Die größten Krankenkassen

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(verpd) Die Techniker Krankenkasse hat ihren Vorsprung vor der Barmer GEK in der Rangliste der Krankenkassen nach der Anzahl der Mitglieder zur Jahresmitte 2016 auf rund 530.000 ausgebaut. Das geht aus den aktuellen Daten eines gesundheitspolitischen Hintergrunddienstes hervor. In den ersten sechs Monaten wurden einige Krankenkassen deutlich größer als andere bezüglich ihrer Mitgliederzahlen.

Insgesamt sind laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) rund 71,4 Millionen Bürger bei den 117 gesetzlichen Krankenkassen, die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind, krankenversichert. Die Versicherten sind zum einen Mitglieder, also gesetzlich oder freiwillige Krankenversicherte, für die Krankenkassenbeiträge zum Beispiel als Arbeitnehmer oder Rentner an die Krankenkasse entrichtet werden. Zum anderen gibt es Versicherte, für die beispielsweise im Rahmen der kostenlosen Familienmitversicherung keine Krankenkassenbeiträge zu bezahlen sind.

Die Anzahl der zahlenden Krankenkassenmitglieder ist zur Jahresmitte auf den neuen Rekordwert von 55,15 Millionen angestiegen. Dies geht aus den Daten des gesundheitspolitischen Hintergrunddienstes Dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik, einem Fachinformationsdienst der MC.B-Verlag GmbH hervor. Gut jede vierte der in Deutschland bestehenden 117 Krankenkassen – die Krankenkassen sind die Träger der GKV – konnte allerdings nicht an dem Aufwärtstrend teilhaben.

Kündigungsgrund: Höherer Zusatzbeitragssatz

Ein Grund für die Veränderungen sehen die Experten darin, dass die Mitglieder wegen Beitragssatzerhöhungen der bisherigen Krankenkassen zum Teil zu günstigeren Krankenkassen gewechselt haben. Zum Jahresanfang haben nämlich mehr als zwei Drittel der Krankenkassen den allein von den Versicherten zu zahlenden Zusatzbeitragssatz, den jede Kasse für sich individuell festlegt, erhöht. Eine online abrufbare Übersicht des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) zeigt die jeweiligen aktuellen Zusatzbeiträge aller Krankenkassen.

Den Zusatzbeitragssatz müssen die gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmer zusätzlich zum normalen GKV-Beitragssatz, der aktuell bei 7,3 Prozent für Arbeitnehmer liegt, entrichten. 2015 lag der Zusatzbeitrag im Durchschnitt noch bei 0,9 Prozent, 2016 bereits bei 1,1 Prozent. Prinzipiell gilt: Wird von einer Krankenkasse ein Zusatzbeitrag erstmals erhoben oder ein bestehender Zusatzbeitrag erhöht, steht den Versicherten der Kasse ein Sonderkündigungsrecht zu.

Damit die Kündigung fristgerecht ist, muss der Versicherte das Kündigungsschreiben bis spätestens zum Ablauf des Monats, für den die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erstmals erhebt oder ihn erhöht, bei der Kasse eingereicht haben. Die Kündigung wird zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam, danach kann der Versicherte zu einer anderen Kasse wechseln. Details zum Thema Krankenkassenwechsel, zum Beispiel welche Kündigungsmöglichkeiten bestehen, bietet das BMG mit dem online herunterladbaren Flyer „Informationsblatt zu Krankenkassen-Wahlrechten“.

Die Krankenkassen mit den meisten Mitgliedern

Die Nummer eins im Markt der Krankenkassen mit den meisten Mitgliedern, die Techniker Krankenkasse (TK), steigerte ihre Mitgliederzahl in den ersten sechs Monaten von 7,04 auf fast 7,21 Millionen Personen. Damit gehörte sie zu den Körperschaften mit dem größten Zuwachs im Berichtszeitraum. Da die Barmer GEK über 55.500 Mitglieder verlor, baute die TK zum Stichtag 1. Juli den Vorsprung in der Rangliste auf fast 530.000 aus.

Setzt sich diese Entwicklung im weiteren Jahresverlauf fort, dann wird es für die Barmer GEK, der derzeitigen Nummer zwei der mitgliederstärksten Krankenkassen, trotz der Fusion mit der Deutschen BKK Anfang 2017 eventuell doch nicht reichen, sich an die Spitze des Rankings zu setzen. Nach jetzigem Stand kommt die fusionierte Kasse auf knapp 7,55 Millionen Mitglieder. An dritter Stelle liegt unverändert die DAK-Gesundheit (4,76 Millionen Mitglieder). Seit Anfang 2012 hat sich der Rückstand auf die Barmer GEK von 1,63 auf 1,92 Millionen vergrößert.

Der Vorsprung auf die AOK Bayern (aktuell gut 3,4 Millionen Mitglieder) auf Platz vier hat sich im gleichen Zeitraum hingegen von knapp 1,80 auf 1,34 Millionen Mitglieder reduziert. Auf Platz fünf liegt die AOK Baden-Württemberg mit rund 3,1 Millionen Mitgliedern. Die AOK Plus mit über 2,5 Millionen Mitglieder auf Platz sieben hat sich der IKK Classic (knapp 2,6 Millionen Mitglieder) auf Position sechs bis auf knapp 44.000 Mitglieder angenähert. Vor eineinhalb Jahren betrug die Differenz noch fast 400.000 Mitglieder. Auf den Rängen acht bis zehn liegen die AOK Rheinland-Hamburg, die AOK Nordwest und die AOK Niedersachsen mit jeweils rund zwei Millionen Mitgliedern.

Zahlreiche Rangverschiebungen

Im Vergleich zum Jahresbeginn gab es diverse Rangverschiebungen. Die BKK Mobil Oil verteidigte ihren 17. Platz vor der SBK Siemens Betriebskrankenkasse, die sie bereits zum Stichtag 1. April überholt hatte. Der Vorsprung hat sich im zweiten Quartal jedoch von knapp 10.000 auf nur noch rund 3.750 Mitglieder verringert. Die Handelskrankenkasse (HKK), die sich zum Stichtag 1. April um vier Position auf Platz 27 nach oben geschoben hatte, musste zur Jahresmitte die Hanseatische Krankenkasse (HEK) wieder an sich vorbeiziehen lassen und liegt nun an 28. Stelle.

Die nur in Baden-Württemberg geöffnete Metzinger BKK (aktuell fast 19.000 Mitglieder), die als einzige Körperschaft keinen Zusatzbeitrag erhebt, setzte ihren Aufwärtstrend fort und verbesserte sich vom 102. Platz zu Jahresbeginn auf den 86. Platz bis Anfang April und aktuell den 78. Rang. Um sechs Plätze aufwärts auf Rang 58 ging es im ersten Halbjahr für die nur in Bayern geöffnete BKK Faber-Castell & Partner, die mit 0,5 Prozent ebenfalls einen niedrigen Zusatzbeitrag erhebt.

Die nur in Baden-Württemberg geöffnete BKK Scheufelen, die mit nur 0,4 Prozent Zusatzbeitrag ebenfalls zu den günstigen Kassen gehört, kletterte von Position 65 zu Jahresbeginn auf Rang 60 zum 1. Juli. Drei Plätze abwärts ging es für die Atlas BKK Ahlmann, während die BKK Achenbach Buschhütten, die BKK Euregio, die BKK Melitta plus, die SKD BKK und die WMF BKK zwischen Anfang Januar und Anfang Juli jeweils zwei Positionen einbüßten.

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