Bei welchen Verletzungen ein Arzt notwendig ist

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(verpd) Fast jeder ist schon einmal gestürzt oder hat sich gestoßen oder geschnitten. Viele kleine Verletzungen benötigen zwar keine ärztliche Versorgung, doch es gibt auch Blessuren, die auf den ersten Blick eine Bagatelle sind, aber ohne eine ärztliche Behandlung sogar lebensgefährlich sein können.

Es gibt diverse Verletzungen, die nach Angaben von Gesundheitsexperten immer ärztlich versorgt werden sollten. Dazu gehören alle großflächigen Verletzungen, Vergiftungen und Knochenbrüche, aber auch tiefe und stark blutende Wunden, starke Prellungen und große Blutergüsse.

Doch auch vermeintliche Bagatellverletzungen müssen unter Umständen ärztlich behandelt werden, um spätere Komplikationen auszuschließen.

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Wann medizinische Wundbehandlung erforderlich ist

Laut Bayerischer Apothekerkammer ist bei allen Verletzungen, die mit starken Schmerzen, einem taubem Gefühl in Armen oder Beinen oder einer eingeschränkten Beweglichkeit einhergehen, grundsätzlich ein Arzt zu konsultieren. Das Gleiche gilt bei stark verschmutzten Wunden, die nicht gereinigt werden können, oder wenn Fremdkörper wie Glassplitter in der Wunde sind.

Auch bei Verletzungen am Kopf sowie Wunden im Gesicht, beispielsweise an Lippen, Augen und Ohren, sowie bei schweren oder großflächigen Verbrennungen ist eine ärztliche Behandlung notwendig. Ist jemand gestürzt und leidet danach unter Übelkeit und Kopfweh, auch wenn man keine offenen Wunden oder Brüche erkennen kann, sollte er ebenfalls zum Arzt gehen, da beispielsweise eine Gehirnerschütterung vorliegen kann.

Eine ärztliche Versorgung ist zudem bei allen Biss- und Stichwunden erforderlich, da es hier anderenfalls zu schweren Infektionen wie Gasbrand, Blutvergiftung (Sepsis) oder Wundstarrkrampf (Tetanus) kommen kann.

Damit ein Kratzer nicht zum Drama wird

Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine zum Teil tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Sie wird durch Bakterien verursacht, die insbesondere in der Erde, aber auch im Straßenstaub vorkommen. Grundsätzlich können selbst kleine Schnitt-, Stich-, Riss-, Biss-, Kratz- oder Schürfwunden, beispielsweise im Zusammenhang mit einem rostigen Nagel, Holzsplitter, Pflanzendorn oder Haustier, zur tödlichen Gefahr werden, wenn der Verletzte keinen Impfschutz gegen Tetanus hat.

Die deutsche Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt entsprechende Impfungen gemäß dem offiziellen Impfkalender der Kommission für einen vollständigen Impfschutz gegen Tetanus bei Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Für den Grundschutz benötigen Säuglinge vom zweiten bis zum 14. Lebensmonat vier Tetanusimpfungen. Die ersten beiden Auffrischimpfungen sollten laut Stiko im Alter von fünf bis sechs sowie von neun bis 17 Jahren erfolgen.

Danach sind regelmäßige Auffrischimpfungen alle zehn Jahre notwendig, damit ein ausreichender Schutz vor Tetanus besteht. Das heißt, auch alle Erwachsenen sollten an die Auffrischimpfung denken, wenn die letzte Impfung gegen Tetanus länger als zehn Jahre zurückliegt. Ob ein ausreichender Impfschutz besteht beziehungsweise wie lange die letzte Tetanusimpfung her ist, zeigt ein Blick in den Impfausweis. Wer sich verletzt hat und nicht sicher ist, ob ein ausreichender Tetanusimpfschutz besteht, sollte umgehend zum Arzt gehen.

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