Die häufigsten Ursachen, warum Menschen sterben

Die häufigsten Ursachen, warum Menschen sterben

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(verpd) Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren wie in den Vorjahren auch 2015 die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland, gefolgt von Krebsleiden. Deutlich zugenommen hat nach der aktuellen Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) der Anteil der Todesfälle durch psychische und Verhaltensstörungen. Auch insgesamt ist eine deutliche Zunahme der Sterbefälle zu verzeichnen. 2015 starben hierzulande mit über 925.000 so viele Menschen wie noch nie in diesem Jahrtausend.

Die Anzahl der Todesfälle in Deutschland hat 2015 nach einem leichten Rückgang im Jahr zuvor wieder zugenommen. Nach den vom Statistischen Bundesamt (Destatis) kürzlich veröffentlichten Zahlen gab es eine deutliche Steigerung um 6,5 Prozent auf 925.200, wodurch erstmals in diesem Jahrtausend die 900.000er-Marke überschritten wurde. In der Nähe dieser Marke befand sich die Zahl der Sterbefälle in den vergangenen Jahren nur 2013.

Im Vergleich zum Tiefststand in diesem Jahrtausend, nämlich in 2004 hat die Zahl der Todesfälle 2015 sogar um über 13 Prozent zugenommen. Gründe für diese Entwicklung sind dem Destatis-Zahlenmaterial nicht zu entnehmen.

Herz-Kreislauf-Krankheiten bleiben häufigste Todesursache

Wie in den Vorjahren gingen auch 2015 die meisten Todesfälle auf Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems zurück – nämlich in fast 357.000 Fällen. Der Anteil sank ein weiteres Mal – und zwar auf rund 38,5 Prozent. 2012 waren es noch über 40 Prozent.

Relativ gesehen sterben immer weniger Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – 2015 waren es rund 198.600 Frauen –; deren Anteil ist damit von rund 57 Prozent in 2013 auf 55,7 Prozent in 2015 zurückgegangen. Diese Erkrankungen führen laut Destatis weiterhin insbesondere bei älteren Menschen zum Tod: Über 90 Prozent der an einer Herz-Kreislauf-Krankheit Verstorbenen gehörten der Altersgruppe ab 65 Jahre an.

2015 starben in der Bundesrepublik nur noch knapp 51.000 Menschen an einem Herzinfarkt, wie die Daten weiter zeigen. Zwischen 2011 und 2013 waren es noch jeweils um 55.000 Personen, in den fünf Jahren davor um die 60.000 und 2003 sogar fast 70.000 Menschen. Mit unverändert 43 Prozent waren Frauen 2015 deutlich seltener davon betroffen als Männer.

Krebsleiden unverändert zweithäufigste Todesursache

Weiterhin auf dem zweiten Platz der Rangliste der häufigsten Todesursachen lagen auch 2015 Krebserkrankungen, nämlich insgesamt rund 226.000 Todesfälle, was einem Anteil aller Verstorbenen von 24,5 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es anteilig noch 25,8 Prozent. Frauen waren hier aktuell mit knapp 46 Prozent seltener betroffen als Männer.

Bösartige Neubildungen der Verdauungs- beziehungsweise der Atmungsorgane waren bei Männern die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten, wie Destatis weiter mitteilte.

Bei den Frauen waren es ebenfalls die bösartigen Neubildungen der Verdauungsorgane. Die häufigste Einzeldiagnose entfällt beim weiblichen Geschlecht allerdings weiterhin auf Brustkrebs.

Mehr Todesfälle wegen psychischer und Verhaltensstörungen

Mit großem Abstand dahinter folgen als Todesursachen Krankheiten des Atmungssystems. Deren Zahl beziehungsweise Anteil nahm im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu – nämlich um fast 10.000 auf rund 68.300 Todesfälle beziehungsweise um 0,7 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent aller Todesfälle.

Um fast ein Viertel, nämlich auf fast 44.600 hat die Zahl der Sterbefälle zugenommen, die auf psychische und Verhaltensstörungen zurückgehen. Der Anteil zu allen in 2015 Verstorbenen beträgt mittlerweile fast fünf Prozent. In den vergangenen zehn Jahren zeigt sich eine bis auf eine Ausnahme kontinuierliche Steigerung. Im Vergleich zu 2006 hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. Mit 61,3 Prozent führen psychische und Verhaltensstörungen bei Frauen deutlich häufiger zum Tod als bei Männern.

Am fünfthäufigsten, konkret in fast 39.900 Fällen, starben Personen wegen Krankheiten am Verdauungssystem, davon alleine fast 15.200 wegen Lebererkrankungen.

Viele sterben nicht aufgrund einer Krankheit

Platz sechs der häufigsten Todesursachen mit 36.500 Todesfällen belegen äußere Ursachen wie beispielsweise Unfälle, Vergiftungen oder auch Suizid. Bei den Selbstmorden gibt es im Vergleich zu den Todesfällen aufgrund psychischer Störungen und Verhaltensstörungen ein umgekehrtes anteiliges Verhältnis zwischen den Geschlechtern: Hier ist der Männeranteil mit 73 Prozent fast drei Mal so hoch wie derjenige der Frauen. Die Gesamtzahl für 2015 wird mit knapp 10.100 angegeben. Damit liegt die Zahl der Suizide seit sechs Jahren in etwa auf dem gleichen Niveau.

Knapp 32.500 Todesfälle gehen auf das Konto von endokrinen Erkrankungen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten, darunter verstarben alleine 24.400 Personen infolge Diabetes mellitus (Diabetes).

Auf dem achten Platz der häufigsten Todesfälle folgen Krankheiten des Nervensystems und der Sinnesorgane mit über 29.100 Sterbefällen.

Damit die Angehörigen finanziell abgesichert sind

Wer sichergehen möchte, dass im Todesfall die Angehörigen wie der Ehepartner und/oder die Kinder zumindest finanziell ausreichend versorgt sind, sollte frühzeitig eine entsprechende Vorsorge treffen. Wie bei der Altersvorsorge gilt auch hier, je früher man mit einer entsprechenden Absicherung beginnt, desto niedriger sind die Prämien.

Für eine genaue Analyse, was die Angehörigen ohne eine weitere Absicherung im Todesfall erhalten würden und wie hoch die eventuelle Absicherungslücke ist, damit die Hinterbliebenen ihren Lebensstandard halten können, kann ein Versicherungsexperte zurate gezogen werden.

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