Die Sorgen der Krankenversicherten

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(verpd) Eine unabhängige und gemeinnützige Beratungsstelle für Patienten und deren Angehörige legte vor Kurzem ihren aktuellen Jahresbericht vor, der aufzeigt, zu welchen Gesundheitsbereichen die meisten Fragen von Bürgern gestellt wurden.

Unter anderem gab es beispielsweise zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und den Patientenrechten einen hohen Klärungsbedarf.

Seit 2006 berät die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) neutral und kostenlos Patienten und Angehörige in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen. Sie handelt dabei gemäß Paragraf 65b SGB V (Fünftes Sozialgesetzbuch) mit dem Ziel, die Patientenorientierung zu verbessern. Finanziert wird die UPD durch den Spitzenverband Bund der Krankenkassen, der per Gesetz keinen Einfluss auf den Inhalt oder den Umfang der Beratungstätigkeit nehmen darf.

Insgesamt wurden alleine von April 2014 bis März 2014 knapp 80.500 Beratungsgespräche von der UPD durchgeführt. Der jüngst veröffentlichte Jahresbericht der UPD zeigt auf, in welchen Bereichen die Bürger in dieser Zeit die meisten Fragen gestellt haben.

Problemfall: Krankengeld

Die meisten Anfragen, nämlich über 23.200, wurden zu den Leistungen und Anspruchs-Voraussetzungen der Krankenkassen und anderen Kostenträgern gestellt. Besonders hoch war Beratungsbedarf in Sachen Krankengeld. Insbesondere stellten viele gesetzlich Krankenversicherte die Frage, wann die Krankenkasse die Krankengeldzahlungen einstellen darf.

Im Bericht heißt es diesbezüglich: „Neben der sozialmedizinischen Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und Fragen zur Bezugsdauer ging es hier besonders häufig um den Wegfall des Anspruchs auf Krankengeld wegen einer Lücke in der Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit.“

Laut UPD gilt: „Für den sicheren Bezug des Krankengelds müssen die Krankschreibungen lückenlos sein.“ Spätestens zum folgenden Werktag nach Ende der bisherigen Krankschreibung muss man sich wieder eine neue Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung ausstellen lassen. Wer seine Arbeitsunfähigkeit nicht lückenlos nachweist, dem droht im schlimmsten Fall, dass die Krankengeldzahlung ausgesetzt wird.

Von Patientenrechten bis zu psychosozialen Themen

In fast 15.100 Anfragen drehte sich alles um die Patientenrechte. Insbesondere die Frage, ob man ein Recht darauf hat, seine Krankenakte einzusehen, beschäftigte viele. Stephanie Jahn, Geschäftsführerin der UPD, erklärt dazu: „Nach dem Patientenrechtegesetz steht jedem diese Möglichkeit zu, trotzdem wird sie von Arztpraxen und Krankenhäusern immer wieder verwehrt.“

Laut UPD können Betroffene sich dann bei der „Ärztekammer beschweren oder den Rechtsweg nehmen“. Besonders wer der Ansicht ist, falsch behandelt worden zu sein oder wer den Arzt wechseln will, sollte auf die Herausgabe seiner Krankenakte bestehen.

In mehr als 10.700 Beratungsgesprächen ging es um eine Krankheits- und/oder Lebensbewältigung. Dazu gehörten Fragen, wie man mit den Ängsten und Herausforderungen, die eine eingetretene Krankheit, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit mit sich bringen kann, umgeht, aber auch was bei Konflikten zum Beispiel mit der Krankenkasse zu tun ist. Rund 9.300 Anfragen wurden zum Bereich Zuzahlungen und Geldforderungen von Kassen und Ärzten gestellt.

Fast 6.300 Beschwerden

In 8.200 Fällen wollten Bürger Auskunft in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten. Zudem gab es knapp 2.700 Anfragen zu Arzneimitteln sowie rund 2.400 Beratungsgespräche zum Nutzen und Risiken medizinischer Verfahren und Maßnahmen.

Häufig erfolgten die Anfragen im Zusammenhang mit Muskel-Skelett- sowie Kreislauf-Erkrankungen, Rückenschmerzen, Gelenkverschleiß, Erkrankung der Zähne, psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen sowie bösartigen Neubildungen.

Einen hohen Stellenwert bei der Beratung hatten auch die Patientenbeschwerden. Insgesamt haben sich Bürger in 12.300 Gesprächen mit UPD-Mitarbeitern über einen konkreten Anlass beschwert. Die meisten Beschwerden, nämlich über 4.300, gingen im Bereich Patientenrechte ein. Von den rund 6.300 Gesprächen zum Thema Behandlungsfehler hat sich ein Drittel der Gesprächsteilnehmer zum Beispiel konkret über einen Arzt oder eine Klinik beschwert. Damit belegten die Behandlungsfehler mit knapp 2.100 Beschwerden Platz zwei der Beschwerderangliste.

Antworten finden

Die kostenfreie und unabhängige Beratung kann per Telefon unter 0800 0117722 (gebührenfrei im Festnetz) oder aus dem Mobilnetz unter 030 34048448, online oder persönlich vor Ort an einer der 21 regionalen Beratungsstellen, die es deutschlandweit gibt, erfolgen.

Die Beratung umfasst alle Gesundheitsthemen, zum Beispiel von den Behandlungs-Möglichkeiten von Krankheiten, Patientenrechten, Kassenleistungen bis hin zur Patientenverfügung und medizinischen Vorsorgevollmachten. Auch bei Konflikten mit Ärzten, Kliniken und Krankenkassen sowie bei der Suche nach regionalen Fachärzten, Kliniken, Selbsthilfegruppen sowie Fachanwälten für Medizin- und Sozialrecht oder bei Fragen zu einem geplanten Kassenwechsel hilft die UPD weiter.

Zudem enthält das Webportal umfassende Informations-Möglichkeiten, zum Beispiel zu den Themen Patientenrechte, IGeL-Leistungen und Krankengeld sowie zu diversen Krankheiten und Gesundheitsbeschwerden.

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