Dread Disease: Auch gegen Krebs und Herzinfarkt kann man sich versichern

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Wer vom Ertrag seiner Arbeit leben muss oder ein Hausdarlehen zu tilgen hat, tut gut daran, sich gegen schwere Krankheiten abzusichern.

Wer finanzielle Risiken durch eine Existenzgründung oder aber auch durch den Hausbau abdecken möchte, denkt in der Regel zuerst an eine Risikolebensversicherung und danach an eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Als drittes Vorsorgeelement vergessen aber viele, dass nicht jede schwere Krankheit tödlich endet oder den Rückzug aus dem Berufsleben zur Folge haben muss.

Genau diese Situation einer schweren Krankheit, in denen die beiden bekannteren Versicherungen oftmals nicht greifen, deckt eine "Dread-Disease-Police" ab. Der Begriff "dread disease" bedeutet so viel wie "schwere Krankheit". Dabei handelt sich um eine Versicherungsform, die von den Britischen Inseln stammt. Sie wird inzwischen auch von einigen deutschen Lebensversicherern angeboten. Zu den versicherten schweren Krankheiten gehören in der Regel Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, multiple Sklerose, Nierenversagen und Bypass-Operationen, aber auch Erblinden oder Taubheit lassen sich absichern.

Eine Dread-Disease-Versicherung zählt noch immer zu den eher unbekannten Policen in Deutschland. Sie macht vor allem Sinn für Freiberufler und Bauherren, die eine schwere Krankheit finanziell aus der Bahn werfen kann. Die Versicherung zahlt bei einer Reihe von definierten Erkrankungen meist eine einmalige Summe aus.

Der wichtigste Unterschied zu den bekannteren Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsrenten: Die vereinbarte Zahlung gibt es unabhängig von einer späteren Gesundung. Die Versicherung dient also vor allem dazu, finanzielle Notsituationen zu überbrücken.

Wie wichtig eine solche Absicherung sein kann, zeigt sich daran, was ohne Dread-Disease-Police passieren kann. Denn wer schwer erkrankt, braucht oftmals kurzfristig Geld, sei es, um den Verdienstausfall zu überbrücken oder um Krankheitskosten aufzufangen. Wer dann in jüngeren Jahren schon auf sein Erspartes oder gar auf die Altersvorsorge zurückgreifen muss, bringt sich um sein finanzielles Polster für das Alter. Daneben kann die Belastung für die Angehörigen steigen, wenn durch eine schwere Krankheit das Gehalt des Hauptverdieners ausbleibt. Außerdem muss als Folge schwerer Erkrankungen in vielen Fällen auch noch das eigene Haus oder die eigene Wohnung behindertengerecht umgestaltet werden: Mehrkosten, die kaum jemand aus dem Ersparten bezahlen kann. Nicht selten enden solche persönlichen Katastrophen also ohne ausreichenden Schutz auch in finanziellen Desastern.

Bei der Auswahl des geeigneten Produkts ist es ratsam, vor allem die Versicherungsbedingungen genau zu studieren. Die einzelnen Angebote unterscheiden sich insbesondere in der Anzahl der versicherten Krankheiten. Nicht jede Gesellschaft sichert auch die Folgen aller denkbaren schweren Krankheiten ab. Daneben ist es wichtig, wie lange die Wartezeiten und Karenzzeiten sind, bis der Versicherer wirklich zahlen muss. Die Höhe der Prämie hängt übrigens nicht zuletzt davon ab, wie lange der Vertrag laufen soll. Eine Absicherung für ein paar Jahre bringt wenig. Schwere Krankheiten treten erfahrungsgemäß vermehrt im Alter auf, sodass die Police bis zum 55. Lebensjahr auf jeden Fall bestehen sollte.

Besonders gravierend in der Höhe der Prämien ist übrigens der Unterschied zwischen den Versicherungen, die wirklich nur im Ernstfall zahlen, und denen, die die Police auch für die Altersvorsorge anbieten.

Geldtipp
Verzichten Sie bei der Dread-Disease-Versicherung auf Angebote mit Altersvorsorgekomponente. Diese Versicherung sollten Interessierte ausschließlich zur persönlichen Absicherung abschließen, nicht zum Aufbau eines Vermögens. Dafür gibt es bessere und günstigere Möglichkeiten, die nicht mit einem Versicherungsschutz gekoppelt sind.

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