Die Bonusprogramme von Krankenkassen und die Steuer

 - 

(verpd) Gesetzlich Krankenversicherte, die von ihrer Krankenkasse Geldleistungen im Rahmen eines Bonusprogramms erhalten, können die Krankenversicherungs-Beiträge trotz allem in voller Höhe als Sonderausgaben in ihrer Steuererklärung geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Az. X R 17/15).

Ein gesetzlich krankenversicherter Mann war bei einer gesetzlichen Krankenkasse, die zur Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens ein Bonusprogramm anbot, versichert. Im Rahmen dieses Bonusprogramms erhalten Versicherte, die an von ihnen selbst bezahlten gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen teilnehmen, einen jährlichen Zuschuss von bis zu 150 Euro von dieser Krankenkasse.

Grundsätzlich können gesetzlich Krankenversicherte die bezahlten Krankenkassenbeiträge als Sonderausgaben bei der Einkommens-Steuererklärung geltend machen und damit ihre Steuerlast mindern. Im genannten Gerichtsfall sah das zuständige Finanzamt in dem Zuschuss, den der Mann von seiner Krankenkasse im Rahmen des Bonusprogramms erhielt, eine Erstattung von Krankenversicherungs-Beiträgen. Es minderte daher die in seiner Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemachten Krankenkassenbeiträge um den Zuschuss.

Gegen das Bundesministerium für Finanzen

Dagegen wehrte sich der Mann mithilfe einer Gerichtsklage. Das in der letzten Instanz mit dem Fall befasste Bundesfinanzhof gab ihm ebenso wie die Vorinstanz recht. Nach Ansicht der Richter steht die Bonuszahlung der gesetzlichen Krankenkasse in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit den von dem Kläger gezahlten Versicherungsbeiträgen. Sie stellt vielmehr eine (Teil-)Erstattung der von ihm finanzierten gesundheitsbezogenen Aufwendungen dar.

An der eigentlichen Beitragslast ändere sich folglich nichts. Das aber habe zur Folge, dass der Kläger die von ihm gezahlten Versicherungsbeiträge im Rahmen der Sonderausgaben in voller Höhe dem Finanzamt gegenüber geltend machen könne.

In einer Stellungnahme zu dem Urteil betont der Bundesfinanzhof, dass er sich mit seiner Entscheidung ausdrücklich gegen die Auffassung des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) stellt. Denn das sieht in allen Krankenkassenleistungen aufgrund eines Bonusprogramms eine Beitragserstattung.

Weitere News zum Thema

  • Krankenkassen haben Milliardenüberschuss

    [] Nach den ersten drei Quartalen 2017 konnten die gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von rund 2,5 Milliarden Euro ausweisen, wie die vorläufigen Finanzergebnisse aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zeigen. Alle Kassenarten lagen im Plus. Die Ausgaben stiegen vergleichsweise moderat an. mehr

  • Gesetzliche Krankenversicherung: Geringe Beitragsentlastung

    [] Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit wird der vom Arbeitnehmer alleine zu tragende Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Durchschnitt sinken. Allerdings werden Gutverdiener aufgrund der Erhöhung bestimmter Sozialversicherungs-Werte dennoch mehr zahlen müssen als bisher. Zudem wird der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung schwerer. mehr

  • Neues für Selbstständige mit geringem Einkommen

    [] Wie das Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) jüngst mitteilte, gibt es ab 2018 eine Änderung bei der Festlegung der Beiträge für Selbstständige, die in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind. Zudem steigt der Mindestbeitrag. Experten warnen bereits seit Längerem vor einer Überforderung von gering verdienenden Selbstständigen durch überhöhte Mindestbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). mehr

  • Gefährliches Spielzeug und riskante sonstige Produkte

    [] Nicht jedes Spielzeug oder Kinderzimmer-Möbelstück ist auch wirklich für Kinder geeignet. Ein Webportal zeigt, worauf man bei den einzelnen Produktarten achten sollte, um das Unfallrisiko minimal zu halten und die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden, aber auch, welche einzelnen Produkte bereits als gefährlich eingestuft wurden. mehr

  • Damit PC und Smartphone nicht zu Augenleiden führen

    [] Viele, die fast jeden Tag stundenlang auf einen Monitor blicken, egal ob es sich dabei um einen Computerbildschirm oder ein Smartphone-Display handelt, leiden irgendwann unter gereizten, geröteten, lichtempfindlichen und/oder juckenden Augen. Bei manchen verschlechtert sich sogar die Sehstärke. Wie sich solche Beschwerden verhindern lassen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.