Arzneimittel-Report beklagt hohe Preise für Medikamente

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Wer krank ist, gibt bereitwillig so viel dafür aus, wieder gesund zu werden, wie er für nötig hält. Doch manchmal müsste es gar nicht so viel sein, wie der neue "Arzneimittel-Report" nahelegt.

Bei der Gesundheit bleibt Deutschland Weltspitze, zumindest was die Medikamentenpreise angeht. So kostet der begehrte neue Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs hierzulande 477 Euro, in der Schweiz umgerechnet nur 314 Euro. Beim südlichen Nachbarn drückten zentrale Verhandlungen mit dem Hersteller den Preis, was in Deutschland für derlei Medikamente nicht vorgesehen ist.

Laut dem "Arzneimittel-Report", ein seit 1985 erscheinendes Standardwerk, ist das ein wesentlicher Grund, warum die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2008 erneut um 5,3 Prozent gestiegen sind.

Insgesamt schlugen die Arzneikosten mit 29,2 Milliarden Euro zu Buche. Das Einsparpotenzial ohne Einbußen in der Versorgungsqualität beziffert der Report auf 3,4 Milliarden Euro.

Fachleute führen folgende weitere Gründe für die hohen Arzneimittelpreise in Deutschland an:
  • Ungeachtet der seit Jahren extremen Ausgabensteigerungen bei innovativen Spezialmedikamenten dürften die Hersteller ihre Preise in Deutschland ohne Regulierung frei festlegen. Doch selbst wenn diese überhöht seien, verpflichtet der Gesetzgeber die Kassen zu zahlen, was gefordert wird.
  • Auch die gängige Verschreibung sogenannter Analogpräparate ohne therapeutischen Zusatznutzen trug dem Arzneimittel-Report zufolge zum Ausgabenanstieg bei. So ist z.B. der Cholesterinsenker Inegy zwar 13-fach teurer als die Standardtherapie, bringt aber laut Studien keinerlei Zusatznutzen.
Tipp
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