Das plant die Große Koalition: Gesundheit

 - 

- Krankenversicherung
Der Bundeszuschuss für die »versicherungsfremden Leistungen« soll wieder gestrichen werden. Der Zuschuss beträgt derzeit 2,5 Mrd. € und sollte eigentlich 2006 um weitere 1,7 Mrd. € aufgestockt werden. Diese Erhöhung wird 2006 ausfallen. Das bedeutet für das Jahr 2006 ein Minus von rund 1,7 Mrd. € für die gesetzlichen Kassen, die mit dem vollen Zuschuss gerechnet haben. 2007 soll auch der aktuelle Zuschuss in Höhe von 2,7 Mrd. € gestrichen werden. Da Medikamente mit dem vollen Mehrwertsteuersatz belastet sind, schlägt auch die Mehrwertsteuererhöhung durch. Die Kassen rechnen mit einer Zusatzbelastung von 750 Mio. €. Summa summarum eine Zusatzbelastung von 5,2 Mrd. €. Eine Milliarde € bedeuten etwa 0,1 %-Punkte beim Beitragssatz.

Entlastung sollen die Kassen durch Einsparungen bei Arzneimitteln erhalten. Zwei Milliarden avisiert die Regierung in spe. Die Kassen haben schon heftige Bedenken angemeldet. Aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit sind Zweifel an der Zahl durchaus berechtigt.

Die Anhebung der Beiträge ist damit sehr wahrscheinlich.

Gewinner: keine
Verlierer: Alle gesetzlich Versicherten, insbesondere Rentner mit betrieblicher Altersversorgung, da sie auf diese Renten den vollen Krankenversicherungsbeitrag alleine tragen müssen.

- Pflegeversicherung
Reformen: Fehlanzeige. Es werden aber zusätzliche Leistrungen versprochen.
Die Möglichkeit des Familienurlaubs für Personen, die Angehörige zuhause pflegen, soll verbessert werden. Insgesamt soll die ambulante Pflege gestärkt werden. Auch wenn es nicht ausgesprochen wurde: Das bedeutet weniger Geld für die stationäre Pflege. Das Ziel ist klar: ambulant statt stationär entlastet die Kostenseite.

Zukünftig soll die Lage der Demenz-Erkrankten verbessert werden. Ein wichtiges und sicher richtiges Vorhaben. Es wird die Pflegekassen aber mit rund 750 Mio. € zusätzlich belasten. Derzeit gibt es rund eine Million altersverwirrter Menschen in Deutschland, bis 2030 soll die Zahl auf 1,6 Mio. steigen. Durch den Zuschlag für Kinderlose (rund 800 Mio. € pro Jahr) wird das System vorübergehend gestützt. Der derzeitige Beitragssatz kann aufgrund der vorhandenen Reserven wohl noch zwei Jahre gehalten werden.

Um die defizitäre gesetzliche Pflegeversicherung zu sanieren, sollen privat Pflegeversicherte zu einem Finanzausgleich herangezogen werden. Begründung: Bei völlig identischer Leistung habe die private Pflegeversicherung relativ weniger Pflegefälle. Wie hoch dieser Ausgleich ausfallen soll, darüber gibt es derzeit keine Informationen. »Großzügigerweise« bleiben die Alterungsrückstellungen der privat Pflegeversicherten unangetastet.

Gewinner: Demenzerkrankte, sofern der Plan in die Realität umgesetzt wird,
sowie Leistungsempfänger in der Pflegeversicherung.
Verlierer: Langfristig betrachtet alle, da die notwendige Reform des Systems verschoben wird; möglicherweise die privat Pflegeversicherten durch höhere Beiträge.

Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Höhere Arbeitgeberzuschüsse für privat Krankenversicherte

    [] (verpd) Durch die Änderung der Beitragsbemessungsgrenzen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 hat sich auch die Zuschusshöhe, die ein Arbeitgeber seinem privat krankenversicherten Arbeitnehmer zahlen muss, erhöht. Auch der Anstieg des Beitragssatzes der gesetzlichen Pflegeversicherung führte zu der Erhöhung des Arbeitgeberzuschusses. mehr

  • Viele Bundesbürger fühlen sich gesundheitlich eingeschränkt

    [] (verpd) Im europäischen Durchschnitt gibt rund jeder Vierte, in Deutschland jeder Fünfte an, mit lang andauernden gesundheitlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen konfrontiert zu sein. Wie die Daten der europäischen Statistik zeigen, sinkt im Allgemeinen der Anteil der Betroffenen mit steigendem Einkommen. mehr

  • Damit die Hausapotheke nicht zum Risiko wird

    [] (verpd) Besonders in der Winterzeit kämpfen viele mit Schnupfen, Husten oder sonstigen Leiden. Wer hier entsprechende Arzneimittel zu Hause hat, kann schnell dagegen vorgehen. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass die Medikamente im heimischen Medizinschrank lagern, sondern auch, dass sie nicht veraltet sind. Denn abgelaufene Arznei wirkt häufig nur noch bedingt oder gar nicht mehr und kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich sein. mehr

  • Damit Silvester nicht auf die Ohren geht

    [] Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich an Silvester ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Um Hörschäden zu vermeiden, ist Vorsicht angesagt. mehr

  • Digitaler Stress für die Augen

    [] (verpd) Das stundenlange Starren auf einem Bildschirm hat Folgen: Die Augen sind trocken, brennen oder tränen. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) warnt in diesem Zusammenhang vor dem Büroaugen-Syndrom. Im Extremfall ist sogar das Sehvermögen gefährdet. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.