Bevor Sie in Rente gehen IV: Bezug von Krankengeld bringt mehr Rente und verhindert Rentenabschläge

 - 

Zeiten des Bezugs von Krankengeld sind für die betroffenen Arbeitnehmer fast so viel wert wie "normale" beitragspflichtige Beschäftigungszeiten. Die Krankengeldzeiten zählen als Pflichtbeitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Krankengeldzeiten werden dem zuständigen Rentenversicherungsträger von der Krankenkasse gemeldet und die Rentenbeiträge dorthin überwiesen. Dadurch sollen Nachteile bei der Rente vermieden werden.

Die Beiträge werden dabei nicht vom Zahlbetrag des Krankengelds berechnet, sondern auf Basis einer fiktiven Bemessungsgrundlage – und zwar ausgehend von 80 Prozent des Arbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens, das der Leistung zugrunde liegt. Entsprechend ist ein Jahr Krankengeldbezug für die Rente so viel wert wie 80 Prozent des vorausgegangenen Beschäftigungsjahrs.

Geregelt ist das in § 166 des sechsten Sozialgesetzbuchs. Nach Absatz 1, Nr. 2 gilt, dass bei Personen "die Arbeitslosengeld, Übergangsgeld, Krankengeld, Verletztengeld oder Versorgungskrankengeld beziehen, 80 vom Hundert des der Leistung zugrunde liegenden Arbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens" als beitragspflichtige Einnahmen zugrunde zu legen sind. Für die spätere Rente macht es damit keinen Unterschied, ob jemand ein Jahr Krankengeld oder ein Jahr Arbeitslosengeld I bezieht.
Beispiel
Ein Arbeitnehmer hat zuletzt ein monatliches Bruttoeinkommen von 2.485 Euro erzielt. Das entspricht genau den durchschnittlichen monatlichen Einkünften aller Rentenversicherten in den alten Bundesländern. Bezieht er nun Krankengeld, so zahlt die Krankenkasse auf Basis von 80 Prozent hiervon – das sind 1.988 Euro – Beiträge an die Rentenkasse. Ein Jahr mit Krankengeld eines vormaligen Durchschnittsverdieners erhöht damit die spätere Monatsrente um 21,02 Euro (nach den derzeitigen Werten). In den neuen Bundesländern sind es 18,47 Euro.

Dabei darf Folgendes nicht außer Acht gelassen werden: Wer als 60-Jähriger ein Jahr lang Krankengeld bezieht und deshalb ein Jahr später in Rente geht, vermeidet zusätzlich Rentenabschläge in Höhe von 3,6 Prozent.

Geldtipp
Weitere Beiträge mit praxisorientierten Tipps zu Finanzen und Sozialversicherungen speziell für die Generation 50plus finden Sie im unabhängigen Berater "Fakten & Tipps".


Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Höhere Arbeitgeberzuschüsse für privat Krankenversicherte

    [] (verpd) Durch die Änderung der Beitragsbemessungsgrenzen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 hat sich auch die Zuschusshöhe, die ein Arbeitgeber seinem privat krankenversicherten Arbeitnehmer zahlen muss, erhöht. Auch der Anstieg des Beitragssatzes der gesetzlichen Pflegeversicherung führte zu der Erhöhung des Arbeitgeberzuschusses. mehr

  • Viele Bundesbürger fühlen sich gesundheitlich eingeschränkt

    [] (verpd) Im europäischen Durchschnitt gibt rund jeder Vierte, in Deutschland jeder Fünfte an, mit lang andauernden gesundheitlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen konfrontiert zu sein. Wie die Daten der europäischen Statistik zeigen, sinkt im Allgemeinen der Anteil der Betroffenen mit steigendem Einkommen. mehr

  • Damit die Hausapotheke nicht zum Risiko wird

    [] (verpd) Besonders in der Winterzeit kämpfen viele mit Schnupfen, Husten oder sonstigen Leiden. Wer hier entsprechende Arzneimittel zu Hause hat, kann schnell dagegen vorgehen. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass die Medikamente im heimischen Medizinschrank lagern, sondern auch, dass sie nicht veraltet sind. Denn abgelaufene Arznei wirkt häufig nur noch bedingt oder gar nicht mehr und kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich sein. mehr

  • Damit Silvester nicht auf die Ohren geht

    [] Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich an Silvester ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Um Hörschäden zu vermeiden, ist Vorsicht angesagt. mehr

  • Digitaler Stress für die Augen

    [] (verpd) Das stundenlange Starren auf einem Bildschirm hat Folgen: Die Augen sind trocken, brennen oder tränen. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) warnt in diesem Zusammenhang vor dem Büroaugen-Syndrom. Im Extremfall ist sogar das Sehvermögen gefährdet. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.