Bevor Sie in Rente gehen III: Beantragen Sie keinesfalls Arbeitslosengeld, sondern Krankengeld

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Wer seinen Arbeitsplatz wegen dauerhafter Krankheit verliert, hat weiterhin Anspruch auf Krankengeld. Das liegt meist höher als das Arbeitslosengeld.

Nach wie vor gibt es viele krankheitsbedingte Kündigungen. Das bedeutet: Die betroffenen Arbeitnehmer sind bei Ende des Beschäftigungsverhältnisses häufig arbeitsunfähig. Was viele nicht wissen: Wer bereits vor dem Ende seines Beschäftigungsverhältnisses krank war, hat als gesetzlich Krankenversicherter – bei weiter andauernder Krankheit – auch nach dessen Ende weiterhin Anspruch auf das höhere Krankengeld und nicht auf Arbeitslosengeld I (ALG I).

Mehr noch: Es besteht gar kein Anspruch auf ALG I, weil die Betroffenen als Kranke nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die notwendige Krankmeldung und den rechtzeitigen Antrag auf Krankengeld verpassen allerdings manche Arbeitnehmer, weil sie in den letzten Beschäftigungswochen bereits freigestellt sind und gar nicht mehr bei ihrer Arbeit erscheinen müssen.

Geldtipp
Wenn Sie nicht bereits im laufenden Krankengeldbezug sind, sollten Sie als Kranker spätestens am letzten Beschäftigungstag zum Arzt gehen, sich krank schreiben lassen und Krankengeld beantragen. Nehmen Sie am besten das Kündigungsschreiben Ihres Arbeitgebers mit zur Krankenkasse. Die Krankenkasse händigt Ihnen dann eine Verdienstbescheinigung für Ihren (früheren) Arbeitgeber und einen Antrag auf Krankengeld aus. Krankengeld erhalten Sie in der Regel nahtlos bereits ab dem ersten Tag nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Übrigens: Wenn Sie bettlägerig sind, können Sie die Meldung bei Ihrer Krankenkasse auch telefonisch oder schriftlich erledigen (allerdings möglichst nicht am letzten Tag des Beschäftigungsverhältnisses).

Bei Krankheit gewährt der Arbeitgeber bis zum letzten Tag des Beschäftigungsverhältnisses Lohnfortzahlung, wenn der in der Regel sechswöchige Lohnfortzahlungszeitraum noch nicht beendet ist. Anschließend zahlt die Krankenkasse nahtlos Krankengeld. Für ein und dieselbe Krankheit zahlt die gesetzliche Krankenkasse längstens 78 Wochen lang Krankengeld.

Die Höhe des Krankengelds ist gesetzlich vorgeschrieben: Sie beträgt 70 Prozent des täglichen Regelentgelts von 120 Euro, also höchstens 84 Euro pro Tag, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoverdiensts. Vom Krankengeld sind in der Regel noch Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung zu entrichten. Wer vor seiner Krankheit als Arbeitnehmer zuletzt monatlich 2.500 Euro brutto verdient hat, kann als Krankengeld monatlich netto (also nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge) knapp 1.340 Euro erhalten. Zum Vergleich: Das Arbeitslosengeld I würde in diesem Fall nur 1.032,60 Euro monatlich betragen (bei Steuerklasse I oder IV für einen Arbeitslosen, der kein Kindergeld erhält).

Im Internet können Sie Ihr persönliches Krankengeld übrigens hier errechnen:
Wer wieder gesund ist und sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellt, kann weiterhin Arbeitslosengeld I beziehen. Durch den Bezug von Krankengeld wird der Anspruch auf die Bezugsdauer des Arbeitslosengeld I nicht eingeschränkt. Wem also 24 Monate lang Arbeitslosengeld I zusteht, der erhält diese Leistung auch nach seiner Krankheit noch für die volle Zeit – sofern er noch während seines vorhergehenden Beschäftigungsverhältnisses krank wird. Auf die Höhe des ALG I wirkt sich das Krankengeld übrigens nicht aus. Dieses wird auf Grundlage des Bruttoentgelts, das vor dem Krankengeldbezug bezogen wurde, errechnet.

Geldtipp 1
Keinesfalls sollten Sie sich zu früh in eine Erwerbsminderungsrente drängen lassen.

Geldtipp 2
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