Auch als ALG-Bezieher sollten Sie die Krankmeldung nicht vergessen

Auch als ALG-Bezieher sollten Sie die Krankmeldung nicht vergessen

 - 

Auch als ALG-Bezieher sollten Sie die Krankmeldung nicht vergessen.

An kranke Bezieher von Arbeitslosengeld I muss die Krankenkasse auch dann noch Krankengeld weiterzahlen, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG) I in der Zeit der Krankheit endet. Das hat das Bundessozialgericht in einem jüngst veröffentlichten Urteil vom 2.11.2007 entschieden (Az. B 1 KR 38/06 R).

"Warum soll ich mich während der Arbeitslosigkeit denn krankmelden?", fragen sich gerade ältere Arbeitslose oft. Wer sich aber bei Arbeitsunfähigkeit nicht krankmeldet, wenn er ALG I bezieht, begeht einen folgenschweren Fehler. Das gilt vor allem für diejenigen, die bei Krankheitsbeginn nur noch für kurze Zeit Anspruch auf ALG I haben. Denn das BSG hat nun entschieden: Wenn ein Versicherter an dem Tag der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich krankengeldberechtigt war, kann er diesen Anspruch voll (maximal für 78 Wochen - gerechnet ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit) ausschöpfen, sofern seine Krankheit so lange dauert.

Im zu entscheidenden Fall ging es um einen 1981 geborenen ehemaligen ALG-I-Bezieher, der Ende Mai 2005 "wegen einer akuten Belastungssituation" von seinem Neurologen krankgeschrieben worden war. Da der Betroffene nach seiner Krankschreibung nur noch eine Woche ALG I beanspruchen konnte, beantragte er anschließend bei seiner Krankenkasse (AOK) Krankengeld für die weitere Dauer der Krankschreibung (bis zum 13.6.2005). Die Kasse lehnte dies mit der Begründung ab, der Betroffene habe nach Ende seines Bezuges von ALG I keinen Anspruch auf ALG II gehabt.

Dies spiele aber für den Krankengeldanspruch keinerlei Rolle, befand dagegen das BSG. Es gestand dem Betroffenen im Prinzip Krankengeld zu, da er am ersten Tag seiner Arbeitsunfähigkeit dem Grunde nach Anspruch auf diese Leistung gehabt habe. Für den Anspruch auf Krankengeld komme es alleine auf die Verhältnisse an, die bei Entstehung des Anspruchs bestanden hätten.

Vorsorgetipp
Der Anspruch auf Zahlung des Krankengelds gilt auch für Noch-Beschäftigte, und zwar selbst dann, wenn sie gegen Ende ihres Beschäftigungsverhältnisses krank werden und noch gar kein Krankengeld beziehen. Bei ihnen muss das Krankengeld nach dem Ende des Jobs weitergezahlt werden. Das haben die Richter ausdrücklich festgestellt. Genauso müsse deshalb laut BSG verfahren werden, wenn bei Arbeitslosen der Anspruch auf ALG I in der Krankheitszeit endet.

Weitere News zum Thema

  • Krankenkassen haben Milliardenüberschuss

    [] Nach den ersten drei Quartalen 2017 konnten die gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von rund 2,5 Milliarden Euro ausweisen, wie die vorläufigen Finanzergebnisse aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zeigen. Alle Kassenarten lagen im Plus. Die Ausgaben stiegen vergleichsweise moderat an. mehr

  • Gesetzliche Krankenversicherung: Geringe Beitragsentlastung

    [] Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit wird der vom Arbeitnehmer alleine zu tragende Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Durchschnitt sinken. Allerdings werden Gutverdiener aufgrund der Erhöhung bestimmter Sozialversicherungs-Werte dennoch mehr zahlen müssen als bisher. Zudem wird der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung schwerer. mehr

  • Neues für Selbstständige mit geringem Einkommen

    [] Wie das Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) jüngst mitteilte, gibt es ab 2018 eine Änderung bei der Festlegung der Beiträge für Selbstständige, die in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind. Zudem steigt der Mindestbeitrag. Experten warnen bereits seit Längerem vor einer Überforderung von gering verdienenden Selbstständigen durch überhöhte Mindestbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). mehr

  • Gefährliches Spielzeug und riskante sonstige Produkte

    [] Nicht jedes Spielzeug oder Kinderzimmer-Möbelstück ist auch wirklich für Kinder geeignet. Ein Webportal zeigt, worauf man bei den einzelnen Produktarten achten sollte, um das Unfallrisiko minimal zu halten und die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden, aber auch, welche einzelnen Produkte bereits als gefährlich eingestuft wurden. mehr

  • Damit PC und Smartphone nicht zu Augenleiden führen

    [] Viele, die fast jeden Tag stundenlang auf einen Monitor blicken, egal ob es sich dabei um einen Computerbildschirm oder ein Smartphone-Display handelt, leiden irgendwann unter gereizten, geröteten, lichtempfindlichen und/oder juckenden Augen. Bei manchen verschlechtert sich sogar die Sehstärke. Wie sich solche Beschwerden verhindern lassen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.