Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen sinkt weiter

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(verpd) Die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen ist seit dem 1.1.2015 von 131 auf 124 gesunken. Vor allem Betriebskrankenkassen haben sich zusammengeschlossen. Damit wollen die Körperschaften ihre Verhandlungsposition nach außen stärken.

Der Konsolidierungstrend in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat sich auch zu Jahresbeginn weiter fortgesetzt. Seit dem 1.1.2015 gibt es nunmehr 124 Krankenkassen, im Vormonat waren es noch 131. 2008 lag die Zahl der gesetzlichen Krankenversicherer bei 215.

In einer Studie der Pricewaterhousecoopers AG, einer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft, hatten die Kassen bereits zu Beginn des vergangenen Jahres die Erwartung geäußert, dass es auch künftig zu weiteren Zusammenschlüssen kommen wird.

Vor allem Betriebskrankenkassen fusionieren

An den Fusionen, die das Bundesversicherungsamt (BVA) zum 1.1.2015 genehmigt hat, waren vor allem Betriebskrankenkassen beteiligt. In erster Linie schlossen sich kleinere mit größeren Kassen zusammen. Die größte Fusion war die der Deutschen BKK, die zum 1. Oktober 758.274 Mitglieder hatte, mit der BKK Essanelle (406.077 Mitglieder). Die fusionierte Kasse wurde damit zur größten Betriebskrankenkasse in Deutschland. Mit der BKK Verbundplus (65.253 Mitglieder) und der BKK Kassana (14.956 Mitglieder) gingen auch kleine Körperschaften zusammen.

Es vereinigten sich jedoch nicht nur Betriebskrankenkassen, auch kassenartübergreifende Fusionen genehmigte das BVA. So haben sich mit der BIG direkt gesund und der BKK Victoria-D.A.S. eine Betriebs- und eine Innungskrankenkasse zu einer Innungskrankenkasse (IKK) zusammengeschlossen.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung GKV-Spitzenverband sieht verschiedene Anlässe für die regelmäßigen Fusionen. „Erwartete Impulse durch die effizientere Gestaltung von Verwaltungsabläufen, Optimierung der Vertragslandschaft, angesichts eines veränderten Versichertenkreises bessere Kosten-Nutzen-Effekte bei Investitionen und vieles mehr“, führt Pressereferentin Claudia Widmaier als Gründe an.

Geldanlagevolumen der Kassen liegt bei 29 Milliarden Euro

Dass die Versicherer sich für die Zukunft rüsten, ist nach Angaben des BVA weiterhin nötig. „Aufgrund prognostizierter Kostensteigerungen und infolge der Absenkung der Bundeszuschüsse an die gesetzliche Krankenversicherung erwartet das Bundesversicherungsamt in den nächsten Jahren einen signifikanten Rückgang der liquiden Mittel, die zum Ausgleich der Einnahmen- und Ausgabenschwankungen den Krankenkassen zur Verfügung stehen“, heißt es in einer Pressemitteilung zu den Geldanlagevolumen der Sozialversicherungs-Träger.

Insgesamt verfügten diese zum Stichtag 31.12.2013 über Geldanlagen in Höhe von 63,1 Milliarden Euro. Dies entspricht im Vergleich zu 2012 einem Anstieg um rund 5,6 Prozent. 29 Milliarden Euro beziehungsweise 45,8 Prozent des Gesamtanlagevolumens entfielen auf die 82 gesetzlichen Krankenkassen, die dem BVA Ende 2013 unterstellt waren.

Die Geldanlagen verteilen sich auf die Kategorien Einlagen, Wertpapiere (Direktinvestments) und Investmentvermögen. Anteile an Investmentfonds werden, so das BVA, von den gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungs-Trägern überwiegend erworben, um ihrer gesetzlichen Verpflichtung zum Aufbau eines Kapitalstocks für zukünftige Altersversorgungs-Verpflichtungen nachzukommen.

Was Versicherte wissen sollten

Bezüglich der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen ändert sich durch die Fusion nichts, da die Vorgaben für die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung einheitlich gelten. Einige Krankenkassen bieten jedoch auch Zusatzleistungen, die nicht in der GKV festgelegt sind, wie die Übernahme eines Kostenanteils für eine homöopathische Behandlung oder eine professionelle Zahnreinigung. Diese Leistungen können bei einer Fusion entfallen, wenn die neue Kasse diese Zusatzleistungen nicht mehr anbietet.

Die Fusion zweier Krankenkassen stellt im Übrigen keinen Sonderkündigungsgrund dar. Es ist nur ein ordentliche Kündigung möglich: Wer mindestens 18 Monate bei einer Krankenkasse versichert ist, kann mit Frist von zwei vollen Kalendermonaten zum Monatsende ohne Angaben von Gründen kündigen und zu einer anderen Krankenkasse wechseln. Erhebt die aus einer Fusion neu entstandene Krankenkasse jedoch einen Zusatzbeitrag, der bisher noch nicht verlangt wurde, oder erhöht einen bereits bestehenden, so gibt es ein Sonderkündigungsrecht.

Damit die Kündigung fristgerecht ist, muss der Versicherte das Kündigungsschreiben bis spätestens zum Ablauf des Monats, für den die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erstmals erhebt oder ihn erhöht, bei der Kasse eingereicht haben. Die Kündigung wird dann zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam. Wer bei der bisherigen Krankenkasse neben der gesetzlichen Krankenversicherung einen Wahltarif abgeschlossen hat, kann diesen in der Regel frühestens nach drei Jahren kündigen. Eine Kündigung während dieser Zeit ist auch bei einer Fusion ausgeschlossen.

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