Arbeitsstress – nein danke!

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(verpd) Mehr als ein Drittel aller deutschen Beschäftigten hat schon einmal wegen Stress seinen Arbeitgeber gewechselt. In anderen Ländern ist der Anteil sogar noch höher, wie eine weltweit durchgeführten Befragung zeigt.

Nach dem Ergebnis einer im letzten Jahr weltweit durchgeführten Umfrage des Online-Karriereportals Monster an der sich annähernd 7.000 Beschäftigte beteiligt haben, fühlt sich die Hälfte aller deutschen Beschäftigten täglich am Arbeitsplatz gestresst. Lediglich neun Prozent der Befragten gaben an, keinen Stress bei der Arbeit zu haben.

Unzufriedene Briten und Franzosen

In der neuen Umfrage wurde unter anderem gefragt, ob und wenn ja wie häufig Stress am Arbeitsplatz zu einem Wechsel des Arbeitgebers führte.

Weltweit haben 38 Prozent aller Befragten stressbedingt schon einmal ihren Arbeitsplatz gewechselt. In Deutschland sind es zwei Prozent weniger. Die Frage, ob sie schon einmal darüber nachgedacht haben, wegen stressiger Arbeitsbedingungen nach einem neuen Arbeitgeber Ausschau zu halten, bejahten 29 Prozent der Befragten in Deutschland. Global waren es 32 Prozent.

Noch höher lag der Anteil der Gestressten in den Nachbarländern Frankreich und Großbritannien. In beiden Ländern haben jeweils 48 Prozent aller Befragten schon einmal wegen unerträglichen Stresses den Arbeitsplatz gewechselt.

Zufriedene Inder

Kanadier und US-Amerikaner sind nur unwesentlich weniger von Stress am Arbeitsplatz betroffen. Denn 44 beziehungsweise 42 Prozent der dortigen Befragten gaben an, aufgrund von Stress schon einmal das Weite gesucht zu haben.

Am wenigsten von Stress beeindruckt zeigten sich die Arbeitnehmer aus Indien. Nur 19 Prozent wechselten jemals den Job, weil er zu stressig war – und für 57 Prozent ist Stress kein Kündigungsgrund.

In Deutschland ist für 35 Prozent der Befragten Stress kein Grund für einen Wechsel des Arbeitsplatzes. Weltweit sind es 30 Prozent.

Unterschiedliche Auslöser

Viele Ursachen können zu Stress am Arbeitsplatz führen. Experten raten daher, individuell an die Lösung des Problems heranzugehen.

„Jeder Job bringt ein gewisses Maß an Stress mit sich. Lassen sich allerdings Probleme längerfristig nicht aus der Welt schaffen und führen zum Beispiel zu gesundheitlichen Problemen, muss man den Mut haben, Nein zum Job und Ja zu sich zu sagen.

Bei der Jobsuche ist ein Blick auf die Unternehmenskultur und die Erwartungen des potenziellen neuen Arbeitgebers hilfreich, um ein Arbeitsumfeld zu finden, das besser zu den persönlichen Bedürfnissen passt“, so die Experten des Online-Karriereportals, welche die Umfrage initiiert hat.

Fünf Tipps zur Stressbewältigung

Die Experten des Karriereportals geben folgende fünf Tipps zur Stressbewältigung:

  • Nein ist kein böses Wort. Oftmals fällt es im Beruf gar nicht so leicht, Nein zu sagen. Wer allerdings zeitlich nicht in der Lage ist, eine Aufgabe zu erledigen, sollte frühzeitig Bescheid sagen und sich lieber ganz auf die bereits anstehenden Projekte fokussieren.

  • Man sollte nicht versuchen, perfekt zu sein, sondern motiviert arbeiten und sein Bestes geben. Zudem ist es wichtig, keine zu hohen und unrealistischen Erwartungen an sich selbst zu stellen. Anderenfalls kann es dazu führen, dass man sich selbst blockiert und sich dadurch zu sehr unter Druck setzt.

  • Man sollte seine individuellen Stressauslöser kennen. Jeder Mensch gerät durch unterschiedliche Dinge in Stress. Um den Überblick zu behalten, ist es sinnvoll, eine Liste mit den persönlichen Belastungsfaktoren anzulegen. Das hilft, um Probleme konkret anzugehen.

  • Bevor man schreit, ist es wichtig zu sprechen: Stress zu unterdrücken, ist auf lange Sicht keine Lösung; der Stress wird früher oder später hochkommen. Um eine „Explosion“ zu vermeiden, sollte man versuchen mit einer nahestehenden Person über seine Sorgen zu sprechen und die Vorgesetzten mit einzubeziehen. Diese haben dem Arbeitnehmer gegenüber nämlich eine Verantwortung (Stichwort Burn-out).

  • Bewegung ist sinnvoll. Sport ist eine gute Methode, um Stress entgegenzuwirken, daher sollte man sich Zeit für körperliche Aktivitäten nehmen. Ein kleiner Spaziergang zur Kantine oder morgens eine Station früher aussteigen, können Wunder wirken.

Hilfen von nicht kommerziellen Stellen

Es gibt mittlerweile auch einige nicht kommerzielle Initiativen und Projekte, die sich mit den psychischen Belastungen am Arbeitsplatz beschäftigen und Präventionsmaßnahmen erarbeiten. Eine davon ist das Deutsche Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF), eine Initiative des Europäischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wird.

Das DNBGF hat unter anderem den 40-seitigen Ratgeber „Kein Stress mit dem Stress“ herausgegeben, der kostenlos auf den Webseiten herunterladbar ist. Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) bietet zudem online ein neu entwickeltes Angebot zum betrieblichen Stressmanagement.

Unter anderem kann sich hier jeder über die Gründe des eigenen Stressempfindens klar werden und die persönliche Stresssituation, aber auch die individuellen Möglichkeiten der Stressvermeidung und Stressreduktion mithilfe eines Quick-Checks analysieren. Zudem gibt es für Unternehmen im Onlineauftritt eine spezielle Rubrik, die aufzeigt, was Führungskräfte und für Arbeitssicherheit zuständige Mitarbeiter für die Stressprävention der Beschäftigten tun können.

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