Basistarif der PKV: Fragen nach Gesundheitszustand erlaubt

 - 

Seit 2009 müssen private Krankenversicherer Nicht-Versicherten einen sog. Basistarif anbieten. In diesem Tarif, dessen Leistungen denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen, besteht ein Kontrahierungszwang. Die Unternehmen dürfen den Abschluss eines Versicherungsvertrages also nicht von der gesundheitlichen Situation des Antragstellers abhängig machen. Doch fragen dürfen sie danach. Wer hierauf keine Auskunft gibt, darf abgewiesen werden. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Köln am 2.11.2012 (Az. 20 U 151/12).

Das Gericht räumte zwar ein, dass private Krankenversicherungsunternehmen nach § 203 Abs. 1 Satz 2 VVG im Basistarif für den Fall keinen Risikozuschlag verlangen dürfen, dass ein Versicherter an Vorerkrankungen leidet. Da Versicherte jedoch später in einen anderen Tarif des gleichen Unternehmens wechseln könnten, könne die Versicherung zum Zweck des Risikoausgleichs eine Risikoprüfung durchführen. Zudem bestimme § 12g Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), dass die auf Vorerkrankungen beruhenden Mehraufwendungen auf alle im Basistarif Versicherten, also auch auf die Versicherten anderer Unternehmen, gleichmäßig verteilt werden müssen. Zu diesem Zweck darf das aufnehmende Versicherungs-Unternehmen auch eine Gesundheitsprüfung vornehmen, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung.

Zwar entfaltet dieses rechtskräftige Urteil keine bindende Wirkung für andere Gerichte, doch die Tendenz ist klar: Wer sich zukünftig im Basistarif versichern will, wird um Gesundheitsfragen nicht herumkommen. Antragsteller müssen daher – wie bei anderen PKV-Tarifen – die Antragsunterlagen vollständig ausfüllen und sich, falls der Versicherer es fordert, einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.

Weitere News zum Thema

  • Zecken: Eine tödliche Gefahr in Wald und Wiesen

    [] (verpd) Bereits im Februar und März dieses Jahres war es schon wieder so warm, dass die kleinen Blutsauger aktiv wurden. Wer glaubt, dass Zecken dabei nur im Wald lauern, der irrt, denn der Lebensraum beginnt, wie eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der eigenen Haustüre, nämlich im eigenen Garten – und das sogar in Gärten, die in städtischem Umfeld liegen. Grund genug, sich zu schützen. mehr

  • Für Männer ab 65: Bauchaorten-Aneurysma-Check

    [] Albert Einstein, Thomas Mann, Charles de Gaulle – sie alle sollen an einem Riss ihres Bauchaorta-Aneurysmas gestorben sein. Eine neue Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 65 soll diese tödliche Gefahr eindämmen. mehr

  • Worauf Eltern achten sollten, damit ihr Kind gesund bleibt

    [] (verpd) Ein Internetangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) liefert umfassende Informationen und Tipps für die gesunde Entwicklung von Kindern. Zielgruppe dieser Informationen sind alle Eltern, aber auch Personen, die mit Kindern im Alter bis zu sechs Jahren zu tun haben. mehr

  • Zu müde zum Erholen: Wenn die Grenze überschritten ist

    [] (verpd) Ein Acht-Stunden-Arbeitstag ist eine gesunde Basis. Wer länger arbeitet, muss um die zehnte Stunde herum mit einem Leistungsknick rechnen. Eine angestaute Ermüdung nach zu langer Arbeit verhindert den Erholungseffekt der Freizeit. Wer jahrelang 50 Stunden oder länger pro Woche arbeitet, setzt seine physische und psychische Gesundheit aufs Spiel. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien. mehr

  • Welche Leiden am häufigsten zum Klinikaufenthalt führen

    [] (verpd) Wie einer Statistik zu entnehmen ist, gibt es einige Leiden, die besonders oft im Krankenhaus behandelt werden. So ist 2015 fast jeder siebte Krankenhauspatient wegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ins Krankenhaus gekommen. Auch Verletzungen und Vergiftungen sowie Erkrankungen am Verdauungssystem zählen zu den anteilig häufigsten Diagnosen, die zu einem Krankenhausaufenthalt führten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.