eine Frau hat mit 18 Jahren im Jahr 1964 eine Lehre begonnen und ist im Jahr 2010 in Rente gegangen. Sie muss in den letzten 23 Jahren, also ab 1987, 20 Jahre und 9 Monate lang Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung gewesen sein.

Doch diese Bedingung zu erfüllen, gelingt vielen Frauen nicht, mit der Folge, dass sie nur freiwilliges Mitglied in der KVdR sein können und bei der Berechnung ihres Beitrags nicht nur die eigene Rente, sondern auch alle anderen Einkünfte und Kapitalerträge und unter Umständen die Einkünfte des privat versicherten Ehepartners zugrunde gelegt werden, sodass häufig ein Großteil der Rente für den Krankenkassenbeitrag aufgebraucht wird.

Lösung des Problems

In diesem Fall wäre es ratsam, trotz Unterbrechung der Erwerbstätigkeit freiwilliges Mitgleid in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben.

Zweiter Fall: Verdienst über der Krankenversicherungspflichtgrenze

Wer monatlich mehr verdient als 4.462,50 € brutto, kann sich privat krankenversichern und dadurch– eine gute Gesundheit vorausgesetzt – viel Geld sparen. Insbesondere für Singles und kinderlose Ehepaare ist diese Möglichkeit überaus lukrativ.

Mögliches Problem

Steigt der Versicherungsbeitrag z.B. wegen chronischer Erkrankungen stark an, ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung nur bis zum 55. Lebensjahr möglich. Vor dieser Altersgrenze sind die gesetzlichen Krankenkassen neuerdings zur Aufnahme verpflichtet. Doch auch dann stellt sich das Problem mit der breiteren Beitragsbemessungsgrundlage für freiwillig Versicherte in der KVdR.

Lösung des Problems

Bei allzu hohen Beiträgen zur privaten Krankenversicherung besteht die Möglichkeit, in deren Basistarif zu wechseln. Dieser kostet maximal so viel wie der Höchstbeitrag zu gesetzlichen Krankenversicherung. Die Leistungen sind denen der Krankenkassen vergleichbar.

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