Beiträge zur privaten Krankenversicherung steigen weiter

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Wegen der niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt müssen künftig Neukunden höhere und Altkunden steigende Beiträge für ihre private Krankenversicherung zahlen.

Wegen der Verringerung der Kapitalanlagerenditen müssen die Anbieter ihre Rechnungszinsen auch im Altbestand senken, was zu Beitragsanpassungen führen wird, die allerdings über mehrere Jahre gestreckt werden können.

Wie die BaFin mitteilte, hätten eine ganze Reihe von privaten Krankenversicherern aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase gegenüber den Vorjahren teilweise sogar deutlich niedrigere AUZ-Werte (Aktuarieller Unternehmenszins) übermittelt.

Ein Teil der bereits in der letzten Zeit durchgeführten Beitragssteigerungen basiert bereits auf diesem Zinseffekt. Grund ist u. a. die vorgeschriebene Beitragsanpassungsmechanik, sodass im Zusammenspiel mit der lang andauernden Niedrigzinsphase die zugrundeliegenden Kalkulationen der Tarife Probleme bereiten.

Beide Effekte werden dazu führen, dass Neukunden höhere und Altkunden steigende Beiträge werden zahlen müssen.

Von den 40 PKV-Unternehmen konnten beim aktuellen AUZ-Verfahren (Aktuarieller Unternehmenszins) nur zwei Versicherer der Aufsicht gegenüber nachweisen, dass sie auch künftig unter den erforderlichen Sicherheitskriterien einen Höchstrechnungszins von 3,5 % werden erwirtschaften können.

Entspricht der AUZ nicht dem kalkulierten Rechnungszins, müssen die Unternehmen den Rechnungszins für bestehende Tarife absenken, wenn sie eine Beitragsanpassung vornehmen.

In diesem Fall dürfen die Beiträge nach Zustimmung durch den Treuhänder angepasst werden, wenn die "auslösenden Faktoren Schaden und Sterblichkeit" um mindestens 5 % (in manchen Verträgen auch 10 %) von den kalkulierten Kosten abweichen.

In der Branche gilt als Faustformel, dass die Absenkung des Rechnungszinses um 0,1 Prozentpunkte eine Beitragserhöhung um 0,8 % bis 1,0 % zur Folge haben dürfte.

Im Jahr 2014 konnten 17 PKV-Unternehmen den von ihnen verwendeten Rechnungszins nicht mehr mit dem AUZ-Verfahren nachweisen.

Im Jahr 2013 waren es 11 PKV-Unternehmen.

Somit kommt die Aufsicht auf Basis von Prognoserechnungen der PKV-Unternehmen zu dem Ergebnis, dass eine weiter andauernde Niedrigzinsphase für die Krankenversicherer aus heutiger Sicht ökonomisch tragbar wäre. So erfüllten alle Krankenversicherer die Solvabilitäts-Anforderungen. Der Bedeckungssatz erreicht voraussichtlich etwa 280 %. Die Eigenmittelausstattung der Branche sei also nach wie vor gut.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BaFin) ist der Auffassung, dass von insgesamt 47 privaten Krankenversicherern für die 40, die auf Basis der Lebensversicherung mit Alterungsrückstellungen kalkulieren, eine weiter andauernde Niedrigzinsphase ökonomisch tragbar wäre.

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