Drastische Zunahme der Krankmeldungen und Fehlzeiten

 - 

(verpd) Jüngste Erhebungen der Betriebskrankenkassen (BKK) zeigen Mängel bei der gesundheitlichen Verfassung der Arbeitnehmer auf. Der Krankenstand in den Betrieben nimmt zu – fast jeder 20. Arbeitnehmer fehlt krankheitsbedingt (Krankenstand 4,9 Prozent). Die durchschnittliche Fehlzeit beträgt 18 Tage.

Der BKK Dachverband e.V. veröffentlichte jüngst seinen in Zusammenarbeit mit der Universität Köln erstellten „BKK Gesundheitsreport“. Zugleich wurde schwerpunktmäßig anhand der Daten der Betriebskrankenkassen der Gesundheitszustand der Beschäftigten in den einzelnen Landkreisen Deutschlands aufgezeigt. Innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stehen die Betriebskrankenkassen für rund 15 Prozent aller Versicherten.

Anfang 2014 hat sich der Krankenstand zwar leicht gebessert. Dies liege aber daran, dass die Grippewelle im Frühjahr ausgeblieben sei, sagte BKK-Verbandschef Franz Knieps unter Berufung auf Daten für die ersten vier Monate. Ansonsten hatte er nur wenig Erfreuliches zu berichten.

Beschäftigte waren 2013 rund 18 Tage krankgeschrieben

Die Fehlzeiten nahmen 2013 dem aktuellen Gesundheitsreport zufolge je BKK-Pflichtversicherten im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 1,2 Tage auf 17,8 Arbeitsunfähigkeits-Tage (AU-Tage) zu. Dies bedeutet eine Zunahme um 7,3 Prozent. Entsprechend stark erhöhte sich unter den Pflichtmitgliedern der Krankenstand auf 4,88 Prozent nach 4,54 Prozent im Jahr 2012 und 4,48 Prozent im Jahr 2011.

Betrachtet man die Betriebsgröße, dann zeigt sich, dass die Zahl der AU-Tage in Betrieben mit bis zu neun Beschäftigten und mit zehn bis 19 Beschäftigten deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Betroffen von hohem Krankenstand sind vor allem Mittel- und Großbetriebe.

Unter allen Mitgliedern zeigten sich die freiwilligen BKK-Mitglieder mit durchschnittlich 6,9 AU-Tagen weiterhin vergleichsweise als die gesündeste Gruppe. Gegenüber dem Vorjahr (5,1 AU-Tage) stellte sich aber hier gleich ein massiver Zuwachs um 35,3 Prozent ein.

Am häufigsten Muskel-Skelett-Erkrankungen

Ein Viertel aller Krankentage geht auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurück, wie Knieps weiter ausführte. Ihr Anteil an den AU-Tagen machte 2013 gut 25 Prozent aus. Je 100 beschäftigte BKK-Pflichtmitglieder bedeutete dies 441 AU-Tage.

Probleme der Beschäftigten am Atmungssystem traten in 16,7 Prozent der Fälle auf. Dies waren 293 AU-Tage je 100 BBK-Pflichtmitglieder. Dann folgten bereits psychische Störungen mit 13,8 Prozent (243 AU-Tage je 100 BBK-Pflichtmitglieder).

Psychische Erkrankungen erweisen sich auch als besonders hartnäckig. Im Durchschnitt beträgt die Ausfallzeit 38 Tage – länger als bei Neubildungen von Tumorerkrankungen mit 35 Tagen je Fall. Über alle Erkrankungsarten hinweg betrug die Arbeitsunfähigkeit eines Beschäftigten 12,7 Tage.

„Allerdings werden Kurzzeiterkrankungen bis zu drei Tagen von den Krankenkassen nur erfasst, soweit eine ärztliche Krankschreibung vorliegt“, so die Wissenschaftler. „Der Anteil der Kurzzeiterkrankungen liegt daher höher, als dies in den Krankenkassendaten zum Ausdruck kommt.“

Einkommenseinbußen im Krankheitsfall

Langzeitkranke müssen übrigens im Vergleich zu ihrem bisherigen Gehalt mit Einkommenseinbußen rechnen. Zur Berechnung der Höhe des Krankengeldes bei gesetzlich Krankenversicherten wird zum einen maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze der Krankenversicherung (monatlich 4.125 € in 2015) berücksichtigt. Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird nicht mit einbezogen.

Zum anderen zahlt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gesetzlich versicherten Arbeitnehmern bei einer Arbeitsunfähigkeit nur für maximal 78 Wochen 70 Prozent des Bruttolohns beziehungsweise höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens.

Gut verdienende Angestellte oder Selbstständige, die gesetzlich krankenversichert sind, müssen daher bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit mit hohen finanziellen Einbußen im Vergleich zum bisherigen Einkommen rechnen. Dieses Risiko lässt sich jedoch durch eine private Krankentagegeld-Versicherung, mit der sich eine solche Einkommenslücke schließen lässt, absichern.

Weitere News zum Thema

  • Viele Bundesbürger fühlen sich gesundheitlich eingeschränkt

    [] (verpd) Im europäischen Durchschnitt gibt rund jeder Vierte, in Deutschland jeder Fünfte an, mit lang andauernden gesundheitlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen konfrontiert zu sein. Wie die Daten der europäischen Statistik zeigen, sinkt im Allgemeinen der Anteil der Betroffenen mit steigendem Einkommen. mehr

  • Damit die Hausapotheke nicht zum Risiko wird

    [] (verpd) Besonders in der Winterzeit kämpfen viele mit Schnupfen, Husten oder sonstigen Leiden. Wer hier entsprechende Arzneimittel zu Hause hat, kann schnell dagegen vorgehen. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass die Medikamente im heimischen Medizinschrank lagern, sondern auch, dass sie nicht veraltet sind. Denn abgelaufene Arznei wirkt häufig nur noch bedingt oder gar nicht mehr und kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich sein. mehr

  • Damit Silvester nicht auf die Ohren geht

    [] Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich an Silvester ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Um Hörschäden zu vermeiden, ist Vorsicht angesagt. mehr

  • Digitaler Stress für die Augen

    [] (verpd) Das stundenlange Starren auf einem Bildschirm hat Folgen: Die Augen sind trocken, brennen oder tränen. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) warnt in diesem Zusammenhang vor dem Büroaugen-Syndrom. Im Extremfall ist sogar das Sehvermögen gefährdet. mehr

  • Krankenversicherung: Teure Lügen und Nachlässigkeiten

    [] (verpd) Die Rechtsfolgen der sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflicht-Verletzung in der privaten Krankenversicherung sind drastisch, warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin). Die vorvertragliche Anzeigepflicht ist die Pflicht des Versicherungskunden, bei der Beantragung einer Versicherungspolice alle ihm bekannten Gefahrumstände, nach denen im Antrag gefragt wird, wahrheitsgemäß zu beantworten. Die Bafin gibt Tipps, worauf ein Versicherungskunde beim Antrag achten sollte, damit es nicht zu einer Pflichtverletzung kommt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.