Damit die Arznei auch wirkt

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(verpd) Nach Angaben von Gesundheitsexperten sind ausbleibende Therapieerfolge oder unerwünschte Nebenwirkungen häufig die Folge einer falschen Medikamenteneinnahme.

Zu den häufigsten Fehlern zählten eine falsche Dosierung, ein falscher Einnahmezeitpunkt, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder die Einnahme in Kombination mit ungeeigneten Getränken oder Lebensmitteln. Daher sollten alle Hinweise der Medikamenten-Packungsbeilage oder auch abweichende Anweisungen vom Arzt zur Einnahme oder Anwendung des Medikaments beachtet werden.

Die verordnete Dosierung und Einnahmedauer einer Arznei sind mit die wichtigsten Kriterien, damit die Arzneimitteltherapie ohne Nebenwirkungen zum gewünschten Erfolg führt. Während eine zu hohe Dosierung bei vielen Medikamenten zu Nebenwirkungen unter anderem zu einer lebensbedrohlichen Vergiftung führen kann, bleibt bei einer zu niedrigen Dosierung oftmals die gewünschte Wirkung aus.

Besonders Antibiotika müssen so lange wie verschrieben eingenommen werden. Ein vorzeitiges Absetzen kann dazu führen, dass nicht alle Bakterien beseitigt wurden und es zu einem Rückfall kommt. Zudem kann eine verkürzte Antibiotikaeinnahme nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) zu Resistenzen führen. Spätere Behandlungen mit Antibiotika wären dann erfolglos.

Vor, während oder nach dem Essen

Für die Wirkung und Verträglichkeit kann auch der Zeitpunkt, wann die Arznei eingenommen wird, entscheidend sein. Ist nichts anderes verordnet und soll die Wirkung möglichst rasch einsetzen, zum Beispiel bei einer Kopf- oder Zahnschmerztablette, ist die Arzneimitteleinnahme laut ABDA vor einer Mahlzeit empfehlenswert.

Bei einer „auf nüchternen Magen“ vorgeschriebenen Arzneimitteleinnahme ist in der Regel auf leeren Magen gemeint, was erst mehrere Stunden nach dem letzten Essen erreicht wird. Zudem sollte auch innerhalb der ersten Stunde nach der Arzneieinnahme nichts gegessen werden. Optimal ist beispielsweise eine Stunde vor dem Frühstück. „Vor dem Essen“ bedeutet laut ABDA, dass die Einnahme in etwa 30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit erfolgen soll. Bei „nach dem Essen“ sollte der Einnahmezeitpunkt zwei Stunden nach der Mahlzeit liegen.

Arzneimittel, die „während der Mahlzeit“ einzunehmen sind, sollten je nach vorgeschriebener Häufigkeit zum Beispiel direkt zum Frühstück, Mittag- und/oder Abendessen genommen werden. „Zwischen den Mahlzeiten“ besagt, dass ein Medikament in gleichem zeitlichem Abstand zwischen zwei Mahlzeiten einzunehmen ist. Ist eine Tagesdosis von drei Tabletten verordnet, sollte die Einnahme in gleichmäßigen Abständen alle acht Stunden plus/minus 30 Minuten während der Wachzeit beispielsweise um 6 Uhr, um 14 Uhr und um 22 Uhr erfolgen.

Wasser statt Kaffee, Saft und Milch

Auch die richtige Körperhaltung bei der Einnahme spielt laut Apothekerkammer Niedersachsen eine Rolle. Erfolgt die Einnahme in aufrechter Haltung, also sitzend oder stehend, bewirkt dies, dass das Medikament sicher und schnell den Magen erreicht und Reizungen in der Speiseröhre vermieden werden.

Viele Tabletten, Kapseln oder Pulver sind mit ausreichend Flüssigkeit zu nehmen, damit sich die Wirkstoffe gut lösen können und vom Körper aufgenommen werden können. Allerdings ist nicht jedes Getränk für die Medikamenteneinnahme geeignet. Je nach Arzneimittel sollte auf schwarzen Tee, Kaffee, Fruchtsaft oder Milch oder auch milchhaltige Lebensmittel wie Käse und Joghurt verzichtet werden. Koffein, Fruchtsäure oder auch das Kalzium der Milch können zu Wechselwirkungen führen, die ungewollte Nebenwirkungen hervorrufen oder die Wirkung des Medikaments beeinträchtigen.

Alkohol ist während einer medikamentösen Behandlung grundsätzlich zu meiden, damit es nicht zu unberechenbaren gesundheitlichen Auswirkungen kommt. Die meisten Medikamente sollten am besten mit Wasser eingenommen werden. Wer zwei oder mehr verschiedene Arzneimittel am Tag einnehmen muss, sollte vorher beim Arzt oder Apotheker abklären, ob diesbezüglich Wechselwirkungen bekannt sind, die eine Änderung der gewählten Präparate notwendig macht.

Medikamente können zu Sonnenunverträglichkeit führen

Einige Medikamente wie Antibiotika, Schmerzmittel, Arzneimittel gegen Epilepsie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Malaria können zur Folge haben, dass die Haut lichtempfindlicher wird und es zu Unverträglichkeiten wie sonnenbrandartigen Rötungen, Blasen oder Pigmentstörungen kommt. Laut ABDA treten derartige Hautreaktionen oft auch bei verschreibungs-pflichtigen Medikamenten mit dem Wasser ausschwemmenden Wirkstoff Hydrochlorothiazid auf.

Nach Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker sollten derartige Arzneimittel am besten abends eingenommen werden. Zudem sollte das Sonnenlicht in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr vermieden und ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen UV-A-Schutz benutzt werden. Verursacht ein Medikament Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt und dem Patienten erklärt wurden, ist der Arzt oder Apotheker zeitnah darüber zu informieren.

Ist es nicht ausdrücklich verordnet oder steht es nicht auf der Packungsbeilage, dürfen Tabletten und Kapseln prinzipiell nicht geöffnet oder geteilt werden. Dadurch könnten nämlich magensaftresistente Überzüge beschädigt werden und sich die Wirkstoffe zu früh auflösen, was zu unerwünschten Folgen wie einer Überdosierung führen kann.

Probleme mit dem Beipackzettel

Wer nicht alle Informationen des Beipackzettels versteht, sollte unbedingt nochmals beim Arzt oder Apotheker nachfragen. Wer eine Sehschwäche oder den Beipackzettel verloren hat, findet im Internet Hilfe unter http://www.patienteninfo-service.de/. Dieses Internetportal, von der Rote Liste Service GmbH gemeinsam mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) entwickelt, erlaubt mit dem Namen oder der Pharmazentralnummer (PZN) des Medikaments die gezielte Suche nach dem Beipackzettel.

Dieser ist dann als Normaldruck im DIN-A4-Format, einem Großdruck speziell für Sehbehinderte, als Website, die auch elektronisch vorgelesen werden kann, sowie als navigierbares Hörbuch abrufbar. Zusätzliche Informationen zur richtigen Arzneimitteleinnahme gibt es online beim Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ).

Unter anderem gibt es hier kostenlos diverse herunterladbare Flyer, wie „Medikamente sicher einnehmen“, „Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie“, „Behandlung mit Antibiotika“ und andere Kurzinformationen auch zu Arzneimitteltherapien gegen bestimmte Krankheiten. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen erklärt im Webauftritt unter anderem, worauf Patienten, die längere Zeit Medikamente einnehmen müssen, achten sollten.

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