Die Bürger werden immer häufiger krank

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(verpd) Der Krankenstand in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf 4,0 Prozent angestiegen. Immer mehr Berufstätige melden sich mindestens einmal im Jahr krank. Erneut angewachsen ist der Anteil der psychischen Erkrankungen. Das sind einige der Erkenntnisse, zu der die DAK, eine gesetzliche Krankenkasse, durch die Datenauswertung ihrer Versicherten gekommen ist.

Der Krankenstand in Deutschland ist im Jahr 2013 erneut gestiegen. Lag er 2012 noch bei 3,8 Prozent, erhöhte er sich im vergangenen Jahr auf 4,0 Prozent. Von 1.000 Erwerbstätigen waren also durchschnittlich 40 an jedem Tag des Jahres krankgeschrieben. Das ist ein Ergebnis des Gesundheitsreports 2014 der DAK-Gesundheit, einer gesetzlichen Krankenkasse, in deren Auftrag die Iges Institut GmbH die Daten der rund 2,7 Millionen DAK-Versicherten ausgewertet hat.

Immer mehr Berufstätige melden sich dem Report zufolge mindestens einmal im Jahr krank. Die Betroffenenquote stieg 2013 mit 50,6 Prozent erstmals seit vier Jahren über 50 Prozent. Damit lag für etwas mehr als jeden zweiten Arbeitnehmer eine Meldung über Arbeitsunfähigkeit (AU) vor. 2012 lag die Quote noch bei 47,9 Prozent.

Versicherte werden häufiger, aber kürzer krank

Außerdem werden die Versicherten häufiger krank – allerdings kürzer als im Vorjahr. 2013 gab es 121,1 Arbeitsunfähigkeits-Meldungen je 100 Versichertenjahre (2012: 112). Damit war jeder Versicherte im Durchschnitt 1,2 Mal arbeitsunfähig. Die einzelne Krankheitsphase dauerte im Schnitt nur noch zwölf Tage (2012: 12,6 Tage).

42,5 Prozent der AU-Tage entfielen auf nur 3,7 Prozent der Fälle, und zwar auf die langfristigen Arbeitsunfähigkeiten von mehr als sechs Wochen Dauer. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Langzeit-Arbeitsunfähigkeiten leicht zurückgegangen (2012: 4,0 Prozent) und um 1,9 Prozentpunkte gesunken.

Tatsächlich sei die Gesamtzahl der Krankheitstage aber höher, heißt es im Gesundheitsreport: Viele Arbeitnehmer müssten bei sehr kurzen Erkrankungen keine AU-Bescheinigung abgeben, andere würden ihre Bescheinigung nicht bei der Krankenkasse einreichen. Schätzungen zufolge lag der Krankenstand 2013 bei 144 Fällen pro 100 Versicherte – 19 Prozent höher, als die Auswertung der tatsächlich registrierten Fälle ergab.

Immer mehr psychische Erkrankungen

Die meisten Krankheitstage (21,5 Prozent) hatten wie im Vorjahr ihre Ursache in Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Das waren aber weniger als 2012 (23,3 Prozent).

Einen Anstieg gab es dagegen bei den Atemwegserkrankungen: Hier stieg sowohl die Fallhäufigkeit von 30,7 auf 38,0 Fälle pro 100 Versichertenjahre als auch die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage von 203,1 auf 252,4 Tage pro 100 Versichertenjahre. Damit stieg ihr Anteil von 14,5 auf 17,3 Prozent.

Auch bei den psychischen Erkrankungen setzte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort. 2013 gab es aufgrund von psychischen Erkrankungen 6,2 Erkrankungsfälle und 212,8 Arbeitsunfähigkeitstage pro 100 Versichertenjahre, ein Anteil von 14,6 Prozent (2012: 14,5 Prozent).

Anteile der Einzeldiagnosen an AU-Tagen

Betrachtet man die Ebene der Einzeldiagnosen, liegen Atemwegsinfektionen ganz vorne. Auf sie folgen Rückenschmerzen und depressive Episoden.

Auffällig ist, dass einige Krankheiten zwar keine große Fallzahl aufweisen, aber dafür im Durchschnitt zu langen Krankschreibungen führen. Dies zeigt sich zum Beispiel bei der Diagnose „Depressive Episoden“, die nur einen Anteil von 1,2 Prozent der Arbeitsunfähigkeits-Fälle einnehmen, dafür aber 5,1 Prozent der Fehltage.

Frauen sind dem Gesundheitsreport zufolge häufiger arbeitsunfähig als Männer. Das sei besonders auf den höheren Anteil an Erkrankungen des Urogenitalsystems (2,4 Prozent im Vergleich zu 1,1 Prozent) sowie auf Schwangerschafts-Komplikationen (1,5 Prozent) zurückzuführen. Männer sind dagegen im Durchschnitt länger krank.

Einkommenseinbußen im Krankheitsfall

Übrigens: Wer über längere Zeit krank ist, muss mit Einkommenseinbußen im Vergleich zu seinem bisherigen Gehalt rechnen. Zur Berechnung der Höhe des Krankengeldes bei gesetzlich Krankenversicherten wird zum einen maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze der Krankenversicherung (monatlich 4.050 € in 2014) berücksichtigt. Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird nicht mit einbezogen.

Zum anderen zahlt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gesetzlich versicherten Arbeitnehmern bei einer Arbeitsunfähigkeit nur für maximal 78 Wochen 70 Prozent des Bruttolohns beziehungsweise höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens.

Gut verdienende Angestellte oder Selbstständige, die gesetzlich krankenversichert sind, müssen daher bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit mit hohen finanziellen Einbußen im Vergleich zum bisherigen Einkommen rechnen. In vielen Fällen empfiehlt sich deshalb eine Absicherung durch eine private Krankentagegeld-Versicherung, mit der sich eine solche Einkommenslücke schließen lässt.

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