Auch Azubis brauchen Gesundheitsförderung

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(verpd) Laut dem aktuellen Fehlzeitenreport 2015 eines Trägers der gesetzlichen Krankenversicherung leidet bereits ein Drittel der Auszubildenden hierzulande unter häufig auftretenden körperlichen und psychischen Beschwerden. Dabei ist der Krankenstand der Arbeitnehmer insgesamt mit 5,2 Prozent konstant geblieben.

Im aktuellen Fehlzeiten-Report 2015 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) wurde insbesondere der Gesundheitszustand der Auszubildenden hierzulande beleuchtet. Datenbasis des Reports sind die Arbeitsunfähigkeits-(AU-)Meldungen der rund elf Millionen erwerbstätigen Mitglieder der AOK, einer der größten gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland. Berücksichtigt wurden Pflicht- und freiwillig Versicherte.

Insgesamt gab es dem Bericht zufolge Ende 2014 knapp 1,4 Millionen Azubis in Deutschland, von denen die Hälfte bei der AOK versichert ist. Die repräsentative Befragung von rund 1.300 Auszubildenden im Rahmen dieser ersten repräsentativen Studie zu diesem Thema habe ergeben, dass zum Teil erhebliche Defizite beim Gesundheitszustand und beim Gesundheitsverhalten der Auszubildenden bestehen.

Mehr als die Hälfte leidet unter körperlichen Beschwerden

Wie es angesichts ihres jugendlichen Alters zu erwarten ist, liegt der Krankenstand von Auszubildenden zwar unter dem der Gesamtbevölkerung. So beträgt er im Bundesdurchschnitt bei den Azubis 4,2 Prozent, während sich 20145,2 Prozent aller AOK-Mitglieder krankgemeldet haben. 2013 waren es noch 5,1 Prozent.

Zudem schätzten 83,6 Prozent der Azubis ihren allgemeinen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein.

Allerdings berichteten 56,5 Prozent der Befragten, dass sie häufig körperliche Beschwerden hätten, 46,1 Prozent gaben an, psychische Probleme zu haben. Insbesondere klagten sie über Kopf- und Rückenschmerzen sowie über Müdigkeit und Erschöpfung sowie Ausgebranntsein.

Defizite beim Gesundheitsverhalten

Bei rund jedem fünften befragten Auszubildenden zeigt sich den Befragungsergebnissen zufolge ein gesundheitsgefährdendes Verhalten So ist nach eigenen Angaben gut ein Viertel der Befragten kaum sportlich aktiv oder nimmt kein regelmäßiges Frühstück zu sich. Gut die Hälfte isst mehrfach pro Woche Süßigkeiten und 17 Prozent Fast Food.

Ein Drittel der männlichen Auszubildenden und ein Viertel der weiblichen Azubis schläft werktags weniger als sieben Stunden pro Nacht. Mehr als jeder dritte Auszubildende raucht und jeder fünfte zeigt einen riskanten Alkoholkonsum.

Die Lebensweise hat auch einen Einfluss darauf, wie die Befragten ihre Arbeitsbedingungen einschätzen. Auszubildenden mit einer gesundheitsbewussten Verhaltensweise beurteilen diese deutlich positiver als die anderen. Das gilt auch für das Verhalten der Vorgesetzten.

Hilfe für eine gesunde Lebensweise

Insgesamt gesehen ist die Mehrheit der befragten Auszubildenden, nämlich knapp 74 Prozent, mit der Gesamtsituation in ihrem Betrieb zufrieden bis sehr zufrieden. Ebenfalls fast drei Viertel der Auszubildenden sind aufgeschlossen für betriebliche Gesundheitsförderungs-Angebote, insbesondere solche, die sich speziell an ihre Zielgruppe richten.

„Die Studienergebnisse zeigen auch, dass vonseiten der Auszubildenden ein hoher Bedarf an Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung besteht. Für Unternehmen, die dies erkennen, bietet sich die Chance, Fehlzeiten bei Auszubildenden frühzeitig zu begegnen. Dafür sollten sie von Beginn an zielgruppengerechte, gesundheitsförderliche Angebote entwickeln“, so ein Verantwortlicher des Studienherausgebers Wido.

Doch auch die Auszubildenden selbst können einiges für eine gesunde Lebensweise tun, um letztendlich das Krankheitsrisiko zu verringern und das Wohlbefinden zu steigern. Hilfreiche Informationen zum Beispiel zum Thema Suchtprävention, also beispielsweise Tipps, wie man zum Nichtraucher wird und wann Alkoholkonsum gefährlich werden kann, aber auch hinsichtlich einer gesunden Ernährung und Bewegung bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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